Freitag, Oktober 7, 2022

Feuerwehr-Chef Temmann blickt auf Unwetter am 14. Juli 2021 zurück

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Wer­ne. In den Nach­mit­tags­stun­den des 14. Juli 2021, heu­te vor einem Jahr, setz­te in Wer­ne jener Stark­re­gen ein, den die Wet­ter­diens­te ange­kün­digt hatten.

Im Nu galt für die gro­ßen Pflas­ter­flä­chen in der Fuß­gän­ger­zo­ne „Land unter“, muss­ten die Pas­san­ten, die noch unter­wegs waren, nahe­zu knö­chel­tief durchs Was­ser waten. „Zehn Minu­ten nach Beginn des Regens gin­gen bei uns die ers­ten Alar­mie­run­gen ein“, erin­ner­te sich Stadt­brand­in­spek­tor Tho­mas Tem­mann im Gespräch mit WERN­Eplus an die von dann an unun­ter­bro­che­ne Ket­te von Einsätzen.

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„Das war sicher eines der größ­ten Ereig­nis­se der ver­gan­ge­nen Jah­re“, ord­ne­te der Chef der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Wer­ne ein und ergänz­te: „Wer­ne war zum Glück nicht so hart betrof­fe­nen und es sind auch kei­ne Men­schen zu Scha­den gekom­men“, blick­te er auf die ver­hee­ren­den Flut­fol­gen im Ahr­tal und am Niederrhein.

Schnel­les Han­deln der 80 bis 90 alar­mier­ten Ein­satz­kräf­te war gleich­wohl gefragt. So hat­te sich an Kreu­zung Münsterstraße/ Han­sa­ring (Auto­haus Schmidt) viel Was­ser ange­sam­melt und die­se für Autos und ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer unpas­sier­bar gemacht. Da sei­en den­noch eini­ge hin­ein­ge­fah­ren, bevor die Kreu­zung von der Feu­er­wehr abge­sperrt wur­de, schil­der­te Temmann.

Im St.-Christophorus-Krankenhaus droh­ten zudem die Tech­nik­räu­me voll­zu­lau­fen. Die Lage hat­te man aber schnell und rou­ti­niert in den Griff bekom­men, wen­de­ten die Feu­er­wehr­leu­te grö­ße­ren Scha­den ab.

Schwer zu schaf­fen mach­ten die Was­ser­mas­sen auch einem Land­wirt an der Varn­hö­ve­ler Stra­ße. Von den Fel­dern waren Was­ser und Schlamm in die Stäl­le gelau­fen. „Die Pfer­de dort stan­den im Was­ser“, schil­der­te er die Situa­ti­on, die die Feu­er­wehr schließ­lich mit Abpum­pen und Sand­sä­cken absi­cher­te. An Kör­ner- und Les­sing­stra­ße, wo das Was­ser durch die Gär­ten floss, wur­de eben­falls mit Sand­sä­cken gegengesteuert.

Und am spä­ten Abend, als alle Wer­ner Ein­sät­ze abge­ar­bei­tet waren, lie­fen bei Tem­mann noch Bit­ten um Unter­stüt­zung aus der Nach­bar­schaft ein. „Als ich nach­ge­fragt habe, gin­gen sofort 20 Hän­de hoch“, schil­dert der Wer­ner Feu­er­wehr-Chef stolz die Ein­satz­be­reit­schaft. „Wir sind ja auch mal auf Hil­fe ange­wie­sen“, ergänz­te er zum Selbst­ver­ständ­nis der Ret­ter untereinander.

Thomas Temmann, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Werne. Foto: Gaby Brüggemann
Tho­mas Tem­mann, Chef der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Wer­ne. Foto: Gaby Brüggemann

Zusam­men­ar­beit noch wei­ter optimiert

Im Nach­gang des Stark­re­gen-Ereig­nis­ses hat man die Zusam­men­ar­beit von Feu­er­wehr, Ord­nungs­amt und Tech­ni­schen Hilfs­werks noch wei­ter opti­miert. So tref­fe man sich vor gro­ßen Ereig­nis­sen zur Lage­be­spre­chung in der Ein­satz­zen­tra­le der Feu­er­wehr im Gerä­te­haus Mit­te, um das gemein­sa­mes Han­deln zu koor­di­nie­ren. Zudem habe der Kreis Unna als zustän­di­ge Behör­de eine Kreis-Ein­satz­lei­tung geschaf­fen. Auch die Anschaf­fung einer Sand­sack-Füll­an­la­ge im Kreis ist eine Leh­re aus dem Ereignis.

Kurz vor der soge­nann­ten „Jahr­hun­dert­flut“, die wohl kein sin­gu­lä­res Ereig­nis blei­ben dürf­te, hat­te es in Frön­den­berg bereits ein mas­si­ves Hoch­was­ser mit schwer­wie­gen­den Fol­gen gege­ben. Hier half das Wer­ner THW auf Anfor­de­rung des Krei­ses mit dem Befül­len und Lie­fern von Sand­sä­cken in die betrof­fe­nen Gebie­te aus.

Bei den Ein­sät­zen am 14. Juli hat­te in Wer­ne Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr und THW, koor­di­niert von der Ret­tungs­leit­stel­le, eng zusam­men­ge­ar­bei­tet. Das war super, schil­der­te Tem­mann die Zusam­men­ar­beit, über die man sich bei einem gemein­sa­men Diensta­bend im Nach­gang aus­tausch­te. Geplant sei künf­tig außer­dem eine gemein­sa­me Übung. Dabei gehe es dar­um, die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Hilfs­kräf­te vertiefen.

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