Mittwoch, August 10, 2022

Denkmalserie: Stabile Bögen verbinden Menschen

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Wer­ne. Vor etwa 300 Jah­ren wur­de sie zu einem wich­ti­gen Bestand­teil der Ver­bin­dung zwi­schen Wer­ne und Müns­ter, heu­te steht sie nahe­zu ver­ges­sen am Ende einer Sack­gas­se und bie­tet Fuß­gän­gern und Rad­fah­rern einen siche­ren Über­gang: Die Hor­ne­bach­brü­cke an der Goe­rdeler­stra­ße zählt zu den ältes­ten Über­we­gen in Werne.

Die gemau­er­te Bogen­brü­cke ist ein gut erhal­te­nes Zeug­nis für den Wege- und Brü­cken­bau des begin­nen­den 18. Jahr­hun­derts in West­fa­len. Von Her­bern kom­mend, fließt die Hor­ne an der Wer­ner Innen­stadt vor­bei, macht einen Bogen um den Stadt­see und mün­det in die Lip­pe. Der 12,6 Kilo­me­ter lan­ge Bach ist eine natür­li­che Gren­ze und muss über­wun­den wer­den auf dem Weg nach Nor­den ins Münsterland.

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Die Brü­cke, im Ver­lauf der Alten Müns­ter­stra­ße gele­gen, weist auf die­se bedeu­ten­de Wege­ver­bin­dung hin. Wie einer Inschriften­ta­fel zu ent­neh­men ist, war der Auf­trag­ge­ber des Bau­werks der Fürst­bi­schof Fried­rich-Chris­ti­an von Plet­ten­berg (1688–1706), der u.a. die Schlös­ser Nord­kir­chen und Ahaus bau­en ließ. Der Fürst­bi­schof war sei­ner­zeit auf den inne­ren Aus­bau sei­nes Lan­des bedacht und küm­mer­te sich um die Ver­bes­se­rung der Stra­ßen, rich­te­te neue Post­ver­bin­dun­gen ein und reor­ga­ni­sier­te Beam­ten­tum und Verwaltung.

Bogen­brü­cken aus Stein wie die Brü­cke in Wer­ne zäh­len zu den ältes­ten Über­we­gen. Der Bogen war über vie­le Jahr­hun­der­te die ein­zi­ge Form, mit stei­ner­nen Brü­cken gro­ße Spann­wei­ten zu erzie­len. Begrün­det liegt dies in der hohen Druck­fes­tig­keit der Stei­ne. Bei der Bau­aus­füh­rung wer­den alle keil­för­mig behaue­nen Stei­ne auf einen gemein­sa­men Mit­tel­punkt aus­ge­rich­tet. Ein soge­nann­tes Lehr­ge­rüst nimmt die Last der Stei­ne und des Mör­tels auf. Erst mit dem Ein­bau des Schluss­steins am höchs­ten Bogen­punkt wird das Gebil­de trag­fä­hig. Jeder Stein wird nun­mehr von den bei­den Nach­barstei­nen gehal­ten und kann sich daher nicht mehr aus dem Bogen lösen.

Eine genaue bau­his­to­ri­sche Unter­su­chung nah­men Fach­leu­te 1995 im Rah­men der Restau­rie­rung des Bau­werks vor. Die bei­den Rund­bö­gen sowie der Mit­tel­pfei­ler bestehen aus gelb­grau­em Bruch­stein­mau­er­werk. Die angren­zen­den vier Böschungs­mau­ern sind eben­falls in Sand­stein aus­ge­führt. Dicht neben­ein­an­der geramm­te Pfäh­le mit dar­über lie­gen­dem Hori­zon­tal­bal­ken bil­den das Fundament.

Der Brü­cken­bau war zu jener Zeit eine lan­des­herr­li­che Auf­ga­be. Foto: Altstadtfreunde

Bei den Sanie­rungs­maß­nah­men an der Hor­ne­brü­cke wur­de der in drei Tei­le zer­bro­che­ne Rest einer stei­ner­nen Inschrif­ten­plat­te gefun­den. Die Vor­der­sei­te weist in der obe­ren Hälf­te eine Kar­tu­sche mit einem drei­zei­li­gen Chro­no­gramm, in der unte­ren Hälf­te ein recht­ecki­ges Inschrif­ten­feld mit einer vier­zei­li­gen Inschrift auf. Die auf­wen­di­ge Inschriften­ta­fel an dem rela­tiv beschei­de­nen Bau­werk füh­ren die His­to­ri­ker dar­auf zurück, dass der Brü­cken­bau zu jener Zeit eine lan­des­herr­li­che Auf­ga­be war.

WERN­Eplus prä­sen­tiert zusam­men mit dem Ver­ein „Freun­de des his­to­ri­schen Stadt­kerns Wer­ne” Denk­mä­ler der Lip­pe­stadt; in der gedruck­ten Zei­tung und auch online.

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