Samstag, Dezember 4, 2021

IHK-Wirtschaftsgespräch: Stimmung hellt sich auf

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Werne. Zum tra­di­tionellen Wirtschafts­ge­spräch der Indus­trie- und Han­del­skam­mer (IHK) in Werne begrüßten am Mittwoch, 10. Novem­ber, Adel­heid Hauschopp-Francke, Geschäfts­führerin der RCS Rohstof­fver­w­er­tung und Con­tain­er-Ser­vice GmbH, sowie Jan Höttcke, Geschäfts­führen­der Gesellschafter der Otto Höttcke GmbH & Co. KG, bei satis&fy mehr als 40 Gäste aus Poli­tik, Ver­wal­tung und Wirtschaft. 

Die bei­den Mit­glieder der IHK-Vol­lver­samm­lung eröffneten die Ver­anstal­tung in einem Gespräch mit Jörn Busch, Man­ag­ing Direc­tor der satis&fy AG am Stan­dort Werne.

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Die Branche des führen­den inter­na­tionalen Anbi­eters für Event- und Medi­en­tech­nik war beson­ders stark von der Coro­na-Pan­demie betrof­fen: „Umso mehr ist es wun­der­bar zu sehen, dass in den ver­gan­genen Wochen auch bun­desweit kul­turelle Ver­anstal­tun­gen – wenn auch unter coro­n­akon­for­men Hygiene- und Abstand­sregeln – wieder stat­tfind­en kon­nten.“ Das sei ein wichtiger Schritt zurück zu ein­er gewis­sen ‚Nor­mal­ität‘, freute sich Hauschopp-Francke über das Tre­f­fen in Präsenz.

Erfreulich sei auch, dass sich die Stim­mung in der Region ver­glichen mit der IHK-Umfrage zum Jahres­be­ginn jet­zt spür­bar aufge­hellt habe, auch wenn nicht alle Branchen gle­icher­maßen über den Berg seien, schilderte Jan Höttcke. Mehrheitlich liefen dem­nach die Geschäfte wieder gut oder zumin­d­est befriedi­gend. Der Anteil der Betriebe, die von schlecht­en Geschäften bericht­en, sei seit Jahres­be­ginn von gut 20 Prozent auf aktuell acht Prozent zurück­ge­gan­gen. Umgekehrt steige beina­he eben­so stark der Anteil der­jeni­gen, die ihre Geschäft­slage als gut bezeichnen.

„Angesichts der Lockerun­gen der Coro­na-Schutz­maß­nah­men haben die meis­ten Unternehmen offen­bar wieder Mut und Zuver­sicht geschöpft. Das stimmt mich opti­mistisch“, schätzte Höttcke ein. Dazu passe auch die steigende Investi­tions­bere­itschaft: Fast jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) in der Region plane höhere Aus­gaben am heimis­chen Stan­dort. Auf­grund der Nach­holef­fek­te sei aber aktuell noch unklar, ob dadurch eine größere Dynamik entste­he, die länger trage. Zudem wolle mit 70 Prozent ein beachtlich­er Teil der Unternehmen in Ersatzbeschaffungen.

Um Zukun­ftsper­spek­tiv­en für den Wirtschafts­stan­dort Werne ging es in einem Impulsvor­trag von Christoph Dammer­mann, Staatssekretär des Min­is­teri­ums für Wirtschaft, Inno­va­tion, Dig­i­tal­isierung und Energie des Lan­des Nor­drhein-West­falen: „Nach­haltige und kli­ma­neu­trale Indus­trie benötigt Platz – die planer­ischen Voraus­set­zun­gen in Werne wer­den ger­ade geschaf­fen. Entschei­dend ist, Gewer­be­flächen intel­li­gent so zu nutzen, dass auch ein Plus für den Kli­maschutz entste­ht. Langfristig sichert das eine nach­haltige lokale Wertschöp­fung und gute Arbeit­splätze vor Ort.“ 

Auf großes Inter­esse stieß das IHK-Wirtschafts­ge­spräch, das auch live im Inter­net über­tra­gen wurde. Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze

Im Anschluss nahm Dammer­mann an ein­er Talkrunde mit dem Wern­er Bürg­er­meis­ter Lothar Christ sowie Wulf-Chris­t­ian Ehrich, stel­lvertre­tender Haupt­geschäfts­führer der IHK zu Dort­mund, teil.

Lothar Christ stellte dabei die Bedeu­tung Wernes als attrak­tiv­en Wirtschafts- und lebenswert­er Wohn­stan­dort her­aus. „Für die zukün­ftige Entwick­lung ist es uner­lässlich, ökol­o­gis­che und ökonomis­che Inter­essen ein­er Gemeinde im Miteinan­der zu betra­cht­en und zu berück­sichti­gen“, so eine Botschaft. „Wir soll­ten uns nicht der Chance berauben, die Pla­nun­gen für einen nach­halti­gen Gewer­bepark am nördlichen Stan­dort der Nordlippes­traße weit­er zu ver­fol­gen. Ziel ist es, eine Entwick­lung Wernes zu ermöglichen, die Rück­sicht auf das Kli­ma, die Umwelt und das Land­schafts­bild nimmt und trotz­dem Arbeits- und Aus­bil­dungsplätze sowie Gewerbesteuere­in­nah­men schafft und sichert.“

Wulf-Chris­t­ian Ehrich erläuterte die Bedeu­tung von Gewerbe- und Indus­triebe­trieben für die Beschäf­ti­gung im west­fälis­chen Ruhrge­bi­et: „Sie bilden das Fun­da­ment unseres Wohl­stands und dienen der Bewäl­ti­gung wirtschaftlich­er, ökol­o­gis­ch­er und sozialer Her­aus­forderun­gen.“ Inner­halb der ver­gan­genen zehn Jahren habe man hier Beschäf­ti­gungszuwächse von mehr als 40 Prozent verze­ich­net, die auf die Neuan­sied­lung sowie Erweiterun­gen von Bestand­sun­ternehmen zurück­zuführen seien. 

„Das ist die höch­ste Steigerung im gesamten Kreis Unna und über­trifft sog­ar den Zuwachs von 22,5 Prozent in unserem IHK-Bezirk sowie den deutsch­landweit­en (plus 19,1 Prozent) und den in Nor­drhein-West­falen (plus 18,3 Prozent)“, so Ehrich. Um langfristig erfol­gre­ich und wet­tbe­werb­s­fähig zu sein, benötige die mit­tel­ständis­che Wirtschaft ein nach­haltiges Flächenange­bot, das Investi­tions- und Pla­nungssicher­heit für alle Beteiligten schaffe.

Zum The­ma „Grün statt Grau: Nach­haltige Gewer­be­fläch­enen­twick­lung der Zukun­ft“, referierte Anja Rader­ma­ch­er vom Fach­bere­ich Mobil­ität und Umwelt der Stadt Bocholt und lieferte Erfahrungswerte. Dabei ging es ins­beson­dere darum, wie Gewer­bege­bi­ete als attrak­tive Bestandteile ein­er nach­halti­gen Stad­ten­twick­lung geplant wer­den können.

Die Ver­anstal­tung fand unter Anwen­dung der 3G-Regel statt und wurde unter www.dortmund.ihk24.de/werne gestreamt.

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