Die Nordwest-Ansicht des geplanten neuen Feuerwehrgerätehauses in Stockum. Visualisierung: ulrich+bahr architekten gmbh
Die Nordwest-Ansicht des geplanten neuen Feuerwehrgerätehauses in Stockum. Visualisierung: ulrich+bahr architekten gmbh
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Werne/Stockum. Ein massiver Kostenanstieg beim Bau des Feuerwehr-Gerätehauses in Stockum sorgte am Mittwoch (9. Juni) im Betriebsausschuss des Kommunalbetriebs Werne (KBW) für entsetzte Gesichter bei der Politik. Um bis zu drei Millionen Euro wird das Bauvorhaben teurer als angenommen, schraubt sich die Kostenspirale von 3,4 auf 6,3 Millionen Euro.

Das Zahlenwerk, das KBW-Leiter Frank Adamietz präsentierte, löste in der Runde denn auch deutliche Kritik aus. „Da muss man als Ortspolitiker aber schon sehr leidensfähig sein“, machte Artur Reichert (FDP) seinem Ärger Luft. Uta Leisentritt (CDU) bekannte sich zwar nach wie vor zum Bau des Gerätehauses, mochte sich mit der Kostenexplosion aber nicht abfinden. „Das ist absoluter Wahnsinn, 6,3 Millionen für eine kleine Halle. Das ist nicht tragbar“, fand sie klare Worte.

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Preisanpassungen, Flächenerweiterung und verschiedene Ausbauvarianten treiben den möglichen Finanzaufwand bis zu einer Marke von 6,3 Millionen Euro. Das bisherige Budget liegt, Fördermittel von 250.000 Euro aus dem Förderprogramm Dorferneuerung 2021 schon eingerechnet, bei besagten 3,4 Millionen Euro. Die Diskrepanz ist allerdings auch einem Grundproblem geschuldet, das Adamietz als „Fluch der ersten Zahl“, bezeichnete. Denn bevor die Verwaltung ein Ingenieurbüro beauftragen könne, müsse sie eine Kostenberechnung vorlegen. Die orientiere sich aber zunächst nur an den Leistungsverzeichnissen der Firmen. Erst anhand der Ergebnisse eines Ingenieursbüros könnte der Kostenaufwand konkretisiert werden, erläuterte er. Das ergebe immer abweichende Zahlen, wie bei anderen Projekten auch.

Unter vier möglichen Ausbauvarianten hat man die – unterschiedlich teure – Wahl. Kriterien der Ausstattung sind beispielsweise der Umfang der Photovoltaikanlage, aufgebracht auf dem Dach oder zusätzlich an der Fassade, Heizungs- und Lüftungstechnik und die Entscheidung für die Baustoffe (Beton/Holz). Die Kostenspanne für die Varianten bewegt sich zwischen 5,6 und 5,8 Millionen Euro bis hin zu einem Höchstwert von 6,3 Millionen Euro.

Zu den Zahlen: Unter anderem für das Herrichten und Erschließen fallen zusätzlich 400.000 Euro an, weitere 400.000 Euro für eine Flächenerweiterung. Der Preisanstieg im Bausektor macht stolze 775.000 Euro aus und für Nebenkosten müssen 395.000 Euro berappt werden. Schlussendlich summiert sich der finanziellen Gesamtaufwand auf 2,2 Millionen Euro über dem ersten Ansatz.

In der Sitzung gab es dann keine Abstimmung. Vielmehr bat sich die Politik Zeit zur intensiven Beratung aus. Auch weil die vorlegten Zahlenkolonnen der Präsentation so „nicht beratungsfähig“ seien, befand es Vorsitzender Lars Hübchen (SPD).

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