In Rekordzeit sorgten einige Mitglieder des Heimatvereins dafür, dass der Außenbereich des Museums wieder in vollem Glanz erstrahlt. Foto: Volkmer
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Werne. Seit 2016 findet die gemeinsame Aktion „Werne putzt sich raus“ statt. Vor einem Jahr musste die Veranstaltung wegen der beginnenden Corona-Pandemie abgesagt werden. Jetzt fand das große Reinemachen trotz einer wieder steigenden Anzahl an Infizierten statt, mit Sicherheitsabstand und überraschend vielen Teilnehmenden.

Parallel mit der Reinigungsaktion in der Stadt wurde am Samstag auch in Langern und Stockum die Putz-Aktion durchgeführt. Im Bereich des Stadtkerns und der Randgebiete hatten sich bereits im Vorfeld 130 Mitmachende angemeldet. „Wir haben einen Rasterplan herausgegeben, so dass die Interessenten uns mitteilen konnten, wo sie aufräumen wollen“, erklärte David Ruschenbaum von der Werne Marketing GmbH. Insgesamt 19 Gruppen aus dem Vereinsleben und von Institutionen sowie privaten Initiativen sammelten so über das Stadtgebiet verteilt Müll aus der Natur auf. „Es haben darüber hinaus viele Familien noch spontan mitgemacht, was uns sehr gefreut hat“, so der Veranstaltungsmanager weiter.

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Im Gegensatz zu den bisherigen Veranstaltungen gab es keinen festen Startzeitpunkt für die Teilnehmenden, sondern lediglich ein Zeitfenster, in dem an den beiden Ausgabestellen in der Innenstadt Müllsäcke, Handschuhe, Besen, Greifzangen und Schaufeln zur Verfügung gestellt wurden. „Wir wollten Menschenansammlungen vermeiden und das hat gut geklappt“, so Ruschenbaum am Ende der Aktion. Auch der gesellige Aspekt, bei dem die Teilnehmer sich zum Abschluss der Müllsammlung mit einer Suppe stärken können, ist in Corona-Zeiten nicht realisierbar, dafür erwartete die Angemeldeten hinterer eine Tüte mit belegtem Brot, Getränk und Süßem. 

Die Aktion „Werne putzt sich raus“ lockte bei gutem Wetter viele Teilnehmer an, die im gesamten Stadtgebiet Müll aufsammelten. Foto: Volkmer

Zu den Müllsammlern gehörte mit Danilo Ulrich auch ein Schüler der Marga-Spiegel-Schule, über dessen Engagement WERNEplus bereits berichtet hat. Mit seinem Fahrrad war der Elfjährige an der Lippe unterwegs gewesen und brachte unter anderem einen entsorgten Feuerwehrlöscher und einen demolierten Mülleimer zu einem von der Firma RCS aufgestellten Container. „Es gibt Leute, die absichtlich einen Mülleimer zerstören, während andere sich darüber ärgern, dass es zu wenige gibt“, zeigte sich der Schüler, der bereits am Vortag mit seinen Klassenkameraden Max Göller im Sammeleinsatz war, von seinen Fundstücken überrascht. Im Außenbereich des Museums präsentierten sich Mitglieder des Heimatvereins als eingespieltes Team und sorgten in überschaubarer Zeit für einen kompletten Frühjahrsputz. Wernes Altbürgermeister Willi Lülf zeigte sich aufgrund der vielen Helfer zufrieden: „Bei Bedarf hätten sogar noch mehr Mitglieder mitgemacht.“

Um möglichst bequem von Sammelpunkt zu Sammelpunkt zu gelangen, waren die Freunde Finn Dahlkamp und Nils Linnemann (r.) in Stockum mit einem Go-Kart samt Anhänger unterwegs. Foto: Volkmer

Auch in Stockum war die Resonanz auf den Frühjahrsputz gut. „Es haben sich rund 75 Erwachsene und 40 Kinder beteiligt“, berichtete Dirk Herde, der zu den fleißigen Sammlern gehörte, die in 30 Kleingruppen im Einsatz waren. Um möglichst bequem von Sammelpunkt zu Sammelpunkt zu gelangen, waren die Freunde Finn Dahlkamp und Nils Linnemann mit einem Go-Kart samt Anhänger unterwegs. Die beiden Schüler waren nicht zum ersten Mal dabei. „Wir fahren gleich noch zur Grillhütte, da liegt immer viel Müll rum“, war sich das Duo einig. In Langern sammelten zeitgleich rund 40 Personen Abfall und Unrat auf, insgesamt nahmen so knapp 300 Personen an der Aktion teil.

Beim Addieren der Teilnehmerzahlen kam Ruschenbaum ins Schwärmen: „Das ist sehr erfreulich, vor allen Dingen, dass viele Kinder mitgemacht haben. Wir freuen uns sehr über die große Resonanz und danken allen, die dabei gewesen sind, für ihre Unterstützung.“ Auch in Horst vor zwei Wochen war das der Fall. Diese hatte nicht nur mit dem guten Wetter zu tun. „Ich habe schon das Gefühl gehabt, dass viele Menschen froh waren, zu einem einmal wieder raus zu können und andere Menschen zu sehen“, vermutete der Mitarbeiter von Werne Marketing.

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