Donnerstag, März 23, 2023

Musica Sacra: Endlich wieder Musik in St. Christophorus

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Wer­ne. „Singt dem Herrn ein neu­es Lied“: Pas­send zur musi­ka­li­schen Andacht bete­te die Gemein­de am Sonn­tag in der Wer­ner St. Chris­to­pho­rus-Kir­che den Psalm 149. Nach einer lan­gen Zeit kir­chen­mu­si­ka­li­scher Abs­ti­nenz erlaub­ten gelo­cker­te Coro­nabe­din­gun­gen wie­der die kon­zer­tan­te Gestal­tung einer Andacht. 

Auf Ein­la­dung der Stif­tung „Musi­ca Sacra West­fa­li­ca“ san­gen und spiel­ten Dag­mar Borow­ski-Wen­sing (Sopran), Anne­mie­ke Cors­tens (Vio­li­ne) und Dr. Hans-Joa­chim Wen­sing (Orgel).

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„Machen Sie Ihre Her­zen weit auf für die­se Musik, las­sen Sie sich ver­füh­ren.“ Der anspor­nen­den Wor­te des Offi­zi­an­ten, Pfarrd­e­chant Jür­gen Schä­fer, hät­te es nicht bedurft. Die Kirch­gän­ger lausch­ten gebannt und die Wor­te der fröh­li­chen Hän­del-Arie „Sin­ge, See­le“ dürf­ten vie­len aus der See­le gespro­chen haben. Gemes­sen an den aktu­el­len Schutz­ver­ord­nun­gen war das Got­tes­haus über­dies gut besucht.

Die nie­der­län­di­sche Gei­gen­pro­fes­so­rin Anne­mie­ke Cors­tens eröff­ne­te die Andacht mit der Sona­te in g‑Moll für Solo-Vio­li­ne von Johann Sebas­ti­an Bach. Anmu­tig schweb­te das poe­ti­sche Ada­gio durch den Kir­chen­raum, voll­tö­nend und rund öff­ne­te sich die Fuge. Raum­fül­len­de Klang­wei­te wech­sel­te mit zart flir­ren­den Pas­sa­gen. Aus den bis­wei­len unge­stü­men Varia­tio­nen der Fuge kris­tal­li­sier­te Cors­tens das The­ma immer wie­der prä­zi­se her­aus. Das Pres­to kon­tras­tier­te als vir­tuo­ses Fina­le mit dem ruhi­gen Schreit­mo­tiv der Sici­lia­na; Cors­tens ließ die Töne mit tän­ze­ri­scher Leich­tig­keit fliegen.

Zwi­schen Lesung und Gebe­ten inter­pre­tier­te die Sopra­nis­tin Dag­mar Borow­ski-Wen­sing Stü­cke von Hän­del, Mozart und Haydn. Mit anste­cken­der Zuver­sicht into­nier­te sie Hän­dels Ari­en „Sin­ge, See­le, Gott zum Prei­se“ und „Mei­ne See­le hört im Sehen“. 

Mit jubeln­den Kolo­ra­tu­ren mal­te sie ein Bild baro­cker Lebens­freu­de. Die gelas­se­ne Orgel­be­glei­tung von Kan­tor Dr. Hans-Joa­chim Wen­sing ver­lieh der hoch­flie­gen­den Sopran­stim­me die nöti­ge Boden­haf­tung; Anne­mie­ke Cors­tens Vio­li­ne umspiel­te sie dezent und nie domi­nant. Nach zwei inni­gen Mozart-Ari­en, „L’a­me­ro“ und „Tu vir­ginum Coro­na“ schloss der Gesangs­part mit Gabri­els Arie aus Haydns Schöp­fung – „Auf star­kem Fit­ti­ge“. Laut­ma­le­risch emp­fand Borow­ski-Wen­sing die Stim­mung eines mor­gend­li­chen Vogel­kon­zerts nach.

Brau­send eröff­ne­te Hans-Joa­chim Wen­sing die fina­le Orgel­im­pro­vi­sa­ti­on über vier The­men aus dem Got­tes­lob. Die Zuhö­rer waren ein­ge­la­den, dafür Lied­wün­sche zu benen­nen, dar­un­ter „Gro­ßer Gott, wir loben dich“ und „Wenn ich, oh Schöp­fer, dei­ne Macht“. Wen­sing reiz­te die Klang­fül­le der gro­ßen Sei­fert-Orgel voll aus, wenn er ein mäch­ti­ges For­te auf­bau­te, unver­mit­telt abbrach – und eine fein modu­lier­te Melo­die anknüpfte.

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