Samstag, Dezember 4, 2021

Kompaktes Info-Paket zum Bürgerentscheid

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Werne. Mit der Broschüre „Nach­haltiger Gewer­bepark Werne“ bekom­men die Wern­er Bürger/innen am Woch­enende Infor­ma­tio­nen zum neuen Gewerbe- und Indus­triege­bi­et frei Haus geliefert. 

An 14.000 Wern­er Haushalte wer­den die 27 Seit­en starken Hefte, gespickt mit Inhal­ten rund um die Frage des Bürg­er­entschei­ds am 12. Dezem­ber, an diesem Woch­enende verteilt. Das kündigten Bürg­er­meis­ter Lothar Christ und Wirtschafts­förder­er Matthias Stiller am Mittwoch beim Medi­enge­spräch im Stadthaus an. Seit dem Nach­mit­tag ist das kom­pak­te Info-Paket zudem online auf der Home­page der Stadt ein­se­hbar. Im Stadthaus sind die Hefte eben­falls zu bekommen.

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„Zum zweit­en Mal wird mit einem Bürg­er­entscheid eine wichtige Entschei­dung in die Hände der Bürg­er gelegt, das ist eine demokratis­che Stern­stunde“, so Christ. Das The­ma ist kom­plex und anspruchsvoll, deshalb muss man informieren“, schick­te Christ voraus. Die Bürg­er­schaft mit sach­lichen Infor­ma­tio­nen zu ver­sor­gen, sei eine Bringschuld der Stadt und keine Holschuld der Bürger/innen, betonte er. Inner­halb weniger Wochen habe Matthias Stiller das Mate­r­i­al zusam­menge­tra­gen, lobte er das Ergeb­nis der Arbeit.

Mit der Infor­ma­tion­skam­pagne, zu der neben der Broschüre auch Fly­er und bis zum Wahlt­ag am 3. Advent regelmäßige Infos­tände in der Fußgänger­zone (fre­itags und sam­stags) zählen, wer­ben Ver­wal­tung, Wirtschafts­förderung und fünf von sechs Rats­frak­tio­nen dafür, die Pla­nung für die Gebi­et­sen­twick­lung zu prüfen. Der Aus­gang des Ver­fahren sei gle­ich­wohl völ­lig offen, ver­sicherte Stiller, dass die Pla­nun­gen gegebe­nen­falls auch eingestellt wer­den kön­nten, soll­ten beispiel­sweise wichtige Ergeb­nisse aus den dann einzu­holen­den Gutacht­en dage­gen sprechen.

„Stim­men sie für die Zukun­ft unser­er Stadt“, wen­det sich Lothar Christ gle­ich zu Beginn der Broschüre an die Wähler/innen. „Mein Ziel ist es, ökol­o­gis­che und ökonomis­che Inter­essen gle­icher­maßen zu berück­sichti­gen. Daher spreche ich mich für einen Nach­halti­gen Gewer­bepark Werne aus“, schreibt der Bürg­er­meis­ter. So will man sich im Stadthaus dem Bal­anceakt zwis­chen Anforderun­gen des Kli­maschutzes, der Nach­haltigkeit und ein­er wirtschaftlichen Entwick­lung der Stadt stellen.

Im Heft informiert Matthias Stiller über einen Maß­nah­menkat­a­log für Gewer­bege­bi­ete der Zukun­ft, den die Wirtschafts­förderungs­ge­sellschaft des Kreis­es Unna schon im Dezem­ber 2020 zusam­men mit Umwelt- und Facha­gen­turen erar­beit­et hätte. „Dieser Kat­a­log befasst sich inten­siv mit der Frage, wie man Gewer­bege­bi­ete neu entwick­eln kann. Dabei spie­len Nach­haltigkeit und Ressourcenscho­nung zen­trale Rollen“ (S.4). Als Beispiele für die Ausstat­tung kün­ftiger Gewer­bege­bi­ete wer­den dann etwa Entsiegelung von Flächen, Reten­tion­s­mulden, Pho­to­voltaikan­la­gen, Smarte Beleuch­tung, Regen­er­a­tive Energien oder Fas­saden­be­grü­nung aufgeführt.

Unter­stützung find­en Ver­wal­tung und Wirtschafts­förderung bei den Frak­tio­nen von CDU, SPD, FDP, Unab­hängige Wäh­ler Werne und Links­frak­tion. „Diese hal­ten nach dem Bürg­er­begehren an dem gemein­samen Weg fest“, ver­wies Lothar Christ auf die State­ments der Fünf in der Broschüre. Auch „Wir für Werne“ und die Mit­tel­stands- und Wirtschaft­sunion MIT posi­tion­ieren sich: Wer die Pla­nung des Nach­halti­gen Gewer­bepark Werne unter­stützt, der sagt NEIN zum Bürg­er­entscheid mit der Fragestel­lung: „Sind Sie dafür, das im Bere­ich der Nordlippes­traße Nord KEIN neues Gewer­bege­bi­et entwick­elt wird?“

Fern­er melden sich neben Geschäfts­führern Wern­er Unternehmen zum Beispiel auch der Dort­munder IHK-Geschäfts­führer Ste­fan Schreiber oder der Leit­er der Frei­herr-vom-Stein-Beruf­ss­chule, Hel­mut Gravert, zu Wort.

Die Frage der Flächen­ver­siegelung wird aus­führlich the­ma­tisiert. Der Region­alver­band Ruhr (RVR übernehme die Region­alpla­nung. „Flächen sollen behut­sam geplant oder geschützt wer­den und kein überdi­men­sion­iert­er ‚Flächen­fraß´ darf zuge­lassen wer­den“ (S.18). Die Entwick­lung des Gewer­beparks Nord sei auf Wern­er Stadt­ge­bi­et die einzige Option, weil man nur hier noch den von der Region­alpla­nung vorgeschriebe­nen Kon­takt zum Sied­lungs­bere­ich vorfinde. Ein von der Stadt vorge­se­hen­er Stan­dort an der A1, so Lothar Christ, sei deshalb nicht möglich gewe­sen. Bei Flächen­ver­brauch müssten zudem im Zuge von Aus­gle­ichs­maß­nah­men andere Flächen natur­nah aufgew­ertet wer­den, hieß es ferner.

Für die Infra­struk­tur­pro­jek­te in der Stadt seien gewerbliche Steuern und andere Ein­nah­men wichtig. Dazu wer­den unter anderem der Neubau des Sole­bads, der Mar­ga-Spiegel-Schule oder die Sanierung der Fußgänger­zone genannt.

Die Vor­prü­fung des RVR über schädliche Umweltauswirkun­gen sei in der Gesamt­be­w­er­tung pos­i­tiv aus­ge­fall­en, sagte Matthias Stiller. Zwar seien bei „Luft“ und „Kli­ma“ erhe­bliche Auswirkun­gen zu erwarten, bei den Kat­e­gorien „Tiere“, „Boden“, „Wass­er“, „Land­schaft“ und „Pflanzen“ dage­gen aber keine, führte er aus.

Auf Wan­del bei der Gestal­tung kün­ftiger Gewer­bege­bi­ete set­zten deshalb Bürg­er­meis­ter und Wirtschafts­förder­er und sahen auch im Bere­ich der Unternehmen den Willen, dies umzuset­zen. Welche Ansied­lun­gen kom­men, entschei­de let­ztlich die Stadt und könne dafür konkrete Kri­te­rien fes­tle­gen. „Wir wollen am Stan­dort Wirtschaft und Kli­maschutz zusam­men­brin­gen“, so Christ.

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