Die größte Einrichtung der Jugendhilfe in Werne ist mit etwa 100 Kindern die Kita „Auf dem Berg“. Ab Montag werden hier wieder viele Kinder erwartet, die in unterschiedlichen Bereichen spielen können. Foto: Volkmer
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Werne. Ab kommenden Montag gilt der Appell von NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP), Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, nicht mehr. „Es sind wieder alle Kinder eingeladen, in die Kita zu kommen“, sagte Stamp. In den vier Kindertageseinrichtungen der Jugendhilfe Werne wird daher ab Montag ein volles Haus erwartet.

Die Kitas „Auf dem Berg“, „Auf der Nath“ und „Am Familiennetz“, die das Verbund-Familienzentrum „St. Josef“ bilden, und die Kindertageseinrichtung „An der Schule“ werden in der Regel von insgesamt rund 250 Kindern besucht. Derzeit sind es etwa die Hälfte. „Die Zahlen schwanken natürlich, so gibt es Einrichtungen, in die zuletzt bereits rund 60 Prozent der Kinder gekommen sind, aber auch andere, in denen es nur gut 30 Prozent gewesen sind“, berichtet Ute Waterhues, zuständig für pädagogische Fachberatung bei der Jugendhilfe.

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Weiterhin gilt mindestens bis zum 8. März der eingeschränkte Betrieb, der vorsieht, dass Gruppen getrennt sein müssen und die Träger die wöchentliche Stundenzahl um bis zu zehn Stunden wöchentlich reduzieren. Damit werden die Anweisungen aus den vergangenen Wochen fortgeführt. Die Eltern, die sonst eine Betreuung bis 16.30 Uhr gebucht haben, müssen die Kinder dementsprechend früher wieder abholen. „Es gab auch Eltern, die das so interpretiert haben, als wenn sie sich aussuchen können, an welcher Stelle sie die zehn Stunden einsparen. Das ist aber nicht möglich, weil dann doch die Öffnungszeiten von 7 bis 16.30 Uhr nötig wären, was eine Kita personell gar nicht leisten kann. Nicht zuletzt gibt auch die Finanzierung das gar nicht her“, erklärt die Mitarbeiterin der Jugendhilfe.

Vom normalen Regelbetrieb sind die Kitas ab dem 22. Februar also noch weit entfernt. Wie viele Kinder am Montag genau erscheinen werden, ist noch nicht bekannt, obwohl viele Eltern schon signalisiert haben, dass ihre Kinder dabei sein werden. Waterhues geht daher von einer Quote von nahezu 100 Prozent aus. „Wir werden sicher mit mehr Kindern in den Gruppen sein. Eine gute pädagogische Situation können wir nicht erwarten, aber wir werden uns gut vorbereiten und das stemmen“, sagt die Erzieherin.

Der Bereich der Partizipation ist für die Kleinen seit Beginn der Maßnahmen vor bald einem Jahr nahezu vollständig weggebrochen. Die Entscheidungen, mal den Spielkameraden in einer anderen Gruppe zu besuchen, sich beim Frühstücks-Buffet selbst zu bedienen oder sich in einem Forscher- oder Kunstraum auszuprobieren, fallen weg. „Wir versuchen vieles in den eigenen Gruppen unterzubringen, aber im Moment ist es schwierig, den pädagogischen Ansprüchen zu genügen. Es macht einen schon traurig, dass wir wegen der Pandemie nicht gemeinsam mit den Kindern die Wege gehen können, die wir eigentlich gehen möchten“, bedauert Waterhues.

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