Sonntag, März 26, 2023

Kompaktes Info-Paket zum Bürgerentscheid

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Wer­ne. Mit der Bro­schü­re „Nach­hal­ti­ger Gewer­be­park Wer­ne“ bekom­men die Wer­ner Bürger/innen am Wochen­en­de Infor­ma­tio­nen zum neu­en Gewer­be- und Indus­trie­ge­biet frei Haus geliefert. 

An 14.000 Wer­ner Haus­hal­te wer­den die 27 Sei­ten star­ken Hef­te, gespickt mit Inhal­ten rund um die Fra­ge des Bür­ger­ent­scheids am 12. Dezem­ber, an die­sem Wochen­en­de ver­teilt. Das kün­dig­ten Bür­ger­meis­ter Lothar Christ und Wirt­schafts­för­de­rer Mat­thi­as Stil­ler am Mitt­woch beim Medi­en­ge­spräch im Stadt­haus an. Seit dem Nach­mit­tag ist das kom­pak­te Info-Paket zudem online auf der Home­page der Stadt ein­seh­bar. Im Stadt­haus sind die Hef­te eben­falls zu bekommen.

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„Zum zwei­ten Mal wird mit einem Bür­ger­ent­scheid eine wich­ti­ge Ent­schei­dung in die Hän­de der Bür­ger gelegt, das ist eine demo­kra­ti­sche Stern­stun­de“, so Christ. Das The­ma ist kom­plex und anspruchs­voll, des­halb muss man infor­mie­ren“, schick­te Christ vor­aus. Die Bür­ger­schaft mit sach­li­chen Infor­ma­tio­nen zu ver­sor­gen, sei eine Bring­schuld der Stadt und kei­ne Hol­schuld der Bürger/innen, beton­te er. Inner­halb weni­ger Wochen habe Mat­thi­as Stil­ler das Mate­ri­al zusam­men­ge­tra­gen, lob­te er das Ergeb­nis der Arbeit.

Mit der Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gne, zu der neben der Bro­schü­re auch Fly­er und bis zum Wahl­tag am 3. Advent regel­mä­ßi­ge Info­stän­de in der Fuß­gän­ger­zo­ne (frei­tags und sams­tags) zäh­len, wer­ben Ver­wal­tung, Wirt­schafts­för­de­rung und fünf von sechs Rats­frak­tio­nen dafür, die Pla­nung für die Gebiets­ent­wick­lung zu prü­fen. Der Aus­gang des Ver­fah­ren sei gleich­wohl völ­lig offen, ver­si­cher­te Stil­ler, dass die Pla­nun­gen gege­be­nen­falls auch ein­ge­stellt wer­den könn­ten, soll­ten bei­spiels­wei­se wich­ti­ge Ergeb­nis­se aus den dann ein­zu­ho­len­den Gut­ach­ten dage­gen sprechen.

„Stim­men sie für die Zukunft unse­rer Stadt“, wen­det sich Lothar Christ gleich zu Beginn der Bro­schü­re an die Wähler/innen. „Mein Ziel ist es, öko­lo­gi­sche und öko­no­mi­sche Inter­es­sen glei­cher­ma­ßen zu berück­sich­ti­gen. Daher spre­che ich mich für einen Nach­hal­ti­gen Gewer­be­park Wer­ne aus“, schreibt der Bür­ger­meis­ter. So will man sich im Stadt­haus dem Balan­ce­akt zwi­schen Anfor­de­run­gen des Kli­ma­schut­zes, der Nach­hal­tig­keit und einer wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung der Stadt stellen.

Im Heft infor­miert Mat­thi­as Stil­ler über einen Maß­nah­men­ka­ta­log für Gewer­be­ge­bie­te der Zukunft, den die Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft des Krei­ses Unna schon im Dezem­ber 2020 zusam­men mit Umwelt- und Fach­agen­tu­ren erar­bei­tet hät­te. „Die­ser Kata­log befasst sich inten­siv mit der Fra­ge, wie man Gewer­be­ge­bie­te neu ent­wi­ckeln kann. Dabei spie­len Nach­hal­tig­keit und Res­sour­cen­scho­nung zen­tra­le Rol­len“ (S.4). Als Bei­spie­le für die Aus­stat­tung künf­ti­ger Gewer­be­ge­bie­te wer­den dann etwa Ent­sie­ge­lung von Flä­chen, Reten­ti­ons­mul­den, Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen, Smar­te Beleuch­tung, Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien oder Fas­sa­den­be­grü­nung aufgeführt.

Unter­stüt­zung fin­den Ver­wal­tung und Wirt­schafts­för­de­rung bei den Frak­tio­nen von CDU, SPD, FDP, Unab­hän­gi­ge Wäh­ler Wer­ne und Links­frak­ti­on. „Die­se hal­ten nach dem Bür­ger­be­geh­ren an dem gemein­sa­men Weg fest“, ver­wies Lothar Christ auf die State­ments der Fünf in der Bro­schü­re. Auch „Wir für Wer­ne“ und die Mit­tel­stands- und Wirt­schafts­uni­on MIT posi­tio­nie­ren sich: Wer die Pla­nung des Nach­hal­ti­gen Gewer­be­park Wer­ne unter­stützt, der sagt NEIN zum Bür­ger­ent­scheid mit der Fra­ge­stel­lung: „Sind Sie dafür, das im Bereich der Nord­lip­pe­stra­ße Nord KEIN neu­es Gewer­be­ge­biet ent­wi­ckelt wird?“

Fer­ner mel­den sich neben Geschäfts­füh­rern Wer­ner Unter­neh­men zum Bei­spiel auch der Dort­mun­der IHK-Geschäfts­füh­rer Ste­fan Schrei­ber oder der Lei­ter der Frei­herr-vom-Stein-Berufs­schu­le, Hel­mut Gra­vert, zu Wort.

Die Fra­ge der Flä­chen­ver­sie­ge­lung wird aus­führ­lich the­ma­ti­siert. Der Regio­nal­ver­band Ruhr (RVR über­neh­me die Regio­nal­pla­nung. „Flä­chen sol­len behut­sam geplant oder geschützt wer­den und kein über­di­men­sio­nier­ter ‚Flä­chen­fraß´ darf zuge­las­sen wer­den“ (S.18). Die Ent­wick­lung des Gewer­be­parks Nord sei auf Wer­ner Stadt­ge­biet die ein­zi­ge Opti­on, weil man nur hier noch den von der Regio­nal­pla­nung vor­ge­schrie­be­nen Kon­takt zum Sied­lungs­be­reich vor­fin­de. Ein von der Stadt vor­ge­se­he­ner Stand­ort an der A1, so Lothar Christ, sei des­halb nicht mög­lich gewe­sen. Bei Flä­chen­ver­brauch müss­ten zudem im Zuge von Aus­gleichs­maß­nah­men ande­re Flä­chen natur­nah auf­ge­wer­tet wer­den, hieß es ferner.

Für die Infra­struk­tur­pro­jek­te in der Stadt sei­en gewerb­li­che Steu­ern und ande­re Ein­nah­men wich­tig. Dazu wer­den unter ande­rem der Neu­bau des Sole­bads, der Mar­ga-Spie­gel-Schu­le oder die Sanie­rung der Fuß­gän­ger­zo­ne genannt.

Die Vor­prü­fung des RVR über schäd­li­che Umwelt­aus­wir­kun­gen sei in der Gesamt­be­wer­tung posi­tiv aus­ge­fal­len, sag­te Mat­thi­as Stil­ler. Zwar sei­en bei „Luft“ und „Kli­ma“ erheb­li­che Aus­wir­kun­gen zu erwar­ten, bei den Kate­go­rien „Tie­re“, „Boden“, „Was­ser“, „Land­schaft“ und „Pflan­zen“ dage­gen aber kei­ne, führ­te er aus.

Auf Wan­del bei der Gestal­tung künf­ti­ger Gewer­be­ge­bie­te setz­ten des­halb Bür­ger­meis­ter und Wirt­schafts­för­de­rer und sahen auch im Bereich der Unter­neh­men den Wil­len, dies umzu­set­zen. Wel­che Ansied­lun­gen kom­men, ent­schei­de letzt­lich die Stadt und kön­ne dafür kon­kre­te Kri­te­ri­en fest­le­gen. „Wir wol­len am Stand­ort Wirt­schaft und Kli­ma­schutz zusam­men­brin­gen“, so Christ.

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