Samstag, Dezember 4, 2021

Losch-Austellung: Werne durch die Augen des Stadtgraphikers

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Werne. „Genaues Hin­schauen lohnt sich“, ver­spricht Muse­um­slei­t­erin Dr. Con­stanze Döhrer in ihrer Ansprache zur offiziellen Eröff­nung am Sam­stag­mit­tag. Die rund 40 Gäste lädt sie ein zu einem Rundgang durch die Ausstel­lung mit Werken des Stadt­grafik­ers Karl Losch (1921–2006).

Bis zum 14. Feb­ru­ar 2022 sind im Obergeschoss des Karl-Pol­len­der-Stadt­mu­se­ums zahlre­iche Orig­i­nale des Kün­stlers zu sehen und zeigen dessen Vielseitigkeit.

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„Werne durch die Augen von Karl Losch“ ist die Ret­ro­spek­tive über­schrieben, die zum 100. Geburt­stag des Grafik­ers und Kün­stlers von Muse­um und Werne Mar­ket­ing GmbH zusam­mengestellt wor­den ist. Zu sehen sind neben Ölgemälden, Zeich­nun­gen und Plakat­en auch Fotos, Büch­er und Broschüren sowie his­torische Druck­plat­ten. 1978 ent­warf Losch ein mon­u­men­tales Relief für das Sole­bad, mit dem er die Geschichte des Sole­bads in Bildern erzählte. Ele­mente dieses mit­tler­weile archivierten Objek­tes sind erst­mals wieder öffentlich aus­gestellt. „Das Relief sollte unbe­d­ingt einen Platz bekom­men, an dem es viele Men­schen sehen kön­nen“, schlug eine Besucherin spon­tan vor.

Wie Losch Stadt und Men­schen gese­hen hat, kön­nen die Besuch­er der Innen­stadt nachempfind­en, denn in 29 Schaufen­stern und Orten sind Nach­drucke sein­er Werke aus­gestellt. So kehren entsprechende Motive an die jew­eils gemal­ten, geze­ich­neten oder fotografierten Orte zurück. „In Wirk­lichkeit ist die Welt nicht so heil, wie sie auf den Bildern dargestellt wird“, sagte der Kün­stler 1987, „doch es gibt schon genug Neg­a­tives, so dass ich mich lieber auf das Schöne konzentriere.“ 

Im Detail liegt das Beson­dere. Die Besuch­er der Ausstel­lungseröff­nung nah­men die Werke des Stadt­grafik­ers Karl Losch genau unter die Lupe. Foto: MSW

Ab 1949 war Losch mehr als drei Jahrzehnte im Auf­trag der Stadt Werne tätig. Zu seinem All­t­ags­geschäft gehörte die Gestal­tung von Stadt­plä­nen, Urkun­den, Infor­ma­tion­ss­chriften und Wer­be­prospek­ten, ja selb­st die Darstel­lung der Ergeb­nisse der Kom­mu­nal­wahlen. Das alles trägt seine typ­is­che kün­st­lerische Hand­schrift, wie die Besuch­er beim Betra­cht­en der Exponate erken­nen kön­nen. Eine Auswahl der Sim-Jü-Prospek­te und ‑Plakate aus den Jahren 1949 bis 1984 macht deut­lich, wie exper­i­men­tier­freudig und ein­fall­sre­ich der gel­ernte Grafik­er die Wer­bung für die Tra­di­tions-Kirmes gestal­tete. Kurz vor seinem Ruh­e­s­tand kam dann das geschwun­gene Sim-Jü-Logo zus­tande, das bis heute geblieben ist. Ein zweit­er her­aus­ra­gen­der Entwurf gelang ihm mit dem Wern­er Stadtwappen.

„Man sieht, dass er den Zeit­geist aufgenom­men hat in seinen Plakat­en“, ist Christoph Schwartlän­der begeis­tert über die Viel­seit­igkeit und Kreativ­ität, mit der Losch immer wieder Neues schuf. Der Mitar­beit­er von Werne Mar­ket­ing stolperte beim Sicht­en von Unter­la­gen über das Geburts­da­tum ­– am 21. Dezem­ber 2021 wäre Karl Losch 100 Jahre alt gewor­den – und ini­ti­ierte das Pro­jekt. Ergänzend zur Ausstel­lung erscheint im Dezem­ber ein Buch mit 100 Werken, das der Fördervere­in des Stadt­mu­se­ums mit Unter­stützung der Sparkassen-Stiftung realisiert.

Zahlre­iche Pri­vat­per­so­n­en, Fir­men und Ein­rich­tun­gen stell­ten Lei­h­gaben für Ausstel­lung und Buch zur Ver­fü­gung, Zeitzeu­gen berichteten über per­sön­liche Erin­nerun­gen. Unter­stützung kam vom Sim-Jü-Experten Rain­er Schulz, den eine langjährige Fre­und­schaft mit Karl Losch verband. 

Die Ausstel­lung ist zu den Öff­nungszeit­en des Karl-Pol­len­der-Stadt­mu­se­ums zu besichti­gen (dien­stags bis fre­itags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, son­ntags von 14 bis 17 Uhr). Öffentliche kosten­lose Führun­gen bietet das Muse­um am 18. Novem­ber, 9. Dezem­ber und 20. Jan­u­ar jew­eils um 17 Uhr an. Die Zahl der Teil­nehmenden ist auf 25 Per­so­n­en begren­zt. Anmel­dun­gen sind möglich unter Tel. 02389/780773 oder losch@werne.de.

Als Abschluss zum Valentin­stag am 14. Feb­ru­ar 2022 bietet das Muse­um eine beson­dere Aktion an: Ver­liebte kön­nen die Ausstel­lung abends mit einem Gläschen Sekt genießen und erhal­ten einen Nach­druck eines Sim-Jü-Plakats als Geschenk. Da die Zahl der Teil­nehmenden auf 20 Paare beschränkt ist, wird auch hier um Anmel­dung gebeten (Tel. 02389/780773 oder losch@werne.de).

Weit­ere Aktio­nen, wie ein Abend­vor­trag und ein Urban-Sketch­ing-Work­shop, sind geplant.

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