Mit rollender Disko „Diskallico“ den Tinnitus bekämpft

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Herbern. Mit bunten LED-Lampen und Bling-Bling chronische Erschöpfung und den Tinnitus bekämpfen: Mit einer rollenden Disko auf zwei Rädern therapiert sich Karl Jehle sich seit zwei Monaten selbst. Zudem erfreut er mit seiner Verrücktheit die Menschen in Herbern und Umgebung, die jetzt schon den taktvoll aufleuchtenden Fahrradfahrer feiern. Interessenten und weitere Mitstreiter sind herzlich willkommen.

In Corona-Zeiten hat Karl Jehle das Fahrradfahren für sich entdeckt. Täglich ist er mehrere Stunden mit seinem Zweirad unterwegs. Seine chronische Erschöpfung und Tinnitus wollte er in den Griff bekommen und sich ablenken. Der Radsport tat ihm gut.

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„Abends ist es allerdings fürchterlich dunkel und mit gesetzlicher Beleuchtung ist Radfahren lebensgefährlich“, betont der Herberner. Und genau dieses Thema nahm Jehle zum Anlass um sein Fahrrad auch in der Dunkelheit sichtbar zu machen. Erst hat es mit einer LED Projektions-Jacke, Beleuchtung am Helm und zusätzlichem Licht am Rad angefangen. Danach kamen die ersten RGB LED Strips, natürlich Sound gesteuert. 

Vor drei Monaten legte der 58-Jährige noch eine Schüppe drauf. „Da wurde eine 80 Watt Bluetooth-Box im Fahrradrahmen verbaut. Somit hatte ich auch unterwegs vernünftigen Sound.“ Rund 60 Kilogramm wiegt sein rollendes Zweirad. Jetzt musste nur noch ein Name her. „Diskallico ist es geworden. Ein Mix zwischen Disko und meinem Spitznamen Kalli“, fügt Jehle ergänzend hinzu. Das Schild ist sichtbar mit Leuchtschrift unter dem Lenker befestigt.

Die ersten Fahrten zum Sonnenuntergang mit Musik und blinkendem LED-Lichtern wurde gut aufgenommen. „Es ist verrückt. Die Leute zücken ihr Handy, tanzen am Straßenrand und klatschen Beifall. Und das nicht nur einmal“, erzählt Karl Jehle. Die selbst gestellte Frage, ob er der einzig Verrückte ist, der so ein Faible hat, wurde im Internet recherchiert.

Ein echter Hingucker ist die „Diskalliko Light Parade“ in den Abendstunden. Foto: Isabel Schütte

Fündig geworden ist der Herberner zuerst in Palermo, wo Jugendliche, die noch kein Auto fahren dürfen, ihr Fahrrad zur mobilen Diskothek umbauen und durch die Straßen fahren. Auch hier sind die Menschen begeistert. „In den USA, vorwiegend auf Hawaii, wird alles mit bunten LED-Lampen verschönert, was irgendwie Räder hat. Hier treffen sich in den Abendstunden 300 bis 500 Gleichgesinnte an der Küste und fahren zwei bis drei Stunden ihre Venice Electric Light Parade. Über Facebook habe ich mich mit dem Gründer der gleichnamigen Gruppe in Verbindung gesetzt und wir tauschen uns täglich aus“, so der 58-Jährige.

Über Facebook hat Jehle jetzt auch seine Gruppe „Diskalliko Light Parade“ gegründet. Einmal in der Woche, meist zum Wochenende hin und natürlich bei gutem Wetter, fährt er durchs Dorf oder in die umliegenden Dörfer und Städte. Der Herberner hofft auf Nachahmer und Mitmachende. „Mir gefällt diese Riesen-Energie, die dort aufkommt, die Superstimmung. Die Freude steht den Fahrern ins Gesicht geschrieben, alle tanzen und haben einen Riesenspaß bei der Aktion.“ Seine chronische Erschöpfung und vor allem seinen Tinnitus hat er, seit er die rollende Disko betreibt, ganz gut im Griff. Das ist neben dem Spaß, den die Sache mit sich bringt, die schönste Nachricht.

Interessenten oder Mitmachende dürfen sich gerne bei Karl Jehle über Facebook oder WhatsApp unter: 0157 74610711 melden.

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