Bruno Knust alias Günna brannte in der Freilichtbühne ein Feuerwerk der guten Laune ab. Foto: Gaby Brüggemann
Bruno Knust alias Günna brannte in der Freilichtbühne ein Feuerwerk der guten Laune ab. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Heimspiel für „Günna“, alias Bruno Knust, Kabarettist und Comedian aus Dortmund. In der Freilichtbühne Werne, also mitten im westfälischen Grenzland zwischen Ruhrpott und Münsterland, lieferte er am Samstagabend (21. August) Gags ohne Ende, scheute sich nicht vor klarer Kante – das rutscht einfach raus – und führte das gut gelaunte Publikum aus dem „Jahr 2020/21 der Jogginghosen“ mit seinem gleichnamigen Programm „Zurück ins Leben“.

Voller Vorfreude hatte Marlies Schmid-Goßheger vom Kulturbüro der Stadt Werne zuvor die 270 Gäste, maximal 300 waren laut Corona-Sitzordnung erlaubt, begrüßt. „Was für ein schönes Gefühl! Endlich wieder Kultur erleben, endlich wieder lachen“, sagte sie und heimste den ersten Applaus des Abends ein.

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Dann übernahm Günna und fühlte sich an dem warmen Sommerabend sofort in seinem Element. „Mein erstes Open-Air gestern waren Wasserspiele“, spielten dem Dortmunder Kabarettisten nicht nur die optimalen Wetterbedingungen, sondern auch das stimmungsvolle Arrangement in der Freilichtbühne in die Karten. Das Förderverein-Team um Gunar Krause und Marius Przybilla hatte organisiert und von der Ton- und Lichttechnik über Catering und Corona-Maßnahmen bis hin zu einer dekorativ vor sich hin schmäukenden Lokomotive Emma das perfekte Drumherum geschaffen.

Der spielfreudige Macher des bekannten Theaters Olpketal stürmte mit Anlauf auf die Bühne ließ sich auch nur von der eigenen Regieanweisung zurückhalten: „Ich habe neun Monate nichts gemacht, da kann ich nicht alles sofort verballern“, übte er sich aber nur scheinbar in Zurückhaltung und bescherte dem Publikum dann von 19.30 bis 22.15 Uhr (inklusive Pause) einen langen Comedy-Abend mit Nonstop-Gags, bejubelten Tanzeinlagen von Twist bis Moonwalk und Geschichten aus seinem Repertoire.

Die „Fett-weg-Methode“ des Ruhrpott-Originals ließ keinen ungeschoren. Wie etwa die „Vollkasko-Blagen“, die wohl behütet ihr Appretur machen und anschließend alle BWL studieren. Vor allem die Nesthocker, die mit 40 noch im Hotel Mama hocken, nahm er aufs Korn. Die müssen raus, hieß es unverblümt.

270 Besucher/innen genossen den lauen Sommerabend mit den Gags von Günna sichtlich. Foto: Gaby Brüggemann

„Das sind schon verrückte Zeiten. Langsam haben wir alle einen an der Waffel, ich auch.“ Und wie man aus dem Corona-Lockdown kommt? Mit fünf Kilo Übergewicht, als Sternekoch oder schwanger, lieferte er die Diagnose. Unter Corona hat nach Günnas Selbsterkenntnis ADHS eine völlig neue Bedeutung bekommen. Das heißt jetzt „Andauernd Hunger auf Schokolade“. Gute Ratschläge wie Sport machen kamen bei Knust gar nicht an: „Warum soll ich laufen, wenn ich vier gesunde Reifen habe?“

Apropos Fett weg: Sagt die Angetraute. „Geh mit dem Hund raus“. Er: „Es regnet wie bekloppt“. „Dann lass den Hund hier.“ Sie: „Sag mir mal was richtig Nettes.“ „Hass´n tollen Mann.“ Und überhaupt: „Es heißt ja auch Heiraten, nicht Heiwissen“, brachte er es auf den (Knack-)Punkt.

Beim Gedanken an Erfolg, Geld und tolle Autos kam Günna schließlich ins Philosophieren. „Kisten-Willi ist unser Bestatter – neudeutsch Final-Event-Manager. Von dem hab ich viel gelernt. Der sacht immer: „Dein letztes Auto ist mein Kombi.“

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