Dienstag, September 27, 2022

Relikt vom Acker in Blasum: Römische Münze über 2.000 Jahre alt

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Sto­ckum. Eine klei­ne Mün­ze mit dem Pro­fil eines römi­schen Wür­den­trä­gers gehört zu den archäo­lo­gi­schen Fund­stü­cken mit Sel­ten­heits­wert, die Land­wirt Georg Lau­renz vom Hof Schul­ze Bla­sum in Sto­ckum in sei­ner Samm­lung archäo­lo­gi­scher Relik­te hütet.

Dass das eher unschein­ba­re rot­brau­ne Geld­stück, gefun­den im west­fä­li­schen Acker­bo­den, eine mehr als zwei­tau­send­jäh­ri­ge Zeit­rei­se hin­ter sich hat, macht sie zwei­fels­oh­ne inter­es­sant. „Sie stammt wohl aus der Zeit von 80 bis 150 Jah­re vor Chris­tus“, berich­te­te Georg Lau­renz im Gespräch mit WERN­Eplus über den Fund.

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Und nicht nur das: Eine Sil­ber­mün­ze mit dem Por­trait des spa­ni­schen Königs Phil­ipp II (um 1580) und wei­te­re Sil­ber­mün­zen aus otto­ni­scher Zeit um 1000 hat er eben­so ent­deckt wie eini­ge Bunt­me­tall- und Email­le-Fibeln. Dar­un­ter ist eine Gewand­na­del mit Kreuz­sym­bol, die ihren Trä­ger in der Zeit des ach­ten bis zehn­ten Jahr­hun­derts als Chris­ten identifizierte.

Fer­ner kamen Blei­röll­chen-Gewich­te – etwa zum Beschwe­ren von Fischer­net­zen – oder All­tags­ge­gen­stän­de aus der Eisen­schmie­de ans Tages­licht, als dem Samm­ler mit geschul­tem Blick für archäo­lo­gi­sche Relik­te 2020 ein Zufall in die Hän­de spiel­te. Denn die Ver­le­gung einer Erd­gas­lei­tung der Open Grid Euro­pe von Sto­ckum nach Hamm soll­te auch über rund 1.000 Meter des Bla­su­mer Hofes füh­ren. Georg Lau­renz reagier­te sofort und infor­mier­te die Archäo­lo­gen der Boden­denk­mal­pfle­ge des Land­schafts­ver­ban­des West­fa­len-Lip­pe (LWL) in Olpe über die bevor­ste­hen­den Boden­ar­bei­ten und sei­ne Ver­mu­tung, dass hier archäo­lo­gi­sche Relik­te schlum­mern könnten.

So kam es, dass im Auf­trag der LWL-Archäo­lo­gie das Gra­bungs­un­ter­neh­men Eggen­stein Exca aus Dort­mund tätig wur­de. Sechs Mit­ar­bei­ter der Spe­zi­al­fir­ma unter­such­ten an elf Tagen von April bis in den Som­mer den Boden nach Sied­lungs- oder Hand­werk­spu­ren ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te. Und wur­den fün­dig: So deu­ten hand­werk­lich gefer­tig­te Blei­stü­cke mit Löchern, aber auch Blei­res­te, wie sie beim Blei­gie­ßen in der Sil­ves­ter­nacht unse­rer Tage in bizar­ren For­men ent­ste­hen, auf den Stand­ort einer Blei­ma­nu­fak­tur (1./2. Jahr­hun­dert nach Chris­tus) hin. „Das wäre die ein­zi­ge nörd­lich der Lip­pe, aber das weiß man noch nicht genau“, ver­weist Georg Lau­renz auf etli­che Fra­ge­zei­chen, die sich der­zeit noch um sei­ne Fund­stü­cke und die des Gra­bungs­un­ter­neh­mens ranken.

Teil 2 folgt im Lau­fe des Tages.

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