Mittwoch, Oktober 5, 2022

An(ge)dacht: Verlieren und finden

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Wer­ne. Sehr ärger­lich: ein Fahr­rad­schlüs­sel ist ver­lo­ren gegan­gen. Auch nach gründ­li­chem Suchen bleibt er ver­schwun­den. Nun muss der Ersatz­schlüs­sel reichen. 

Sehr erfreu­lich: Das schon abge­schrie­be­ne Hör­ge­rät fin­det sich an unwahr­schein­li­cher Stel­le wie­der. Gro­ße Erleich­te­rung! Jeder Mensch kennt das, wenn sich ver­lo­ren Geglaub­tes wiederfindet.

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Sicher erin­nern auch Sie sich gut, was Sie schon so alles ver­lo­ren, gesucht und wie­der­ge­fun­den haben. Genau­so gut kann man sich oft an die Gefüh­le erin­nern, die einen dabei befal­len: Sor­gen, Ängs­te, Trau­rig­keit, Wut über die eige­ne angeb­li­che Nach­läs­sig­keit. Und dann die Freu­de, Erleich­te­rung beim Fund, der Aus­ruf: da ist es ja! Ger­ne teilt man es ande­ren mit: ich habe es wiedergefunden!

Viel schlim­mer ist es, wenn ein Mensch ver­lo­ren geht: Jemand aus der Rei­se­grup­pe erscheint nach dem Aus­flug nicht am Treff­punkt – im tru­beli­gen Frei­zeit­park sind plötz­lich zwei nicht mehr dabei, und eine hek­ti­sche Suche beginnt. Freund­schaf­ten enden, Kin­der tren­nen sich von den Eltern. Auch durch den Tod ver­lie­ren wir gelieb­te Menschen.

An die­sem Sonn­tag hören wir im katho­li­schen Got­tes­dienst drei Bege­ben­hei­ten, wo etwas oder jemand ver­lo­ren gegan­gen ist. Das ver­lo­re­ne Schaf, die ver­lo­re­ne Geld­mün­ze, der ver­lo­re­ne Sohn. Es sind aber nicht nur ein­fach All­tags­ge­schich­ten – es sind soge­nann­te Gleichnisse.

Der Evan­ge­list Lukas, der sie zu Beginn des 15. Kapi­tels auf­ge­schrie­ben hat, ver­gleicht die Erfah­run­gen aus unse­rem mensch­li­chen All­tag mit unse­ren Glau­bens­er­fah­run­gen. Gott ist wie der Schä­fer, der das ver­lo­re­ne Schaf sucht und nicht auf­gibt, bis er es gefun­den hat. Gott ist wie die Frau, die das Unters­te nach oben kehrt, bis sie das ver­lo­re­ne Geld­stück ent­deckt. Gott ist wie der Vater, der sei­nem jün­ge­ren (und auch älte­rem!) Sohn die Frei­heit schenkt, eige­ne Wege zu gehen. Er ist aber auch der Vater, der sich voll Her­zens­gü­te und Lie­be sei­nem in die Irre gegan­ge­nem Sohn zuwen­det, ihn in die Arme schließt und ein gro­ßes Wie­der­se­hens­fest feiert.

Ich wün­sche Ihnen, dass die­se wun­der­ba­ren Gleich­nis­se Sie in der kom­men­den Woche beglei­ten, auch Ihre per­sön­li­che Ein­stel­lung zu sich selbst und zu ande­ren. Denn das ist eine unse­rer tröst­lichs­ten Glau­bens­wahr­hei­ten: Gott geht jedem von uns nach, sucht nach uns, freut sich, wenn er uns fin­det, und holt uns heim. Gottseidank!

Vero­ni­ka Hemb­rock, Pas­to­ral­re­fe­ren­tin in Wer­ne St. Christophorus

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