Für die Wiehagenschule an der Stockumer Straße erwarten die Planer in Zukunft einen großen Zustrom an Schüler/innen. Ein Grund sind die geplanten Neubaugebiete in unmittelbarer Nähe. Foto: Gaby Brüggemann
Für die Wiehagenschule an der Stockumer Straße erwarten die Planer in Zukunft einen großen Zustrom an Schüler/innen. Ein Grund sind die geplanten Neubaugebiete in unmittelbarer Nähe. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Vor zehn Jahren prognostizierte Gutachter Hubertus Schober sinkende Schülerzahlen in Werne. Die Schließung der Weihbach- und Wienbredeschule folgten. 2021 hat sich die Situation komplett gewandelt. Die Schulen brauchen zukünftig mehr Platz.

In der nicht-öffentlichen Sitzung des Schul- und Sportausschusses am 31. August ist der Schulentwicklungsplan der Stadt Werne für die Jahre 2021 und folgende von Georg Heller von der GEBIT Münster vorgestellt worden. Bei der Präsentation mussten die politischen Vertreter/innen schwer schlucken.

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Entwicklung der Schülerzahlen, Rechtsanspruch für die Offene Ganztagsschule (OGS) oder G9 stellen die Herausforderungen dar, worüber die Stadt Werne in einer Medienmitteilung informierte. Die Schulleitungen seien im Rahmen von Schulbesuchen im April am Schulentwicklungsplan beteiligt worden.

Besonderen Handlungsbedarf gibt es in der Primarstufe, also im Grundschulbereich.

Der Schulentwicklungsplaner prognostiziert einen Anstieg der Schülerzahl in der Kernstadt. Für die Wiehagenschule sei in den kommenden sechs Schuljahren mit einer deutlichen Steigerung der Anmeldezahlen zu rechnen, unter anderem durch die Planung von Neubaugebieten (Standort Tecklenborg, Höttcke). Empfohlen werde daher die Einrichtung eines zusätzlichen Zuges.

Auf Nachfrage von WERNEplus erklärte Claudia Barth aus dem Schuldezernat: „Wie die Empfehlungen umgesetzt werden, darüber entscheidet die Politik. Möglich ist ein Anbau für die Wiehagenschule oder eine neue zweizügige Grundschule in der Kernstadt.“ Nach ihrer Einschätzung sei die erste Variante wahrscheinlicher. Denn: „Es lässt sich besser mit einem größeren Kollegium arbeiten, als mit einem zweiten kleineren an einem neuen Standort.“

Der Ausbau von zwei Räumen im Dachgeschoss der bereits komplett fünfzügigen Uhlandschule für die OGS wird vom Gutachterbüro positiv bewertet. Für die Kardinal-von-Galen-Grundschule wird kein Handlungsbedarf gesehen. Für diese Schule wird eine stabile Zweizügigkeit angenommen.

Die GEBIT Münster prognostiziert weiter, dass die OGS-Quote im mittelfristigen Planungszeitraum an allen Grundschulen wieder ansteigen wird. Dadurch entstehe kein zusätzlicher Raumbedarf, vielmehr müsse die OGS zukünftig neben den eigenständigen OGS-Räumen auch die Klassen- und Unterrichtsräume stärker mitnutzen. Modernes multifunktionales Mobiliar und ein aktualisiertes Raumnutzungskonzept könnten die Schule und OGS dabei unterstützen.

Weiterführende Schulen

Für die beiden weiterführenden Schulen werden leicht schwankende Anmeldezahlen prognostiziert. Die Marga-Spiegel-Sekundarschule wird, nach Aussage der GEBIT Münster, im Mittel fünfzügig geführt werden können. Das Anne-Frank-Gymnasium werde in der Sekundarstufe I weiterhin dreieinhalbzügig bleiben. Nach der Rückkehr zu neun Gymnasialjahren (G9) seien bis zu zwölf parallele Kurse in der Sekundarstufe II möglich. Für die Sekundarschule ergäben sich keine Handlungsbedarfe.

Das Anne-Frank-Gymnasium weise bei dem vollen Ausbau zu G9 einen räumlichen Fehlbedarf im Bereich Verwaltung auf. Es werde daher empfohlen, bis zum Schuljahr 2026/27 den Verwaltungsbereich zu erweitern.

Der Schulentwicklungsplan soll in der nächsten Schul- und Sportausschusssitzung am 11. November 2021 beraten und in der Ratssitzung am 8. Dezember 2021 verabschiedet werden.

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