Samstag, Dezember 4, 2021

St. Christophorus Werne als ökofaire Gemeinde ausgezeichnet

Anzeige

Werne (pbm). „Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen sie. Nach und nach begreifen wir, dass wir Teil der Schöp­fung sind und sie zum Über­leben brauchen“, erk­lärte Mar­tin Döp­ker, stel­lvertre­tender Pfar­reiratsvor­sitzen­der und Mit­glied im Auss­chuss für Schöp­fungs­be­wahrung der Kirchenge­meinde St. Christopho­rus in Werne, beim Vor­abend­gottes­di­enst in der Pfar­rkirche St. Christopho­rus am ver­gan­genen Samstag. 

„Wir vergessen oft, dass wir nicht Her­ren, son­dern Teil der Schöp­fung sind“, unter­mauerte Pfar­rdechant Jür­gen Schäfer in der coro­n­akon­form vollbe­set­zten Kirche die Aus­sage auch aus the­ol­o­gis­ch­er Perspektive. 

- Advertisement -

Der Vor­abend­gottes­di­enst stand im Zeichen der Schöp­fungs­be­wahrung und der Ausze­ich­nung der Pfar­rei als öko­faire Gemeinde nach Lev­el 1 des Umwelt­man­age­mentsys­tems „Zukun­ft einkaufen – Glaub­würdig wirtschaften im Bis­tum Mün­ster“. Er wurde vom Auss­chuss für Schöp­fungs­be­wahrung gestaltet.

Eine ein­drucksvolle Bilder­serie holte zu Beginn die Schön­heit der Natur ins Gotte­shaus. Auch Lied­texte wie „Die Erde ist schön, es liebt sie der Herr“ und „Gott will diese Erde nicht zer­stören … Gott will mit uns die Erde ver­wan­deln“, berührten die Herzen der Anwe­senden, schreibt die Press­es­telle des Bis­tums Mün­ster in ein­er Medienmitteilung.

Gle­ichzeit­ig führten sie die Dringlichkeit und die gewinnbrin­gende Seite schöp­fungsver­ant­wortlichen Han­delns vor Augen. Auch die Für­bit­ten ziel­ten darauf, dass in der Poli­tik gute Ansätze der Weltk­li­makon­ferenz ver­fol­gt, umge­set­zt und Hin­dernisse mit Kreativ­ität und Nach­druck über­wun­den wer­den, aber auch dass die Gemeinde und jede und jed­er Einzelne das wirk­lich Wichtige im Blick behal­ten, nach­haltig han­deln und dabei auch Leben­squal­ität gewin­nen, heißt es weiter.

Ökol­o­gisch, fair, nach­haltig und region­al solle zum Stan­dard für eine gerechte Welt wer­den. Dazu wolle die Gemeinde beitra­gen. Dabei wolle man nicht sauertöp­fisch mit schlechtem Gewis­sen durch die Gegend gehen. Wichtig sei stattdessen, nicht per­fekt sein zu wollen, die Schöp­fung zu genießen und aufmerk­sam für schöp­fungsver­ant­wortlich­es Han­deln zu sein.

Die öko­faire Auf­bruch­stim­mung in der Gemeinde sei deut­lich spür­bar: Vor zwei Jahren bildete sich der Auss­chuss für Schöp­fungs­be­wahrung. Er hat die Grup­pen der Gemeinde nach ihrem öko­fairen Engage­ment befragt, Kri­te­rien fest­gelegt und mit den Gremien der Gemeinde eine Selb­stverpflich­tung entwick­elt. Recy­cling­pa­pi­er, Sodas­tream­er, fair gehan­del­ter Kaf­fee und Tee und Mehrweg statt Ein­weg gehören inzwis­chen weit­ge­hend zum Stan­dard im Gemein­deleben. Auf dem Neubau der Zen­tral­ren­dan­tur soll ab 2022 eine Pho­to­voltaikan­lage Ökostrom liefern. Zudem will sich die Gemeinde in der kom­mu­nalen Steuerungs­gruppe „Fair-Town“ in Werne ein­brin­gen und sich immer weit­er öko­fair ausrichten.

„Bleiben Sie weit­er Rev­o­lu­tionäre der Schöp­fungsver­ant­wor­tung!“ Mit diesem Zuruf bedank­te sich Thomas Kamp-Deis­ter, Leit­er des Refer­ats Schöp­fungs­be­wahrung beim Bis­tum Mün­ster, im Anschluss an den Gottes­di­enst bei der Kirchenge­meinde für ihr öko­faires Engage­ment und über­re­ichte die Plakette und die Urkunde. Voller Dankesworte war auch Moni­ka Böhm im Namen des „Arbeit­skreis Eine Welt e.V.“ in Werne: „Wir freuen uns, dass mit dieser Ausze­ich­nung und dem Prozess in der Kirchenge­meinde in Werne ein weit­er­er Stein ins Rollen gebracht wurde.“

„Umweltschutz muss nicht teuer sein. Und es ist kein Luxus, dass wir das machen“, erk­lärte der Pfar­rdechant. Er hat schon das näch­ste Pro­jekt im Blick: die Pflaster­fläche am St.-Konradhaus, die ohne­hin kaputt ist, zu entsiegeln. „Dabei kann man zudem Entwässerungs­ge­bühren bei den städtis­chen Abgaben sparen“, ver­weist er auch auf kostens­parende Möglichkeit­en ein­er öko­fairen Aus­rich­tung, die Geld für andere öko­faire Maß­nah­men freiset­zen. Man darf ges­pan­nt sein, wofür.

Mehr Infor­ma­tio­nen zur Ini­tia­tive „Zukun­ft einkaufen – Glaub­würdig wirtschaften im Bis­tum Mün­ster“ gibt es unter www.bistum-muenster.de/zukunft einkaufen. Die Pfar­rei ist im Inter­net unter www.christophorus-werne.de vertreten.

Anzeige

Weitere Artikel von Werne Plus

Viel Hitze in Sicht – Klimaanalyse zeigt Strategien auf

Werne. „Ein gutes Klima“ bescheinigte Dr. Monika Steinrücke vom Büro K-Plan aus Bochum im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung, als sie dort die...

Nach 46 Jahren im Stadhaus: Barbara Schaewitz sagt „Tschüss“

Werne. Nach 46 Dienstjahren in der Stadtverwaltung wurde am Mittwochnachmittag (1. Dezember) Barbara Schaewitz in den Ruhestand verabschiedet. Bürgermeister Lothar Christ dankte im pandemiebedingt...

RCS spendet 3D-Druck-Zubehör an das Anne-Frank-Gymnasium

Werne. RCS aus Werne unterstützt das Anne-Frank-Gymnasium. Übergeben wurde Zubehör für die 3D-Druck-AG beziehungsweise für den „Makerspace“, um die Schüler bei ihrer weiteren Entwicklung...

3D-Betondruck-Verfahren: Europa-Premiere in Capelle

Capelle. In der Gemeinde Nordkirchen könnte bald das europaweit erste öffentliche Gebäude entstehen, das im 3D-Betondruck-Verfahren errichtet wurde. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Steinhoff aus...