Bis zum 31. Januar gelten in NRW die neu verschärften Corona-Regeln. Auch in der Kita Maria Frieden werden daher derzeit weniger Kinder betreut. Foto: Volkmer
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Werne. Strengere Kontaktbeschränkungen, Schüler im Distanzunterricht und reduzierter Kita-Betrieb – bis zum 31. Januar gelten in NRW die neu verschärften Corona-Regeln. WERNEplus hat dort nachgefragt, wo die kleinsten Bürger der Stadt sonst ihre Tage verbringen.

Die Kitas in Werne sind im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres für alle offen, befinden sich aber im sogenannten eingeschränkten Pandemiebetrieb, bei dem Gruppen (weiterhin) voneinander getrennt sind, um Corona-Infektionsketten kleinzuhalten. Dazu wird der Betreuungsumfang für jedes Kind bis Ende des Monats um zehn Stunden reduziert – Ausnahmen sollen möglich sein.

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Die Katholische Kita „Maria Frieden“ besuchen normalerweise 55 Kinder in drei Gruppen – am Montag kam ungefähr die Hälfte in die Einrichtung. Erst am Donnerstagmittag waren die Infos von Familienminister Dr. Joachim Stamp aus der Landeshauptstadt eingetroffen, daraufhin wurde ein Schreiben an die Eltern auf den Weg gebracht, damit diese ihre unterschiedlichen Betreuungsbedarfe melden können. „Wir haben gut überlegt, wie wir die Vorgaben umsetzen können und welcher Spielraum uns noch bleibt“, so Einrichtungsleiterin Beate Bunse. Die Einteilung mit den drei Gruppen bleibt in der Einrichtung an der Ovelgönne gleich, die Gruppen sind jetzt nur unterschiedlich gut besucht.

Um die Betreuung der Kinder im verlängerten Lockdown zu gewährleisten, haben Bund und Länder bekanntlich beschlossen, die Anzahl der Kinderkrankentage pro Elternteil um jeweils zehn zu erhöhen, bei Alleinerziehenden sind es 20 zusätzliche Tage. „Das ist, wenn man es hört, eine tolle Sache, aber in der Praxis nicht unbedingt für alle umsetzbar, denn wer beispielsweise als Altenpflegerin arbeitet, wird dringend gebraucht und kann sich nicht mal eben krankschreiben lassen“, sagt Bunse.

Auslastung von 40 bis 50 Prozent

Da die Evangelische Kindertageseinrichtung „Unter dem Regenbogen“ umgebaut wird, sind die ebenfalls 55 Kinder bekanntlich aktuell in der Barbaraschule und Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum untergebracht. „Ich vermute, das wir in den nächsten Wochen auf 40 bis maximal 50 Prozent Auslastung kommen werden. Genau lässt sich das aber nicht sagen, denn wir wissen nur, wie es diese Woche laufen soll, aber noch nicht in den Wochen danach“, berichtet Kita-Leiterin Anja Raab. Dies liege vor allen Dingen daran, dass viele Eltern noch in ihrem Umfeld nach Lösungen suchen, wie und vielleicht bei wem sie ihre Kinder alternativ zur Kita noch unterbringen können.

„Viele versuchen, den dringenden Appell des Ministers, der empfohlen hat, dass Kinder möglichst zu Hause bleiben sollen, Folge zu leisten. Das hängt aber immer davon ab, wie sie das familiär oder mit dem Arbeitgeber vereinbaren können.“ Ähnlich sei die Situation schon vor einigen Monaten gewesen. Im Frühjahr galt zwischenzeitlich die Regelung, dass nur Kinder in den Kitas betreut werden dürfen, wenn ein Elternteil eine systemrelevante Tätigkeit ausübt. „Auch damals waren viele Eltern, die zu dieser Gruppe gehören, sehr vorsichtig und haben alles mögliche versucht, um die Kinder zu Hause zu betreuen“, sagt die Erzieherin.

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