Aufgrund von aktuellen Corona-Fällen konnte im Seniorenzentrum Pro Talis am Solebad noch nicht geimpft werden. Foto: Volkmer
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Werne. Die Impfungen gegen das Corona-Virus in der Pro Talis Senioreneinrichtung am Solebad werden auf Entscheidung des Kreisgesundheitsamtes zunächst verschoben. Hintergrund ist ein „unklarer Ausbruch der Infektionen bei Bewohnern und Mitarbeitern des Hauses“, sagte Max Rolke, Pressesprecher des Kreises, auf Anfrage.

„Das Infektionsgeschehen ist noch sehr unklar und es liegen noch nicht alle Testergebnisse vor“, erläuterte Rolke zum Stand der Dinge. Angehörige hatten sich gegenüber WERNEplus besorgt darüber gezeigt, dass durch die Verschiebung der Impfung der Schutz für gesunde Bewohner und Mitarbeiter so erst mit Verspätung erreicht werden könne. Sie verwiesen auf die Einschätzung des Robert-Koch-Institut (RKI), die eine Impfung auch bei COVID-19-Fällen nicht ausschließt. Und wer übernehme die Verantwortung, wenn es in dieser Zeit weitere Ansteckungen gebe, lautete die bange Frage.

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Grundsätzlich sind Impfungen in Alten- und Pflegeheimen zeitgleich mit COVID-19-Fällen möglich, antwortet das RKI auf seiner Homepage auf Nachfragen unter der Überschrift „Durchführung der COVID-19-Impfung (Stand 8. Januar 2021)“: „Aus Sicht des RKI liegen derzeit keine Gründe vor, die Impfung nicht auch in Alten- und Pflegeheimen anzubieten, in denen zeitgleich einzelne COVID-19-Fälle auftreten bzw. vor kurzem aufgetreten sind. Aufgrund der Wirksamkeit der Impfung, die sich innerhalb von 7 bis 14 Tagen nach 1. Dosis ausbildet, können vermutlich in solchen Einrichtungen – gerade bei protrahiert (verlängert, Anm. d. Red.) verlaufenden COVID-19-Ausbrüchen – eine relevante Anzahl an Fällen und auch an Todesfällen verhindert bzw. schwere Krankheitsverläufe abgemildert werden.“

Dies sei zutreffend, stimmte Max Rolke zu, verwies allerdings darauf, dass laut Erlass des Ministeriums gegebenenfalls im Einzelfall über Impfungen entschieden werden müsse. Darauf basiere auch die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), die sich auf die Erkenntnisse des RKI stütze, ergänzte er sinngemäß. „Es heißt nicht, dass gar nicht geimpft wird, sondern dass später geimpft wird“, sagte er nicht zuletzt mit Blick auf die noch ausstehenden Testergebnisse. Einen Termin gebe es noch nicht.

Die Einrichtungsleitung des Hauses war auf Nachfrage von WERNEplus nicht zu erreichen.

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