Beim Leseförderungsprojekt mit Tablets erfuhren die Kinder, dass sie in ihre E-Books neben Texten auch Fotos, gemalte Bilder, Audiodateien wie etwa Bienensummen etc. und sogar Videos einfügen können. Foto: Selma Brand
Beim Leseförderungsprojekt mit Tablets erfuhren die Kinder, dass sie in ihre E-Books neben Texten auch Fotos, gemalte Bilder, Audiodateien wie etwa Bienensummen etc. und sogar Videos einfügen können. Foto: Selma Brand
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Werne. Die Stadtbücherei Werne hat das vom Land NRW unterstützte Projekt „Leseförderung mit Tablets“ jetzt unter anderem mit Workshops in den Werner Grundschulen umgesetzt. Das teilte die stellvertretende Leiterin der Bibliothek, Marion Gloger, mit.

Ziel sei es gewesen, die Freude der Kinder am kreativen Schreiben zu fördern. Allerdings hatten die Workshops coronabedingt immer wieder verschoben werden müssen.

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Weil die Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 so manches auf den Kopf gestellt hatte und Unterricht nicht mehr wie gewohnt stattfinden, galt es andere Möglichkeiten zu finden. Technische Endgeräte wie Tablets hätten den Jungen und Mädchen der Wiehagenschule die Teilnahme am Online-Unterricht erst ermöglicht und Kontakte zu ihren Lehrkräften, aber auch zu Mitschüler/innen halten. Sie konnten sich so über Aufgaben austauschen, Materialien online teilen, Ergebnisse bereitstellen und – auch über Entfernungen hinweg – gemeinsam arbeiten.

Auch unabhängig von der Pandemie sei deutlich geworden, wie hilfreich und praktisch digitale Endgeräte für das gemeinsame, innovative Lernen sein können. Der Einsatz von Tablets ermögliche neben der Bearbeitung von Aufgaben oder dem Austausch in Videokonferenzen mittels kreativer Apps zudem, dass die Kinder ihre Themen und Gedanken in ein ganz neues Licht rücken könnten, erläuterte Gloger.

Unter Anleitung der Medienpädagogin Selma Brand lernten die Viertklässler/innen der Werner Grundschulen wie sie ein eigenes E-Book, also ein elektronisches Buch zu einem frei gewählten Thema erstellen können. Die Kinder setzten sich mit den unterschiedlichen Inhalten ihrer Lieblingsbücher auseinander und stellten bald fest, dass es „erfundene“, also fiktionale und nicht fiktionale Bücher (z.B. Wissensbücher über die Pyramiden, den Weltraum oder Pferde) gibt. Im Plenum überlegten die Kinder, was E-Books von herkömmlichen Büchern unterscheidet. Ayla, 10 Jahre: „Bücher werden aus Bäumen gemacht, E-Books aus Kabeln“. Die Kinder erfuhren, dass sie in ihre E-Books neben Texten auch Fotos, gemalte Bilder, Audiodateien wie etwa Bienensummen etc. und sogar Videos einfügen können.

„Bei der Arbeit am ersten eigenen Buch sollen alle die Möglichkeit bekommen, über die Themen zu schreiben, die sie wirklich interessieren.“

Medienpädagogin Selma Brand über das Projekt.

Jedes Kind wurde bei der individuellen Ideenfindung unterstützt und konnte dann mit dem Schreiben der ersten Zeilen beginnen. Über die Ideen- und Themenvielfalt in den Büchern der Kinder zeigte sich Medienpädagogin Selma Brand nicht verwundert: „Bedingt durch das Distanzlernen haben die Kinder nun lange genug die gleichen Aufgaben wie ihre Mitschüler/innen erledigt. Bei der Arbeit am ersten eigenen Buch sollen alle die Möglichkeit bekommen, über die Themen zu schreiben, die sie wirklich interessieren. Jedes Kind wird von uns beraten und bei der Umsetzung seiner Ideen unterstützt. Ganz gleich, ob es sich um eine Fantasy-Geschichte, ein Tagebuch oder um Tipps zur optimalen Nutzung des Tablets handelt.“

In jedem Buch durfte die Seite mit Informationen zur Autorin beziehungsweise zum Autor nicht fehlen. Hier stellten sich die Kinder vor, nutzten Emojis zur Darstellung ihrer Hobbys und erklärten, warum sie gerade diese Geschichte für ihr erstes Buch gewählt hatten. Marion Gloger begleitete das Projekt für die Stadtbücherei Werne und war begeistert: „Die Kinder machen so wertvolle Erfahrungen, indem sie erkennen, dass sie selbst ihre Bücher schreiben können. Sie sind stolz auf ihre Geschichten, geben sich enorm viel Mühe bei der Gestaltung der einzelnen Seiten.“ Abschließend waren sich alle einig: „Das macht so viel Spaß.“

An der Wiehagenschule werde die Erstellung von E-Books in den regulären Unterricht aufgenommen. Denn auch das gemeinsame Schreiben eigener Fortsetzungsgeschichten, Lexika oder die Bearbeitung von Unterrichtsthemen könnten somit attraktiv realisiert werden.

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