Eine Strecke von 15 Metern zwischen dem provisorischen und dem endgültigen Standort musste die Brücke zurücklegen. Foto: Volkmer
Anzeige

Werne/Rünthe. Seit Ende 2019 entsteht eine neue Stahlverbundbrücke über die Lippe zwischen Bergkamen und Werne. Mit dem Verschub der XXL-Bauwerks an ihren künftigen Standort in der Nacht auf Freitag ist das Ende der Großbaustelle an der B233 ein großes Stück näher gerückt.

Von der parallel verlaufenden Rad- und Fußgängerbrücke verfolgten bis zum Einbruch der Dunkelheit einige Zaungäste den sogenannten Verschub des 60 Meter langen und 2.000 Tonnen schweren Bauwerks aus einer Kombination aus mehreren Stahlträgern und einer Fahrbahnplatte aus Beton.

Anzeige

„Tatsächlich wird die Brücke gar nicht verschoben, sondern über sogenannte Verschubbahnen an Ort und Stelle gezogen. Dafür wird der Überbau insgesamt um 20 Zentimeter angehoben und dann kontinuierlich auf die in den vergangenen Wochen neu entstandenen Widerlager transportiert“, erklärte Thorben Roeloffs, zuständiger Projektleiter aus der Bauabteilung von Straßen.NRW beim Pressetermin vor dem Startschuss der Aktion am Donnerstagabend.

Thorben Roeloffs, zuständiger Projektleiter aus der Bauabteilung von Straßen.NRW erklärte, wie die Brücke verschoben wird. Foto: Volkmer

Um eine Vorstellung zu haben, welches Gewicht bewegt wird, hatte Roeloffs auch zwei Rechenbeispiele parat: „Die 2.000 Tonnen wiegen etwa so viel wie 500 Elefanten oder anders gesagt – so viel wie 1.300 VW Golf.“ Für den Weg von 15 Metern zwischen dem provisorischen und dem endgültigen Standort benötigte die Brücke wie von den Planern der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr erwartet, eine Verschubdauer von rund vier Stunden. Dies bestätigte am frühen Freitagmorgen Pressesprecher Stephan Lamprecht auf Anfrage.

„Wir haben hier nicht nur eine neue Brücke gebaut und machen diese zukunftssicher, was die alte Brücke nicht mehr war, sondern wir tun auch was für Radfahrer und Fußgänger sowie für den Hochwasserschutz und letztlich auch für die Fischotter“, sagte Ahmed Karroum, Leiter der zuständigen Regionalniederlassung. Für die an das Wasserleben angepassten Marder wird demnächst eine Anpassung des Flussbetts im Bereich der Brücke vorgenommen. Fischotter sollen dank des künstlichen Uferstreifens, auch Berme genannt, die Möglichkeit erhalten, die Brücke gefahrlos zu unterqueren. Für Radfahrer und Fußgänger gibt es künftig auf beiden Seiten einen Weg.

Ab kommenden Mittwoch, 18. August, soll der Verkehr über die Brücke wieder in beide Richtungen rollen. Auch die Busse der VKU fahren dann wieder durch, bis dahin müssen die Fahrgäste wie berichtet über die Brücke zum nächsten Bus laufen. Straßen.NRW wird die B233-Brücke voraussichtlich Ende 2021 ohne Einschränkungen für den Verkehr freigeben.

Anzeige