Die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr Werne wurde im Ausschuss vorgestellt. Foto: Feuerwehr Werne
Die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr Werne wurde im Ausschuss vorgestellt. Foto: Feuerwehr Werne
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Werne. Jahresbilanz der Freiwilligen Feuerwehr Werne: 444 Einsätze haben die vier Einheiten und der ABC-Zug NRW mit insgesamt 150 Aktiven 2020 im Dienste der Bürger absolviert. Im Ausschuss für Soziales, öffentliche Ordnung, Integration und Inklusion am Dienstag (16. März), berichtete Wehrleiter Thomas Temmann über große und kleine Einsätze, erschwerende Corona-Auswirkungen auf Arbeit und Gemeinschaftspflege, neue Schutzkleidung für die Truppe in 2021, über „tierische“ Notlagen und über Kurioses am Rande.

Acht Minuten bis zum Erreichen des Einsatzortes und Corona

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Laut Brandschutzbedarfsplan müssen neun Einsatzkräfte der Feuerwehr am Einsatzort sein, verlangt der Brandschutzbedarfsplan. Weitere neun müssen es nach insgesamt 13 Minuten sein. Dies müsse in mindestens 85 Prozent der Fälle eingehalten werden, erklärte Thomas Temmann. Ein Ziel, das mit einen Erreichungsgrad von 56 Prozent allerdings coronabedingt unterschritten wurde. Denn pro Fahrzeug dürfen unter den gelten Regeln maximal nur noch fünf statt neun Kräfte pro Fahrzeug mitfahren. Viele müssen zudem tagsüber erst von ihren Arbeitsplätzen zur Wache fahren. Überhaupt hat Corona die Feuerwehrarbeit 2020 stark geprägt: Viel Aufwand erforderte die Umsetzung der Schutzmaßnahmen und das Verhalten im Einsatz mussten aufgestellt werden. Das wurde diszipliniert durchgeführt. Dienstabende, Brandschutzerziehung, Übungen oder kameradschaftliche Treffen mussten ausfallen. So auch das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen der Löschgruppe Langern im Sommer.

Einsätze 2020

Zu 99 Brandschutzeinsätzen, davon zwölf mit Menschenrettung, wurde die Wehr gerufen. Häufig musste technische Hilfe geleistet werden, davon 72 mit Menschenrettung. Überörtliche Hilfe wurde 14 Mal geleistet. Zu 50 Fehlalarmen rückten die Feuerwehrleute vergeblich aus, eine böswillige Alarmierung kam hinzu. Unter den Einsätzen wie Bränden, Unfällen oder sonstigen Ursachen blieb dem Werner Feuerwehrchef der Unfall in der Straße Kirchhof Mottenheim in Erinnerung, als ein Senior von einem Betonmischer überfahren und schwer verletzt wurde. Vorbildlich sei hier der Einsatz einer Ersthelferin gewesen, lobte Temmann. Ein Wohnmobil auf dem Hagen brannte im Oktober lichterloh. Unklar war zunächst, ob sich eine Person darin befand. Zum Glück für den Besitzer und zur Erleichterung der Wehrleute war dies nicht der Fall.

Tierische“ Notlagen

In einer ganze Reihe von Fällen, in denen Tiere aus der Bredouille gerettet werden musste, bewiesen die Wehrleute ein Herz für die Fauna. Ein Reh, eingeklemmt zwischen Zaungittern, ein Lamm in Stromzaun oder der Fund einer ein Meter langen Schlange beschäftigten die Kameraden, ebenso wie eine kleine Eule, die sich in der Abspannung eines Telegrafenmastes verfangen hatte.

Löschzüge und- gruppen

Im Löschzug 1 Stadt sind 73 Feuerwehrleute aktiv, im Löschgruppe 2 Langern 21, Löschzug 3 Stockum 41 und im Löschgruppe 4 Holthausen 15 Kräfte. In den Kreisrettungswehr entsendet die Werner Feuerwehr drei Mitglieder und ist im ABC-Zug mit 31 Mitgliedern vertreten. In der Jugendfeuerwehr engagieren sich 27 Kinder und Jugendliche und im Spielmannszug sorgen 15 Mitglieder für den guten musikalischen Ton. Die Zahlen, so Temmann, bewegen sich damit auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren. Zahlreiche Jugendliche rückten zudem in die Einsatzabteilung nach. Jede Einheit verfügt über eine eigene Unterstützungsabteilung. Am 24. August 2020 wurde die Werkfeuerwehr des Gersteinwerk nach 84 Jahre aufgelöst, der Brandschutz auf dem Kraftwerk liegt jetzt auch bei den Werner Wehrleuten.

Ausblick 2021

Im Haushalt der Stadt Werne sind 200.000 Euro für neue Schutzkleidung eingestellt, damit die Aktiven bei ihren oft gefährlichen Einsätzen verlässlich geschützt sind. In Stockum steht der Neubau des Feuerwehrgerätehauses an.

Kurioses zum Schluss

…und wenn dann mal ein Baumstumpf brennt oder ein trockener Busch auf dem Friedhof, dann kann man auch selbst die Gießkanne nehmen“, meinte Temmann zu einigen Alarmierungen der besonderen Art. So wie sich etwa auch der Alarm „Wasser läuft auf die Straße, vermutlich Standrohr abgerissen“ als geplatzter Gartenschlauch entpuppte. „Der Einsatzleiter hat den Wasserhahn abgedreht“, erinnerte Temmann daran, dass die hohe Einsatzbereitschaft der Kameraden auch nicht überstrapaziert werden sollte.

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