Käthe Rosin war eine der ersten, die im Seniorenzentrum St. Katharina gegen Covid-19 geimpft wurden. Foto: Rudolf Voß
Käthe Rosin war eine der ersten, die im Seniorenzentrum St. Katharina gegen Covid-19 geimpft wurden. Foto: Rudolf Voß
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Werne. 89 Bewohner und 76 Mitarbeiter der Wohn- und Pflegegemeinschaften St. Katharina sind am Samstag (9. Januar) mit dem Biontec-Impfstoff gegen Covid-19 geimpft worden. Das teilte Rudolf Voß, Leiter der Einrichtung am Becklohhof, am frühen Nachmittag gegenüber WERNEplus mit. Sein Fazit nach erfolgreicher Impfung von 95 Prozent der Bewohner und 80 Prozent der Mitarbeiter: „Von der Bestellung über die Anlieferung bis hin zur Impfung war alles gut organisiert.“

Mit Käthe Rosin, Jahrgang 1931, befand sich eine Bewohnerin des St. Katharina unter den ersten geimpften Personen in Werne, deren Biographie eng mit der Corona-Pandemie verknüpft ist, berichtete Rudolf Voß. Die Geschichte der Seniorin hat einen besonderen Eindruck bei ihm hinterlassen.

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Käthe Rosin ließ gesamte Familie hinter sich

Rudolf Voß: „An dem Freitag, 13. März, 2020, an dem die Schließung der stationären Altenhilfeeinrichtungen von der Politik beschlossen und umgesetzt wurde, ist Frau Rosin in unser Haus eingezogen. Das heißt, sie musste an diesem Tage ihre ganze Familie hinter sich lassen und konnte nicht – wie üblich – in der Einzugsphase von der Familie begleitet werden. Die Mitarbeitenden des Hauses haben Frau Rosin unterstützt, ihr Zimmer zu gestalten, Kontakt zu finden und sich langsam heimisch zu fühlen. Mitarbeiter können aber den Kontakt der Familie – und hier im Besonderen mit der Tochter – nicht ersetzen. Diese konnte sie erst im Mai wieder auf Distanz sehen und seit Juli 2020 in ihrem Zimmer begrüßen.“

Impftag begann am frühen Morgen – Hausärzte vor Ort

Der heutige Impftag im St. Katharina begann für den Einrichtungsleiter und eine Kollegin schon am frühen Morgen. Zwischen 6.30 und 7.30 Uhr am Samstagmorgen sollte das Vakzin eintreffen, wurde am Vortag die Leitung des Hauses telefonisch informiert. Für den Transport unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen zeichnete die Spedition Kühne und Nagel verantwortlich, schilderte Rudolf Voß. Als er kurz vor 6.30 Uhr auf dem Parkplatz der Einrichtung eintraf, sei auch bereits eine Polizeistreife vor Ort gewesen, um die Anlieferung des Impfguts zu begleiten und abzusichern. Um 7.10 Uhr traf dann die Lieferung ein und zwischen 9 bis 11.30 Uhr erhielten zunächst die Bewohner ihre Impfungen. Dazu waren Dr. Hans Piepenbrock und Dr. Christian Ruhnau von der hausärztlichen Gemeinschaftspraxis ins Haus gekommen. Anschließend waren die Mitarbeiter an der Reihe – auch jene, die nicht im Dienst waren. Diese waren zuvor schriftlich über den Impftermin unterrichtet worden.

Zweite Impfung erfolgt in drei Wochen

„Es war schon ein Kribbeln im Haus zu spüren“, beschrieb Voß den Impftag, der schließlich glatt über die Bühne ging. Dafür hatte nicht zuletzt die akribische Vorbereitung die Basis geschaffen, denn alle Unterlagen, zur Person, zur Aufklärung Einwilligung lagen vor. In drei Wochen, so Rudolf Voß, werden diese dann noch einmal vorgelegt, für die zweite Impfung.

Für die Impfaktion war ein Raum eigens in Einbahnstraßensystem hergerichtet worden. Die Bewohner wurden dort an zwei Impfplätzen von den Ärzten „gepiekst“. Außerdem stand ein Kühlschrank nur für die Kühlung des Impfstoffes auf 2 bis 8 Grad Celsius bereit. Darin hätten die Impfdosen auch bis Dienstag (12. Januar) aufbewahrt werden können. Das war angesichts der zügigen Abwicklung aber nicht notwendig.

Meist gehörte Bemerkung des Tages war, so berichtete ein erleichterter Einrichtungsleiter: „Das hat ja gar nicht weh getan.“

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