Samstag, Dezember 4, 2021

Gedenken zum Volkstrauertag – „Bleiben wir wach“

Anzeige

Werne. Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ver­sam­melten sich am heuti­gen Volk­strauertag (14.11.2021) Vertreter und Del­e­ga­tio­nen der Wern­er Stadt­ge­sellschaft zur Kranznieder­legung am Ehren­mal im Steintorpark. 

Dem Trauerzug mit der stel­lvertre­tenden Bürg­er­meis­terin Mari­ta Fun­hoff an der Spitze hat­ten sich Mit­glieder Kolp­ings­fam­i­lie, Schützen­vere­in, Frei­willige Feuer­wehr, Deutsches Rotes Kreuz, Tech­nis­ches Hil­f­swerk, Deutsche Leben­sret­tungs­ge­sellschaft und Ratsvertreter und andere angeschlossen. 

- Advertisement -

Vom Mark­t­platz aus ging es in Rich­tung Stein­tor­park wo die Gedenkstunde unter musikalis­ch­er Begleitung des evan­ge­lis­chen Bläser­chors begann. „Ist so ein Gedenk­tag noch zeit­gemäß, brauchen wir ihn“, fragte Mari­ta Fun­hoff in ihrer Ansprache und antwortete sogle­ich: „Ja, wir brauchen ihn, als Moment des Innehal­tens. Wir brauchen Gedenk­tage, die wir im Bewusst­sein hal­ten.“ Sie seien Stütze der Erin­nerun­gen im Sinne von Frieden, Frei­heit, Gerechtigkeit und Men­schlichkeit“, mah­nte die stel­lvertre­tende Bürg­er­meis­terin und sah in ihnen die „Brücke für den Frieden in der Europa“.

Pfar­rer Andreas Bad­er von der evan­ge­lis­chen Kirchenge­meinde hob die Bedeu­tung des Erin­nerns her­vor: „Gedenken ist ein Bestandteil des Lebens.“ Dessen dun­kle Seite lasse sich nicht abstreifen, son­dern helfe zu erken­nen, wer wir sind. Vielmehr seien aber viele Denkmäler, die an blutige Schlacht­en, Holo­caust, Ver­brechen gegen Kriegs­ge­fan­gene vielerorts bewusst in Land­schaften ver­legt und dem Ver­schwinden in Wäldern und unter Straßen preis­gegeben wor­den. Das lei­den Juden, Roma und Sin­ti und der­er, die an den Rand gedrängt wur­den, dürfe nicht unsicht­bar wer­den. Auch die Sol­dat­en der Weltkriege hät­ten gelit­ten, seien gequält und in den Tod getrieben wor­den. Auch sie seien Opfer des Krieges unab­hängig von Nationalitäten.

Im Stein­tor­park begann die Gedenkstunde mit musikalis­ch­er Begleitung. Foto: Gaby Brüggemann

Deutsch­land käme eine beson­dere Schuld zu, sagte er und erin­nerte er auch an jene, die ihren Wider­stand mit dem Leben bezahlt hät­ten. „Krieg hat nichts Edles an sich“, betonte Pfar­rer Bad­er und schlug den Bogen zu kriegerischen Auseinan­der­set­zun­gen unser­er Tage. Wie etwa auf dem Balkan in den 1990er Jahren, bei der Annek­tion der Krim und den Auseinan­der­set­zun­gen in der Ostukraine.

„Wir müssen die Erin­nerung wach hal­ten und das Gute zu Norm machen“, unter­strich der Seel­sorg­er. Dazu kön­nten viele Men­schen auch mit kleinen Mit­tel beitra­gen. Doch die Sprache der Ver­ach­tung und des Has­s­es sei gegen­wär­tig und die Angst vor Frem­den habe sich in so manch­es Herz gefressen.

Pro­pa­gan­damuster aus der Zeit des Nation­al­sozial­is­mus seien zu erken­nen. Eben­so wie radikale Nation­al­is­men. In Ungarn und Polen hätte es nation­al­is­tis­che Ten­den­zen bere­its in die offizielle Staat­spoli­tik geschafft. Aber auch in Schwe­den, Däne­mark, den Nieder­lan­den Deutsch­land und Öster­re­ich gehörten sie längst zum poli­tis­chen Diskurs. „Am Ende mün­det alles nur in Bar­barei. Wir dür­fen nicht nach­lassen, das erste Opfer ist die Demokratie“, sagte der Pfar­rer und mah­nte: „Bleiben wir wach“.

Anzeige

Weitere Artikel von Werne Plus

Nach 46 Jahren im Stadhaus: Barbara Schaewitz sagt „Tschüss“

Werne. Nach 46 Dienstjahren in der Stadtverwaltung wurde am Mittwochnachmittag (1. Dezember) Barbara Schaewitz in den Ruhestand verabschiedet. Bürgermeister Lothar Christ dankte im pandemiebedingt...

RCS spendet 3D-Druck-Zubehör an das Anne-Frank-Gymnasium

Werne. RCS aus Werne unterstützt das Anne-Frank-Gymnasium. Übergeben wurde Zubehör für die 3D-Druck-AG beziehungsweise für den „Makerspace“, um die Schüler bei ihrer weiteren Entwicklung...

3D-Betondruck-Verfahren: Europa-Premiere in Capelle

Capelle. In der Gemeinde Nordkirchen könnte bald das europaweit erste öffentliche Gebäude entstehen, das im 3D-Betondruck-Verfahren errichtet wurde. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Steinhoff aus...

Kontaktpersonen: Kreis passt Vorgehen zur Nachverfolgung an

Kreis Unna. Viele neue Coronafälle bedeuten eine Vielzahl an Kontakten, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts nachzuverfolgen haben. Das ist auf Dauer nicht...