53 Jahre lang arbeitete Schwester Elisabeth Lünebrink (r.) als Missionsschwester in Namibia. Am 17. April starb sie im Alter von 82 Jahren. Wie Schwester Antonia Mersch (l.) stammte Schwester Elisabeth aus Werne. Foto: Gerhard Pollmann
53 Jahre lang arbeitete Schwester Elisabeth Lünebrink (r.) als Missionsschwester in Namibia. Am 17. April starb sie im Alter von 82 Jahren. Wie Schwester Antonia Mersch (l.) stammte Schwester Elisabeth aus Werne. Foto: Gerhard Pollmann
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Werne. Eine traurige Nachricht erreichte die Kirchengemeinde St. Christophorus in Werne aus Namibia: Im Alter von 82 Jahren starb am 17. April 2021 Schwester Elisabeth Lünebrink. Ein Nachruf von Jörg Stengl.

Die aus Werne stammende Ordensschwester arbeitete 53 Jahre lang in Namibia und gehörte zur namibischen Provinz. Schwester Elisabeth wurde am 2. September 1938 als Juliana Lünebrink in Werne geboren. Sie trat am 25. März 1965 in die Kongregation der „Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes“ ein und begann ihr Noviziat am 11. Februar 1966 in Münster.

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Die Ordensgemeinschaft arbeitet weltweit in Missionsstationen und engagiert sich im pastoralen, pädagogischen und sozialen Bereich. Am 7. Juni 1968 ging Schwester Elisabeth mit der ebenfalls aus Werne stammenden Schwester Antonia Mersch nach Namibia. Hier legte sie am 11. Februar 1973 die ewige Profess ab.

1963 hatte die deutsche Provinz die Missionsstation in Namibia gegründet. Lange Jahre lebte Schwester Elisabeth auf der Missionsstation in Dornfeld im Osten des Landes, dem heutigen Mutterhaus der Provinz Namibia. Sie baute die heutige Provinz auf und leitete sie später. 17 Jahre lang war sie Noviziatsleiterin, sechs Jahre Regionaloberin, sieben Jahre Provinzoberin. „Sie hat sich mit allen Kräften bemüht, die einheimischen Schwestern zu führen und zu leiten, sodass diese fähig wurden, die Leitung zu übernehmen. Als diese so weit waren, siedelte Schwester Elisabeth nach Keetmanshoop in den Süden des Landes und übernahm dort weitere pädagogische und pastorale Aufgaben im Kindergarten, in der Vorschule mit Übermittagsbetreuung sowie in der Ausbildung von Laien für die Dienste in der Gemeinde“, erzählt Mitschwester Franziska, die vom Mutterhaus in Münster stets engen Kontakt mit Schwester Elisabeth hielt.

Die Kommunität unterhält außerdem ein Studienhaus für Missionsschwestern, die sich in der Ausbildung befinden. Hier können Schwestern von außerhalb und andere mit der Gemeinschaft verbundene Gäste zeitweise Unterkunft finden.

Schwester Elisabeth war mit Leib und Seele Missionarin und fest in Namibia verwurzelt, doch blieb sie ihrer Heimat Deutschland und Werne stets verbunden, denn „die Heimat vergisst man nicht.“ Über die Familie und die Kirchengemeinde hielt die Ordensschwester Kontakt mit ihrer Heimatstadt. Vier Jugendliche aus Werne absolvierten in den vergangenen Jahren ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Keetmanshoop. Über die Kirchengemeinde St. Christophorus wurden Reisen nach Namibia unternommen. Darüber hinaus unterstützten kirchliche Gruppen mit regelmäßigen Spendensammlungen die Arbeit von Schwester Elisabeth. So wurden Erlöse von Pfarr- und Gemeindefesten nach Namibia überwiesen.

„Mich hat vor allem ihre einfache und sehr mütterliche Art beeindruckt“, schreibt Schwester Franziska in ihrem Beileidsschreiben an die Familie in Werne. „Aber sie war auch konsequent und ausdauernd und sehr gewissenhaft in allen Aufgaben, die ihr übertragen wurden. Sie hat gut zugehört, versucht, die anderen zu verstehen und immer nach den besten Lösungen für alle Seiten gesucht. So habe ich sie in Erinnerung.“

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