Dienstag, März 21, 2023

St. Konrad-Kapelle endlich offiziell eingeweiht

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Wer­ne. Mehr­fach muss­te der Ter­min wegen der Coro­na­pan­de­mie ver­scho­ben wer­den, am Don­ners­tag­abend (7. Okto­ber 2021) war es end­lich so weit: Die St. Kon­rad-Kapel­le im neu gestal­te­ten Turm der ehe­ma­li­gen Kon­rad­kir­che wur­de offi­zi­ell durch Weih­bi­schof Ste­fan Zekorn eingeweiht. 

Im Vor­feld der Neu­kon­zi­pie­rung habe es „Dis­kus­sio­nen, Trä­nen und dann Coro­na“ gege­ben, wie Pfarrd­e­chant Jür­gen Schä­fer erzähl­te. „Aber es hat sich gefügt“, sag­te er zu Beginn des Got­tes­diens­tes mit spür­ba­rer Erleichterung.

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Etwa 70 Besu­cher hat­ten sich in dem licht­durch­flu­te­ten Kir­chen­raum ein­ge­fun­den. Der von Pater Abra­ham Fischer aus der Abtei Königs­müns­ter künst­le­risch gestal­te­te Raum über­zeug­te durch eine hel­le Farb­ge­stal­tung mit auf­ein­an­der abge­stimm­ten Weiß- und Grau­tö­nen. Har­mo­nisch füg­ten sich Kunst­wer­ke aus der frü­he­ren Kir­che ein, dar­un­ter eine spät­go­ti­sche Pie­ta und eine moder­ne­re Holz­skulp­tur des Namens­pa­trons, des hei­li­gen Kon­rads von Parzham.

Auf ihn bezog sich Weih­bi­schof Zekorn in sei­ner Pre­digt. „Als Pfört­ner von Alt­öt­ting hat­te er nur einen ein­ge­schränk­ten Wir­kungs­kreis“, sag­te er. „Doch Bru­der Kon­rad begeg­ne­te jedem, der an die Pfor­te kam, mit Lie­be und einer tie­fen Men­schen­kennt­nis.“ Das habe vie­le Gäs­te so sehr beein­druckt, dass er von jenen, die ihn kann­ten, bereits zu Leb­zei­ten als Hei­li­ger ver­ehrt wurde.

Die Reliquien der heiligen Innocentia und Prudentia werden in den Altar der St. Konrad-Kapelle eingemauert. Foto: Anke Barbara Schwarze
Die Reli­qui­en der hei­li­gen Inno­cen­tia und Pru­den­tia wer­den in den Altar der St. Kon­rad-Kapel­le ein­ge­mau­ert. Foto: Anke Bar­ba­ra Schwarze

In den Altar wur­den anschlie­ßend die Reli­qui­en zwei­er Mär­ty­re­rin­nen ein­ge­mau­ert, der hei­li­gen Inno­cen­tia und der hei­li­gen Pru­den­tia. „Schon in der Früh­kir­che war es üblich, dass Altä­re über den Grä­bern von Hei­li­gen errich­tet wur­den“, erklär­te Zekorn. Da es irgend­wann mehr Kir­chen als Hei­li­ge gab, wur­de es Brauch, unter dem Altar eine Art „Mini­grab“ für Reli­qui­en zu schaf­fen. Das soll­te deut­lich machen: Die­se Kir­che ruht auf dem Fun­da­ment der Glau­bens­zeu­gen Christi.

Die Reli­qui­en von Inno­cen­tia und Pru­den­tia stam­men aus der ursprüng­li­chen St. Kon­rad-Kir­che: Beim Abriss des Lang­schiffs waren sie aus dem Altar genom­men wor­den. Dass die Tra­di­ti­on auf dem Kirch­berg fort­le­ben soll, ver­deut­lich­te wäh­rend des Fest­got­tes­diens­tes auch das Geden­ken an Paul Hen­ne­mann. Er hat­te jahr­zehn­te­lang als Pfar­rer die Geschi­cke der einst selbst­stän­di­gen Gemein­de geprägt.

Auch Bürgermeister Lothar Christ (3. von links) und Peter Middelhove (2. von links), Leiter der Zentralrendantur, wohnten dem Festgottesdienst bei. Foto: Anke Barbara Schwarze
Auch Bür­ger­meis­ter Lothar Christ (3. von links) und Peter Mid­del­ho­ve (2. von links), Lei­ter der Zen­tral­rendan­tur, wohn­ten dem Fest­got­tes­dienst bei. Foto: Anke Bar­ba­ra Schwarze

Zum Ende des Got­tes­diens­tes wur­de in ver­schie­de­nen Gruß­wor­ten eines deut­lich: Die Ver­klei­ne­rung des ange­stamm­ten Got­tes­hau­ses auf dem Kirch­berg und sei­ne kom­bi­nier­te Nach­nut­zung wird in der Gemein­de nicht nur akzep­tiert, son­dern ins­ge­samt als gelun­gen bewer­tet. „Heu­te kön­nen wir uns ein Bild davon machen, wie die sinn­vol­le Nach­nut­zung einer Kir­che aus­se­hen kann“, sag­te Bür­ger­meis­ter Lothar Christ. Anstel­le des alten Kir­chen­schif­fes ent­stand ein moder­nes Ver­wal­tungs­ge­bäu­de für die Zen­tral­rendan­tur. Die­ses wur­de durch einen trans­pa­ren­ten Ein­gangs­be­reich mit der Kapel­le im ehe­ma­li­gen Kirch­turm verbunden.

Mit der Neu­ge­stal­tung ein­her gehen neue Ange­bo­te, wie Josef Mein­ke stell­ver­tre­tend für den Kir­chen­vor­stand aus­führ­te – allen vor­an die Kin­der­kir­che unter der Lei­tung von Pas­to­ral­re­fe­ren­tin Pia Gun­nemann. Peter Mid­del­ho­ve, Lei­ter der Zen­tral­rendan­tur, erklär­te, er schät­ze die spi­ri­tu­el­le Nähe zwi­schen Ver­wal­tung und Kapel­le. Und füg­te hin­zu: „Wir haben das Gefühl, dass wir hier in Ihrer Gemein­de will­kom­men sind, dafür dan­ke ich Ihnen.“

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