Donnerstag, Dezember 9, 2021

Wunschbaum-Aktion gerettet: Werne GUTscheine statt Geschenke

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Aktu­al­isiert (16.11.2021):

Werne. Jet­zt haben alle Beteiligten der Wun­schbaum-Aktion noch ein­mal die Köpfe zusam­mengesteckt und eine Lösung des Daten­schutzprob­lems gefun­den. Dabei hat man Unter­stützung ein­er Exper­tin erhalten.

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„Wir lassen die Sterne neu druck­en und geben sie zusam­men mit den Hin­weisen zum Daten­schutz aus. Dann kön­nen diese aus­ge­füllt in Urnen gesteckt wer­den. Wo diese Behäl­ter aufgestellt wer­den, teilen wir noch mit“, berichtete Uta Leisen­tritt gegenüber WERNE­plus. Sie dank­te der Daten­schutz-Exper­tin San­dra Eckardt aus Werne für die spon­tane Hilfestellung.

Aus Zeit­grün­den sei es nicht mehr möglich, Geschenke zu bestellen und zu ver­pack­en. Stattdessen stün­den Werne GUTscheine im Wert von je 20 Euro für die Mäd­chen und Jun­gen aus finanziell schwachen Fam­i­lien bere­it. „Damit kön­nen sie dann für ihr Kind ein Geschenk direkt in Werne kaufen“, erläutert Uta Leisentritt.

Offen sei, ob die Kirchenge­meinde, die bekan­ntlich Bedenken angemeldet hat­te, diese Form des Wun­schbaumes akzep­tiert, so Leisen­tritt abschließend.

Die Organ­isatoren bit­ten nun um Spenden auf fol­gen­des Kon­to der Stadt Werne:

IBAN DE85 4415 2370 0000 0001 33
Ver­wen­dungszweck K90014123

Ursprüngliche Mel­dung:

Werne. Die Wun­schbaum-Aktion, mit der seit zwölf Jahren rund 400 Wei­h­nachts­geschenke für bedürftige Kinder gesam­melt wer­den, fällt in diesem Jahr aus. Grund sind Daten­schutzbe­denken der katholis­chen Pfar­rge­meinde. Das teilte Mit-Organ­isatorin Uta Leisen­tritt am Mon­tag (15. Novem­ber) mit.

Eigentlich stand der Ter­min für die Auf­stel­lung des Wun­schbaums mit den Ster­nen, auf denen die Wün­sche der Kinder aus sozial benachteiligten Fam­i­lien zwis­chen null und 14 Jahren notiert sind, schon fest: Mor­gen, Dien­stag, woll­ten die Koop­er­a­tionspart­ner die Tanne in der Haupt­stelle der Sparkasse an der Lippe in Werne wieder schmück­en. Daraus wird nun nichts.

„Die katholis­che Kirche hat Sor­gen um den Daten­schutz angemeldet. Und zwar so kurzfristig, dass die Aktion in diesem Fall aus­fall­en muss“, berichtete Uta Leisen­tritt. Am ver­gan­genen Dien­stag (9. Novem­ber) seien erst die Bedenken vor­ge­tra­gen wor­den, die Sterne seien da aber schon fer­tig zum Aufhän­gen gewesen.

„Schade, dass der Hin­weis erst so spät kam. Dann hät­ten wir die Sterne noch mit einem Daten­schutzver­merk aus­ges­tat­tet und den Wun­schbaum ret­ten kön­nen“, ärg­ert sich Leisen­tritt. Selb­stkri­tisch sagt sie: „Wir haben uns in all den Jahren keine Gedanken über den Daten­schutz gemacht. Wir sind ein Zusam­men­schluss von Ehre­namtlichen, die ein­fach nur etwas Gutes tun wollen.“

Auf den Ster­nen, die am Baum in der Sparkasse sicht­bar hän­gen, sind lediglich notiert: Wun­sch, Alter und Geschlecht sowie eine Num­mer zur späteren Zuord­nung; dazu passend ein zweit­er Stern mit allen Dat­en, aber nur für sie selb­st ein­se­hbar. Daraus entste­he eine voll­ständi­ge Liste mit Namen und Adressen der Kinder, denen eine Freude zum Wei­h­nachts­fest gemacht wer­den soll, erläutert Leisen­tritt. Und weit­er: „Ich bestelle die Spiel­sachen, ordne die Num­mern zu und packe in stun­den­langer Arbeit die über 400 Geschenke ein, die dann im Pfar­rheim abge­holt wer­den können.“

Auf Nach­frage von WERNE­plus bestätigte Ste­fanie Hei­der, Ver­bundleitung der Kindertagesstät­ten St. Johannes, St. Christopho­rus, St. Sophia und Maria Frieden, die Sor­gen seit­ens der katholis­chen Kirche: „Unsere Einrichtungsleiter/innen sind nicht befugt, solche sen­si­blen Dat­en an Dritte her­auszugeben, und sei es auch nur eine Per­son.” Kri­tisch sehe man auch die Stig­ma­tisierung der Men­schen, die sich inner­halb von zwei Stun­den an promi­nen­ter Stelle in der Stadt die Geschenke abholen müssten.

Der Lösungsvorschlag der Kirchenge­meinde St. Christopho­rus sieht laut Hei­der fol­gen­der­maßen aus: Die Namen wer­den ver­fremdet, so dass nur die einzel­nen Kita-Leitun­gen die Sterne zuord­nen kön­nen. Diese wür­den die Geschenke im Pfar­rheim auch abholen und schließlich in der Ein­rich­tung verteilen.

Von der Absage der Aktion zeigte sich Ste­fanie Hei­der über­rascht: „Wir hät­ten gerne wieder mit­gemacht, wenn die Daten­schutz­grund­verord­nung einge­hal­ten wird. Das hätte mit unseren Ideen funktioniert.“

„Mit dem Vor­wurf des Daten­miss­brauchs ist in heutiger Zeit nicht zu spaßen. Deswe­gen haben wir schw­eren Herzens die Reißlin­ie ziehen müssen“, so Uta Leisen­tritt abschließend.

So lief die Aktion in den ver­gan­genen Jahren

Wer einem Kind aus Werne mit einem Spielzeug eine Freude bere­it­en wollte, kon­nte den jew­eili­gen Stern vom Wun­schbaum nehmen und damit zum Bankschal­ter gehen. Auf ein Spendenkon­to der Stadt Werne wurde für jedes Geschenk jew­eils 20 Euro eingezahlt, mit denen die Helfer/innen des Run­den Tis­ches dann die entsprechen­den Geschenke für die Mäd­chen und Jun­gen kauften und ein­pack­ten. Spenden­quit­tun­gen wur­den ausgestellt. 

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