Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner liegt, kann die Außengastronomie wieder öffnen. Nach über einem halben Jahr Zwangspause war das am Mittwoch vor einer Woche in Soest der Fall. Foto: Volkmer
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Werne. Vor einer Woche wurde bekannt, dass in ganz Nordrhein-Westfalen eingeschränkte Öffnungen der Außengastronomie wieder erlaubt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner liegt. Das könnte in Werne am Wochenende der Fall sein. Das Restaurant „Stilvoll im Rathaus“ wird über Pfingsten jedoch noch nicht öffnen – zu unklar ist die Lage.

Zunächst ein Blick in die Nachbarschaft: Der Außenbereich der Gastronomiebetriebe in Soest und Lippstadt darf seit Mittwoch vor einer Woche unter besonderen Auflagen in abgegrenzten Bereichen wieder besucht werden. Soest ist wie Lippstadt eins von sechs Corona-Modellprojekten des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Besucher müssen als Voraussetzung einen aktuellen Negativ-Befund eines Schnelltests oder den Nachweis einer Immunisierung bzw. einer überstandenen Corona-Erkrankung (nicht älter als sechs Monate) vorlegen.

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Stilvoll am Pfingswochenende noch geschlossen

Auch in anderen Kommunen wird ein Start der Biergartenzeit am Pfingstwochenende unter dem Motto: „Getestet, Geimpft, Genesen“ erwartet. Das „Stilvoll im Rathaus“ wird nicht dabei sein, obwohl bei den zuletzt konstanten Werten unter 100 Neuinfektionen eine Öffnung am Samstag erfolgen könnte (Stand am Mittwoch). „Es muss erst eine Freigabe durch das Land erfolgen“. Diese Info hat Betreiber Andreas Nozar vom städtischen Ordnungsamt bekommen. „Ich kann mir nicht vorstellen, wenn ich am Samstag erfahre, dass ich öffnen darf, dies dann kurzfristig zu machen. Ich kann jetzt auch nicht auf blauen Dunst etwas vorbereiten, wenn ich dann erfahre, dass ich doch nicht öffnen darf. Daher werden wir Pfingsten definitiv noch nicht öffnen.“

Das ist nicht die einzige Frage, die derzeit noch offen ist. „Die Mitarbeiter müssen getestet sein. Doch es ist noch nicht klar, ob jemand von uns geschult werden kann, um dann die Tests mit dem Personal durchzuführen“, sagt Nozar. Auch technische Dinge müssten vor einem Neustart noch erledigt werden. „Der Leitungsreiniger, der bisher für uns zuständig war, ist mittlerweile Lkw-Fahrer. Aber wenn die Leitung nicht gereinigt ist, kann ich da kein Bierfass dran anschließen.“

Auch im Hinblick auf den Lebensmittel-Einkauf sei eine kurzfristige Öffnung unter unklaren Vorzeichen nicht sinnvoll. So hatte der Gastwirt vor dem Lockdown im November für mehrere Tausend Euro Lebensmittel eingekauft. Fünf Tage später musste er wieder schließen. „Wir brauchen einfach eine verlässliche Planungsgrundlage. Erst dann kann man öffnen“, stellt Nozar klar. Nicht zuletzt sei die Frage offen, wie viele Menschen sich extra testen lassen würden, um dann ein Bier zu trinken. „Wenn wir aufmachen, die Ware eingekauft ist und dann alleine mit zwei Leuten da stehen, wird diese Zeit für uns tödlicher als die Monate, in denen wir zu hatten“, befürchtet Nozar.

Hahnenbalken will am 27. Mai wieder öffnen

Auch der Hahnenbalken in unmittelbarer Nachbarschaft wird an diesem Samstag noch nicht seinen Biergarten öffnen. Das teilte Darko Vukovic via Facebook mit. „Wir warten erst noch ein paar Tage ab, bis die Inzidenz auf ein Wert unter 50 sinkt und wir auch den Innenbereich nutzen dürfen“, schreibt der Wirt. Er hofft, am kommenden Donnerstag (27. Mai) ab 16 Uhr wieder seine Gäste begrüßen zu können.

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