Donnerstag, Dezember 8, 2022

Energiekrise erwischt Solebad: Zuschuss erreicht Rekordhöhe

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Wer­ne. Käm­me­rer Mar­co Schul­ze Becking­hau­sen blick­te Ende Sep­tem­ber 2022 schon mit Sor­gen­fal­ten auf den kom­men­den Haus­halt. Wie bereits erwar­tet schlägt die Ener­gie­kri­se nun auch beim Sole­bad Wer­ne gna­den­los zu. 

„Das schlägt dem Fass den Boden aus”, sag­te Frank Gründ­ken, Geschäfts­füh­rer der Natur-Sole­bad Wer­ne GmbH, im zustän­di­gen Aus­schuss am Don­ners­tag (24.11.2022) mit Blick auf den zu erwar­ten­den Zuschuss der städ­ti­schen Bäder­be­trie­be an die Bad-GmbH in Höhe von rund 4 Mil­lio­nen Euro im nächs­ten Jahr.

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Zum Ver­gleich: Im Jahr 2021 lag der Fehl­be­trag bei rund 2,2 Mil­lio­nen Euro. Folg­lich müss­ten auch die Ein­tritts­prei­se ange­ho­ben werden.

„Das ist eine dra­ma­ti­sche Erhö­hung. Der Zuschuss­be­darf ist aus­schließ­lich auf die um ein Viel­fa­ches gestie­ge­nen Gas­prei­se zurück­zu­füh­ren”, so Gründ­ken wei­ter. Allein für das Jahr 2023 erge­be sich eine Stei­ge­rung aus dem Wirt­schafts­plan 2022 (ca. 300.000 Euro) um mehr als das acht­fa­che im Plan 2023 (Wert: 2,756 Mil­lio­nen Euro).

Mög­li­che Ent­las­tun­gen aus von der Bun­des­re­gie­rung geplan­ten Ent­las­tungs­pa­ke­ten zur Bewäl­ti­gung der Gas­preis­kri­se stan­den zum Zeit­punkt der Auf­stel­lung des Wirt­schafts-
pla­nes noch nicht fest, aktu­ell auch nicht abseh­bar und sei­en somit nicht berück­sich­tigt, hieß es weiter.

Beim Abschluss eines neu­en Gas­lie­fer­ver­tra­ges habe man die „höchs­te Wel­le erwischt”, gestand Bad­lei­ter Jür­gen Thö­ne: „Hät­ten wir wei­ter mit der Aus­schrei­bung gewar­tet, hät­ten wir womög­lich gar kein Gas mehr gekriegt.” Zwei­tes Pro­blem: Ein Wett­be­werb habe nicht statt­ge­fun­den, es habe nur einen Anbie­ter gege­ben. Aktu­ell sei die Redu­zie­rung des Fehl­be­trags um rund 500.000 Euro auf­grund etwas güns­ti­ge­rer Gas-Kilo­watt­stun­den in Sicht, ergänz­te Frank Gründken.

Der Bäder­be­trieb der Stadt Wer­ne muss dem­nach die jähr­li­chen Ertrags­zu­schüs­se an die Natur-Sole­bad Wer­ne GmbH leis­ten, um die sich erge­ben­den Jah­res­fehl­be­trä­ge bei der GmbH zu decken. „Die Ver­lust­über­nah­me hat der Steu­er­zah­ler nun zu leis­ten. Daher ist es nur fol­ge­rich­tig, auch unse­re Gäs­te an der Las­ten­ver­tei­lung zu betei­li­gen”, begrün­de­te Grün­den die Erhö­hung der Ein­tritts­prei­se zum 1. Janu­ar 2023 – und zwar in Höhe von rund zehn Pro­zent bei den Erwach­se­nen sowie fünf Pro­zent bei Kin­dern und Jugendlichen. 

„Das hal­ten wir für akzep­ta­bel und durch­setz­bar. Ich beto­ne: Die­se Erhö­hung hat nichts mit der Ein­füh­rung des Tarif­s­ver­tra­ges zu tun, son­dern liegt ein­zig und allein an den extrem gestie­ge­nen Ener­gie­kos­ten”, so Frank Gründken. 

Gerin­ge Erhö­hung der Prei­se für Kin­der und Jugendliche

So müs­sen Erwach­se­ne ab dem 1. Janu­ar bei­spiels­wei­se für eine 2‑Stun­den-Kar­te statt der bis­he­ri­gen 5,20 Euro im Fami­li­en- und Sport­be­reich 5,80 Euro zah­len. Im Sole­be­reich steigt der Preis für eine Tages­kar­te von 11,60 Euro auf 12,80 Euro. Jür­gen Thö­ne: „Trotz der Explo­si­on der Ener­gie­kos­ten haben wir uns für eine mode­ra­te Erhö­hung entschieden.“

Wei­ter­hin möch­te das Sole­bad Wer­ne es Kin­dern und Jugend­li­chen ermög­li­chen, den Schwimm­sport pro­blem­los aus­zu­üben. „Als Schwimm­bad haben wir einen Bil­dungs­auf­trag. Die­sem möch­ten wir in jedem Fall nach­kom­men.“ Kin­der und Jugend­li­che zah­len somit für eine Tages­kar­te im Fami­li­en- und Sport­bad 4,20 Euro, für eine Tages­kar­te in der Sole 8 Euro. Die belieb­te Som­mer­fe­ri­en­kar­te ist von den Preis­er­hö­hun­gen aus­ge­nom­men und bleibt damit wei­ter­hin bei 25 Euro.

Preisübersicht auf der Webseite 

Eine detail­lier­te sowie aktua­li­sier­te Über­sicht der Ein­tritts­prei­se fin­den Besucher/innen ab dem 1. Janu­ar auf der Web­site des Sole­bad Wer­ne.

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