Ab Montag öffnet die Fleischerei Mecke nicht mehr ihr Ladenlokal an der Lippestraße 5 in Werne. Foto: Volkmer
Die Fleischerei Mecke hat das Ladenlokal in Werne mittlerweile geschlossen. Foto: Volkmer
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Werne – Im Tierquäler-Skandal bei der Fleischerei Mecke gibt es eine neue Entwicklung. Die Veterinärbehörde des Kreises Unna hat die Schließung der Schlachterei verfügt und Geschäftsführer Marko Mecke mit sofortiger Wirkung den Umgang mit Tieren untersagt. 

Die Verfügung sei am vergangenen Freitagabend erlassen worden, teilte der Kreis Unna auf Medienanfrage mit. Einzelheiten über die Gründe für das harte Durchgreifen der Behörde will Landrat Mario Löhr am Dienstag, 17. August, um 13 Uhr in einem Pressegespräch bekannt geben.

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Das Veterinäramt hatte sich bisher zu den ungeheuerlichen Taten an der Viehsammelstelle der Fleischerei Mecke, die durch die Soko Tierschutz aufgedeckt wurden, nicht öffentlich geäußert. Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sei es inzwischen zu neuen, über die bisher bekannten Vorfälle hinaus reichenden Erkenntnissen gekommen, die es erforderlich machen, auch den Betrieb in der Schlachterei unverzüglich behördlich zu verbieten, hieß es aus der Pressestelle der Kreisverwaltung.

Das Fleischer-Fachgeschäft am Stammsitz Lippestraße und eine Filiale in der ehemaligen Metzgerei Scharbaum in Lünen waren am Samstag vom Firmeninhaber geschlossen worden. Die Werbe-Logos des Unternehmens wurden abgebaut. Der Betrieb der Viehsammelstelle an der Lünener Straße war unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals untersagt worden.

Die Soko-Tierschutz, die die brutalen Misshandlungen von kranken und geschwächten Tieren durch Mitarbeiter der Viehsammelstelle mit versteckten Kameras dokumentiert und öffentlich bekannt gemacht hatte, übte Kritik am Veterinäramt, das seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sei.

Am Mittwoch, 19. August, lädt die Soko um 19 Uhr zu einem Bürgergespräch in den Kolpingsaal ein, das unter dem Titel „Was ist los im Landkreis Unna?“ steht.

Die neuesten Entwicklungen im Fall Mecke und die Erklärung von Landrat Mario Löhr dürften hier für weiteren Gesprächsstoff sorgen.

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