Weil die Bahntrasse bereits heute eine qualitative gute Radwegverbindung nach Bergkamen darstelle, könne sie so im Norden des Kanals den Anschluss an den RS1 bilden, heißt es. Foto: Wagner
Weil die Bahntrasse bereits heute eine qualitative gute Radwegverbindung nach Bergkamen darstelle, könne sie so im Norden des Kanals den Anschluss an den RS1 bilden, heißt es. Foto: Wagner
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Werne. Eine Stärkung des Alltagsradverkehrs plant der Kreis Unna und stellt sein Radverkehrskonzept neu auf. Das entspricht den Zielen der Stadt Werne, die ebenfalls eine klima- und fahrradfreundliche Ausstattung des Verkehrsnetzes anstrebt. Von der Anbindung an den Radschnellweg RS1 verspricht man sich im eine Verbesserung des Kreisradwegenetzes.

Den Entwurf des Radkonzepts hat der Kreis seinen Kommunen per Online-Karte vorgelegt und um lokale Anmerkungen gebeten. Damit man auch in Werne auf dem Zweirad künftig gut und sicher vorankommt, sollen Wege und Querungshilfen saniert oder neu gebaut werden. Das Angebot des Kreises, Vorschläge für geeignete Maßnahmen vor Ort abzugeben, hat die Stadt Werne genutzt und das Ergebnis jetzt im Ausschuss für Umwelt, Mobilität und Klimaschutz vorgestellt. Die Stellungnahme segnete das Gremium einstimmig ab. Schließlich wird im vierten Quartal des Jahres entschieden, wie die Gesamtkonzeption aussehen soll.

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Eine Auffahrt auf den Radschnellweg steht in Werne auf der Wunschliste ohnehin schon ganz oben. Deshalb soll eine zusätzliche Radwegbrücke über den Dattel-Hamm-Kanal (auf Bergkamener Gebiet) errichtet werden. Mit der Überquerungsmöglichkeit würde für Werne somit eine adäquate Anbindung über die Klöcknerbahntrasse, ebenfalls auf Bergkamener Gebiet, realisiert. Weil die Bahntrasse bereits heute eine qualitative gute Radwegverbindung nach Bergkamen darstelle, könne sie so im Norden des Kanals den Anschluss an den RS1 bilden, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Über die Trasse der ehemaligen Zechenbahn solle der Radweg führen, ist man sich auf Werner Seite einig. Das hat den Charme, dass der Radweg dann oberhalb der Kamener Straße und nicht entlang der stark frequentierten B233 geführt werden könne.

Weil in dem Entwurf eine Verbindung von Werne nach Stockum fehlt, schlägt die Verwaltung hier eine Änderung vor. So soll die bereits bestehende und komfortabelste Verbindung über den Zechenradweg mit einem Zweirichtungsradweg asphaltiert und ausgestaltet werden. Weil auch eine Verbindung von Horst nach Herbern fehlt, stehen zwei Optionen zur Wahl. Mit einem Zweirichtungsradweg an der L844 oder über die Gemeindestraßen Nordbecker Damm und L844 Herberner Straße, ebenfalls mit den Begegnungsradweg auf einer Seite.

Auf dem bestehenden Radweg vom Werner Zentrum, der entlang der Münsterstraße (B233/B54) zur Nachbargemeinde Herbern führt, soll eine 150 Meter lange Lücke geschlossen werden, die bislang nur über Feldwege umfahren werden könne, heißt es in der Vorlage. Dies befinde sich bereits in der Überplanung des Landesbetriebs Straßen.NRW. So entsteht hier eine durchgehende Radverbindung, die es nun auch im Radwegekonzept des Kreises Unna zu berücksichtigen gilt. „Die Trassierung über die Butenlandwehr als Verbindung zur K156 nach Capelle wird allerdings sehr begrüßt“, heißt es weiter.

Für die Butenlandwehr hat der Kreis eine Führung als Fahrradstraße angedacht. Allerdings wird die Straße auch von Bussen und Lkw befahren. Deshalb schlägt die Stadt vor, dass die Butenlandwehr von der B54 aus mit einem mindestens drei Meter breiten Rad- und Gehweg angelegt wird. Auch eine Temporeduzierung des motorisierten Verkehrs wird erwogen.

Die Frage nach dem Baustart des RS1 musste Adrian Kersting, Abteilungsleiter Straßen und Verkehr, allerdings in Ungefähre verschieben, das sei noch unklar, hieß es.

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