Bei der dritten Protest-Radtour der BIN wurde bekannt, dass die Bürgerinitiative die erforderlichen Stimmen für einen möglichen Bürgerentscheid bereits zusammen hat. Foto: BIN
Bei der dritten Protest-Radtour der BIN wurde bekannt, dass die Bürgerinitiative die erforderlichen Stimmen für einen möglichen Bürgerentscheid bereits zusammen hat. Foto: BIN
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Werne. Die Bürgerinitiative Industriegebiet Nordlippestraße (BIN) macht weiter mobil in Richtung Bürgerentscheid. Die geforderten 2.009 Unterschriften haben die Mitmacher/innen bereits gesammelt. So ist der Stadtrat Ende September am Zug.

Silvia Sökeland, zweite Vorsitzende der Bürgerinitiative, präsentierte vor der dritten Protest-Radtour den Teilnehmenden stolz den Zwischenstand der gesammelten Unterschriften: „Wir haben 3.200 Unterschriften von den Werner Bürger/innen bislang erhalten.“

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WERNEplus sprach mit BIN-Sprecher Axel Kersting über den bisherigen Verlauf der Unterschriftensammlung und die nächsten Schritte der Bürgerinitiative.

Über 3.200 Unterschriften haben Sie bereits gesammelt, über 1.000 mehr als benötigt. Werden Sie noch weiter sammeln bis zum 30. Juli 2021 und wenn ja, welches Ziel haben Sie sich gesetzt?

Ja, natürlich werden wir weiter sammeln, und darüber hinaus bis zur Ratssitzung am 29. September weiterhin Präsenz in der Stadt zeigen. Unser Ziel ist es, so viele Unterschriften zu sammeln, wie Stimmen für einen Erfolg beim Bürgerentscheid notwendig sind. Vielleicht können wir den Rat damit bereits umstimmen und der Stadtkasse den Bürgerentscheid ersparen.

Wie sind die Reaktionen auf der Straße bzw. an der Haustür?

Die Reaktionen auf der Straße und in den Geschäften sind überwiegend postiv. Deshalb machen wir mit den Ständen in der Innenstadt auch unbedingt weiter. Die Bürger/innen lassen sich von uns informieren. Bei den meisten Geschäftsleuten sind wir gern gesehen. Auch an der Haustür werden gute Gespräche geführt – auch mit Leuten, die nicht unterschreiben.

Natürlich geraten unsere fleißigen Mitmacher/innen auch an Kritiker/innen. Manche lassen sich auf eine sachliche Diskussion mit uns ein, aber viele meiden den Dialog. Arbeitsplätze, Wohlstandsicherung und Steuereinnahmen sind natürlich die gängigen Schlagworte – auch in den sozialen Netzwerken. Und nicht immer bekommen wir die Möglichkeit, die Dinge richtig zu stellen. Vielen ist aber nicht bewusst, dass es hier nicht um Flächen für lokale Betriebe geht und das Vorhaben mit immensen finanziellen Risiken behaftet ist. Auch der weiter wachsende Fachkräftemangel in unserer Region ist vielen nicht bewusst. Und der bereits hohe Einnahmeanteil durch Gewerbe in Werne ist vielen nicht bekannt. 

Stellen Sie fest, dass zu den Radtouren auch neue Gesichter kommen, oder ist immer der „harte Kern“ dabei?

Die Teilnehmerzahl zur Demo-Radtour lag am letzten Sonntag wie bei der Zweiten bei ca. 150, was aufgrund der Urlaubszeit nachvollziehbar ist. Der überwiegende Teil besteht schon aus „Wiederholungstätern“, aber es sind auch immer viele neue Gesichter dabei. Vor allem Familien mit Kindern schließen sich unseren Radtouren gern an.

Spüren Sie schon ein Umdenken bei den politischen Parteien in Werne, vielleicht auch durch die Flutkatastrophe in der vergangenen Woche?

Nicht wirklich … leider! Allerdings haben wir auch Unterschriften von Mitgliedern aus allen Fraktionen erhalten. Neben den Grünen hat sich auch zuletzt die Fraktion der Linken an unsere Seite gestellt. Der auf der letzten Ratssitzung von allen Fraktionen angekündigte Dialog mit BIN blieb jedoch bisher aus. Die Initiative werden wir nun ergreifen und die Fraktionen zu Gesprächen einladen. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich der eine oder andere fragt, was Werne tun könnte, um Umweltkatastrophen zu verhindern. Aber wirklich beeindrucken werden die Politik wohl nur die Unterschriften und Stimmen möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger.

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