„Natürlich betreiben wir eine stationäre Buchhandlung, damit wir Kunden als Gäste empfangen und individuell vor Ort beraten dürfen - das ist unsere Kernkompetenz“, sagt Buchhändler Hubertus Waterhues. Foto (A): Volkmer
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Werne. Am Montag hat Nordrhein-Westfalen die Corona-Auflagen unter anderem für Buchhandlungen wieder verschärft. Bis zum Ende der laufenden Woche gilt nun auch hier die Pflicht zur Terminvereinbarung. Schon am kommenden Montag, 29. März, sieht es wieder anders aus, dann greift die Corona-Notbremse, sodass selbst mit zuvor gebuchten Terminen kein Einkauf mehr möglich ist, sondern nur noch „Click and Collect“.

„Die Versuchung, den Kopf in den Sand zu stecken, ist relativ groß, aber wir werden das nicht machen. Statt dessen motivieren wir uns als Team immer wieder gegenseitig, in der Hoffnung, dass das Ganze irgendwann einmal vorbei ist“, sagt Buchhändler Hubertus Waterhues über die Auswirkungen der Corona-Krise.

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Auf die erneuten Änderungen, die nur noch für die laufende Woche gelten, ist im Fachgeschäft an der Magdalenenstraße schnell reagiert worden. Kontaktformulare, die gleichzeitig einen Terminvertrag beinhalten, liegen seit Dienstag im Eingangsbereich der Buchhandlung aus. „So können wir bei Bedarf nachweisen, wann wer wann da gewesen ist“, sagt Waterhues. Zudem sei das Team aus dem Stand in der Lage, die „Luca“-App einzusetzen, die bekanntlich zur Nachverfolgung digitaler Kontakte genutzt werden kann. „Leider sind die, die die Kontaktdaten in der Regel brauchen, dazu nicht in der Lage“, sagt der Geschäftsmann unter anderem mit Blick auf die Gesundheitsämter, in denen mit Papier, Stift und Faxgerät gegen Corona gearbeitet werde.

„Wir fahren das Impfen, die Schnelltests und die Nachverfolgung flächendeckend vor die Wand. Das könnten Profis besser machen“

Buchhändler Hubertus Waterhues

„Wir alle sehen die Gefährdung, aber wir alle sehen auch, wie die Chancen permanent versemmelt werden. Wir fahren das Impfen, die Schnelltests und die Nachverfolgung flächendeckend vor die Wand. Das könnten Profis besser machen“, findet Waterhues deutliche Worte. Den ganzen Sommer über habe es genügend Zeit gegeben, wichtige Bereiche wie die Digitalisierung an den Schulen voran zu bringen. Das habe ebenso wenig geklappt wie eine Lösung des Problems mit der Luftreinigung in den Klassen. „Die haben ja alle ein Fenster, was sie aufmachen können. Das sind Lösungen, die nicht mehr zeitgemäß sind“, sagt der Buchhändler mit einem Kopfschütteln. „Ob in der Kaufmannschaft oder beim Normalbürger – das alles stimmt ärgerlich und sorgt dafür, dass die Akzeptanz schwindet und der Geduldsfaden immer dünner wird“, so Waterhues weiter.

Dass ab Montag wieder „Click and Collect“ gültig ist, nimmt Waterhues verhältnismäßig entspannt auf, schließlich sei es bisher noch nicht vorgekommen, dass ein Buch nicht zum Leser gekommen sei. „Natürlich aber betreiben wir eine stationäre Buchhandlung, damit wir Kunden als Gäste empfangen und individuell vor Ort beraten dürfen – das ist unsere Kernkompetenz.“ Dies wird in den nächsten Wochen im Laden nicht möglich sein, dafür erfolgt die Beratung zu den normalen Öffnungszeiten telefonisch oder über das Internet. „Egal, was es für Vorgaben gibt, wir werden eine Lösung finden“, bleibt Waterhues hoffnungsvoll, dass er die Kunden auch weiterhin mit frischem Lesestoff versorgen kann.

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