Donnerstag, September 29, 2022

Wolf tappt in Werne in die Fotofalle: Erster Nachweis im Kreis

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Wer­ne. Nur weni­ge Kilo­me­ter ent­fernt vom Denk­mal des „Letz­ten Wolfs von West­fa­len“ in Her­bern ist jetzt erst­mals ein Wolf auf Wer­ner Gebiet in eine Foto­fal­le getappt. „In den frü­hen Mor­gen­stun­den des 13. März 2021 wur­de ein Wolf an einem Feld­rand in Wer­ne von einer Foto­fal­le erfasst“, schreibt das Lan­des­amt für Natur, Umwelt und Ver­brau­cher­schutz (LANUV) in einer Pres­se­mit­tei­lung vom 9. April den ers­ten Wolfs­nach­weis im Kreis Unna. 

„Die Auf­nah­men wur­den von der Doku­men­ta­ti­ons- und Bera­tungs­stel­le des Bun­des zum The­ma Wolf (DBBW) geprüft. Über Geschlecht, Iden­ti­tät und Ver­bleib des Tie­res ist nichts bekannt“, heißt es in der Mit­tei­lung wei­ter. „Das ist der ers­te Nach­weis im Kreis Unna“, bestä­tig­te LANUV-Pres­se­spre­cher Wil­helm Dei­ter­mann am Mon­tag (12. April) gegen­über WERNEplus.

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Foto und Video mit den Auf­nah­men eines wolfs­ähn­li­chen Tiers – auf­ge­nom­men in Holt­hau­sen-Schmin­trup – hat­te der Eigen­tü­mer am Sonn­tag (4. April) aus­ge­le­sen und sich damit an den Hege­ring Wer­ne gewandt, erläu­ter­te der Obmann für Öffent­lich­keits­ar­beit, Klaus Jür­gen Buse, auf Nach­fra­ge. Beim ver­ein­bar­ten Orts­ter­min mit dem Eigen­tü­mer, der Unte­ren Jagd­be­hör­de, DBBW sowie der Wolfs­be­ra­te­rin im Kreis Unna, Danie­la Bei­se­mann, wur­den die Auf­nah­men über­prüft, veri­fi­ziert und an das LANUV wei­ter­ge­lei­tet, schil­der­te Buse das in sol­chen Fäl­len übli­che Pro­ze­de­re. Dabei wer­de bei­spiels­wei­se über­prüft, ob die Auf­nah­men ein Tier der Spe­zi­es zei­gen und tat­säch­lich aus der Kame­ra stam­men könn­ten. „Das war sehr wohl ein Wolf“, sag­te er zum Ergeb­nis der Prüfung.

Im „Wolfs­ge­biet Scherm­beck“ in NRW mit dem gro­ßen Wald­ge­biet Hohe Mark sei das Vor­kom­men eines Rudels mit Eltern und min­des­tens einem Wel­pen belegt, sag­te der LANUV-Spre­cher. Neben Bild­do­ku­men­ta­tio­nen stüt­ze sich das Wolfs­mo­ni­to­ring vor allem auf die Ana­ly­se von DNA-Mate­ri­al, das zum Bei­spiel beim Riss eines Wild­tie­res durch den Wolf oder anhand von Gen­spu­ren wie Fell oder Losung (Kot) zurück­blie­ben. Die wis­sen­schaft­li­che Ana­ly­se der DNA-Spu­ren über­neh­me ein Bun­des­in­sti­tut, die Bild­do­ku­men­tio­nen der DBBW, sag­te Dei­ter­mann zur Zusam­men­ar­beit mit Exper­ten des Bundes.

Anders als beim Wolfs­vor­kom­men in Scherm­beck war der in Wer­ne abge­lich­te­te Wolf wohl nur auf der Durch­rei­se. Dafür spre­che, dass in kei­ner ande­ren Foto­fal­le in der Umge­bung ein wei­te­rer Nach­weis gelun­gen sei, schil­der­te Klaus Jür­gen Buse. Auf der Suche nach einem Revier leg­ten Wöl­fe auch grö­ße­re Stre­cken zurück und wan­der­ten nachts zig Kilo­me­ter, erklär­te er. „Irgend­wann war damit zu rech­nen“, kom­men­tier­te er den nun nach­ge­wie­sen Durch­zug eines Wolfes.

„Es rücken häu­fi­ger Tie­re aus Nie­der­sach­sen nach“, sag­te auch Danie­la Bei­se­mann zu den Wan­de­rungs­be­we­gun­gen der Wöl­fen von Osten nach Wes­ten. Es gebe inzwi­schen mehr Leu­te, die Foto­fal­len instal­lier­ten. Auch in der Jäger­schaft habe die Sen­si­bi­li­sie­rung in Sachen Wolf zuge­nom­men, mein­te sie. Grund­sätz­lich sei der Wolf sehr oppor­tu­nis­tisch und kön­ne sich gut anpas­sen. Für die Auf­zucht sei­ner Wel­pen sei für den Wolf ein aus­rei­chen­der Fut­ter­be­stand und ein ruhi­ger abge­schie­de­ner Platz entscheidend.

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