Donnerstag, Dezember 8, 2022

Kaminbrand an der Jahnstraße – Fachwissen hilft Feuerwehr-Chef

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Wer­ne. Die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Wer­ne eil­te am Don­ners­tag­abend um 18.35 Uhr mit dem Lösch­zug 1 zu einem Ein­fa­mi­li­en­haus in der Jahn­stra­ße. Nach­barn hat­ten Rauch aus dem Gebäu­de bemerkt und dar­auf­hin die Ret­tungs­kräf­te alarmiert.

Bereits auf der Stra­ße war eine star­ke Rauch­ent­wick­lung aus dem Schorn­stein des Hau­ses zu erken­nen. Die Erkun­dung ergab, dass es sich um einen Kamin­brand han­del­te. Die Wehr brach­te die Dreh­lei­ter in Stellung.

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Ein Trupp kon­trol­lier­te mit der Wär­me­bild­ka­me­ra, ob sich durch die hohen Tem­pe­ra­tu­ren im Kamin Gefah­ren im Gebäu­de erga­ben. Kräf­te unter Atem­schutz soll­ten den Kamin aus dem Dreh­lei­ter­korb kehren. 

Da der Bezirks­schorn­stein­fe­ger­meis­ter nicht zu errei­chen war, muss­te Feu­er­wehr-Chef Tho­mas Tem­mann, von Berufs­we­gen selbst Schorn­stein­fe­ger­meis­ter, selbst zum Kehr­be­sen grei­fen. Bei der Kon­trol­le des Kamin­schach­tes konn­te in einem Ver­sprung eine star­ke Ver­stop­fung fest­ge­stellt wer­den, die sich selbst mit einem Besen und Zug­ge­wicht nicht lösen ließ. Schließ­lich wur­de der Bereich mit einem Stemm­ham­mer geöffnet. 

Die Feu­er­wehr bekämpf­te den Kamin­brand. Foto: Feu­er­wehr Werne

Nach­dem die Ver­stop­fung gelöst war, stell­ten Tem­mann und sei­ne Kame­ra­den einen star­ken Fun­ken­flug aus dem Schorn­stein fest, so dass der kom­plet­te Kamin gerei­nigt wer­den muss­te. Vor­sorg­lich wur­de eine Was­ser­ver­sor­gung auf­ge­baut und Feu­er­lö­scher auf jeder Eta­ge plat­ziert, um im Brand­fall schnell ein­grei­fen zu können. 

Feu­er­wehr-Chef Tho­mas Tem­mann rät: „Beim Ver­dacht auf einen Schorn­stein­brand ist es daher in jedem Fall ange­ra­ten, die Feu­er­wehr früh­zei­tig zu alar­mie­ren.” Foto: Feu­er­wehr Werne

„Kamin- oder bes­ser Schorn­stein­brän­de sind auf­grund der Arbeit der Schorn­stein­fe­ger heu­te eher sel­ten gewor­den. Die regel­mä­ßi­ge Rei­ni­gung bewirkt, dass sich Ruß nicht in grö­ße­ren Men­gen dort abla­gern und dann ent­zün­den kann”, erläu­ter­te Brand­in­spek­tor Tobi­as Tenk. Sehr oft wür­den Schorn­stein­brän­de ver­ur­sacht, wenn die Betrei­ber von Kamin­öfen unge­eig­ne­te Brenn­ma­te­ria­li­en ver­wen­den. Behan­del­tes oder nas­ses, nicht­aus­rei­chend abge­la­ger­tes Holz kön­nen eben­falls Ursa­chen für Schorn­stein­brän­de sein. 

Ein Trupp kon­trol­lier­te mit der Wär­me­bild­ka­me­ra im Gebäu­de den Ofen mit samt dem Kamin vom Kel­ler bis zum Dach, ob sich dort durch die hohen Tem­pe­ra­tu­ren im Kamin Gefah­ren im Gebäu­de erga­ben. Foto: Feu­er­wehr Werne

Die eigent­li­che Gefahr sei dann die Hit­ze­ent­wick­lung im Schorn­stein. „Die­se wird durch den Kamin durch das Wohn­haus geführt. Die Kon­takt­flä­chen zu den Wän­den der Wohn­räu­me kön­nen dann beim Abbren­nen extrem heiß wer­den. Tape­ten oder an der Wand ange­stell­te Möbel kön­nen sich dann ent­zün­den und in Brand gera­ten”, so Tenk weiter.

Nach­dem die Eigen­tü­me­rin belehrt wur­de, einen Schorn­stein­fe­ger zu kon­sul­tie­ren und den Ofen nicht mehr zu betrei­ben, wur­de die Ein­satz­stel­le um 21.45 Uhr an die­se über­ge­ben. Im Ein­satz waren 22 Ein­satz­kräf­te mit fünf Fahr­zeu­gen sowie der Ret­tungs­dienst und die Poli­zei aus Werne.

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