Dienstag, September 27, 2022

Schalke-Abstieg: Familie Domnowski zwischen Frust und Trotz

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Wer­ne. Es ist offi­zi­ell: 33 Jah­re nach dem letz­ten Abstieg und 30 Jah­re nach der tri­um­pha­len Rück­kehr in die Bun­des­li­ga, muss der FC Schal­ke 04 zum ins­ge­samt vier­ten Mal den Gang in die Zweit­klas­sig­keit antre­ten. Andre­as, Bog­da und Cin­dy Dom­now­ski aus Wer­ne sind immer noch geschockt. Ihr Her­zens­ver­ein steigt ab. Nicht, dass die­ses Desas­ter ganz plötz­lich gekom­men ist – aber seit weni­gen Tagen ist es eben amtlich.

„Die­ser Abstieg hat sich drei Jah­re ange­bahnt. Eine Mil­lio­nen­trup­pe, die nach 30 Spiel­ta­gen gan­ze 13 Punk­te geholt hat. Das ist nicht nach­voll­zieh­bar“, sagt Andre­as Dom­now­ski. Es bro­delt an der Basis – an jener nim­mer­mü­den Stüt­ze, die einem Ver­ein in guten wie in schlech­ten Zei­ten zur Sei­te steht, haben vie­le die Nase voll. Auch Bog­da Dom­now­ski, seit über 20 Jah­ren Schal­ke-Fan, wirkt rat­los. Auf die Ein­stiegs­fra­ge, was bei­de von der aktu­el­len Situa­ti­on hal­ten, ist der ein­hel­li­ge Tenor: „Kata­stro­phe!“ Damit dürf­te kurz und knapp der Gemüts­zu­stand zig­tau­sen­der Fans umschrie­ben wer­den. Der zwei­te Satz, den der 37-jäh­ri­ge sagt, ist eben­falls ein kla­res Indiz dafür, was er aktu­ell von hoch bezahl­ten und der­zeit kom­plett neben der Spur ste­hen­den Kickern hält: Nicht viel! „Zur­zeit könn­ten wir wohl bes­ser mit der U 23 spielen.“

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Er setzt sogar noch einen drauf: „Die kön­nen doch froh sein, dass wir Coro­na haben. „Die Nord­kur­ve hät­te den Spie­lern bei jedem Spiel die Höl­le heiß gemacht. Ich glau­be nicht, dass wir dann so sang- und klang­los ohne Ehre abge­stie­gen wären.“ Was am Diens­tag­abend nach dem Spiel pas­siert ist, ver­ur­teilt Dom­now­ski jedoch aufs Übels­te. Denn als die Mann­schaft von ihrem Gast­spiel bei Armi­nia Bie­le­feld (0:1) wie­der in Gel­sen­kir­chen am Sta­di­on ankam, stell­ten rund 500 bis 600 Anhän­ger die Mann­schaft zur Rede – zunächst fried­lich. Nach eini­ger Zeit reagier­ten ver­ein­zel­te Kra­wall­ma­cher jedoch gewalt­tä­tig. Es flo­gen zunächst Feu­er­werks­kör­per, ehe eini­ge S04-Ultras die eige­nen Spie­ler über das Ver­eins­ge­län­de jagten. 

Das ist auf einem Video zu sehen, das der­zeit im Netz kur­siert. Ins­be­son­de­re Belei­di­gun­gen gegen Schal­ke-Offen­siv­mann Mark Uth sind dar­auf zu hören. „Aber da ver­ste­he ich auch den Vor­stand nicht. Wenn man weiß, da ste­hen um 0.30 Uhr Fans und wol­len mit der Mann­schaft reden, hät­te man das auf einen ande­ren Zeit­punkt ver­la­gern müs­sen. Nicht nachts und dann noch vol­ler Emo­tio­nen. Dass die­se Akti­on nach hin­ten los geht, war eigent­lich abzu­se­hen“, betont Andre­as Domnowski.

Auf die Fra­ge, wel­che Grün­de es für den Abstieg gege­ben haben könn­te, zuckt Dom­now­ski die Schul­ter. „Fünf Trai­ner haben es in der Sai­son 2020/2021 nicht geschafft, eine Mann­schaft zu for­men. Schal­ke hat immer von einem ‚Klo’ ins nächs­te gefasst und eigent­lich auch immer die schlech­te­re Ent­schei­dung getroffen.“

Doch die Dom­now­skis wären nicht rich­ti­ge Fans, wenn sie ihren Club jetzt hän­gen­las­sen wür­den. „Es hat auch sei­ne Vor­tei­le, in der 2. Liga zu spie­len. Unser Pay TV Paket für die 1. Bun­des­li­ga brau­chen wir jetzt nicht mehr, und beim Dop­pel Pass sind wir nicht mehr Dau­er­the­ma. Egal was pas­siert, wir hal­ten immer zum S04 – in guten und vor allem in schlech­ten Zei­ten. Steht auf, wenn ihr Schal­ker seid.”

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