Mittwoch, Februar 21, 2024

Gedenk-Gottesdienst – 125 Jahre KAB in Werne

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Werne. Mit einem Gedenkgottesdienst wird am Sonntag, 7. November, das 125-jährige Jubiläum der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Werne gefeiert. Dazu versammeln sich die Gläubigen um 9.30 Uhr in der Kirche St. Johannes, kündigt Hans Beier für den KAB-Stadtverband Werne an.

Die KAB hat ihre Ursprünge in der christlichen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Vor allem die Lehren des Bischofs Emmanuel von Ketteler (ab1849) aufkam und das große Sozialrundschreiben „Rerum novarum“ von Papst Leo XIII (1891) legten auch in Werne die Basis der christlichen Arbeiterbewegung.

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Nachdem 1889 beschlossen worden war, in Werne eine Schachtanlage zu errichten, gründeten die hier eingesetzten Arbeiter 1896 einen ersten „Knappen- und Arbeiterverein St. Barbara“. Zunächst als weltlicher Verein ins Leben gerufen, wurde er auf Drängen der Geistlichkeit kurz darauf in einen kirchlichen umgewandelt, informiert Beier in der Mitteilung.

Im Stadtarchiv Werne findet sich demnach unter anderem die genehmigte Original-Satzung des „Katholischen Knappen-Vereins St. Barbara zu Werne an der Lippe“ vom März 1898, heißt es zum geschichtlichen Hintergrund. Der Verein richtete öffentliche Feste mit Tanz und Umzüge aus; später kamen auch Bildungsveranstaltungen dazu.

Im Herbst 1937 wurde der Arbeiterverein von den Nationalsozialisten verboten, das Vermögen eingezogen und sämtliche offiziellen Unterlagen verbrannt. Nur wenige Monate nach Kriegsende, am 18. November 1945, wurde der „Knappen- und Arbeiterverein St. Barbara“ in Werne mit 250 Mitgliedern neu gegründet.

Im Laufe der Zeit und im Zuge der Neugründung weiterer Kirchengemeinden, spalteten sich zunächst die KAB St. Konrad (1950), die KAB Maria Frieden (1955) und die KAB St. Johannes (1965) vom Mutterverein St. Barbara ab. Auch nach der später erfolgten Zusammenlegung der Kirchengemeinden, zunächst zu zwei, dann zu einer Großgemeinde, behielten die einzelnen KAB-Vereine ihre Eigenständigkeit. Erst 2018 fusionierten die KAB St. Barbara und die KAB St. Johannes.

Die Stadtverband locker zusammengeführten KAB-Vereine unternehmen auch Gemeinsames, so zum Beispiel die jährlich stattfindende Gedenkfeier für den KAB-Aktiven und NS-Widerstandskämpfer Nikolaus Groß. Auch die seit 1980 durchgeführten Alttextilsammlungen, die bisher schon über 105.000 Euro Spenden an das Weltnotwerk der KAB und fast 8.000 Euro für andere gemeinnützige Zwecke möglich gemacht haben, werden gemeinsam organisiert. Nicht zu vergessen ist die 1946 gegründete Theaterabteilung der KAB, die 1959 geschlossen dem Heimatverein beitrat und aus der sich dann die Freilichtbühne Werne entwickelt hat.

Die KAB in Werne möchte nun zusammen mit ihren Mitgliedern, geladenen Gästen und der Werner Bürgerschaft das 125-jährige Wirken der Arbeiterbewegung mit dem eingangs genannten Festgottesdienst am Sonntag, 7. November, gebührend feiern. Im Anschluss daran ist ein Stehempfang im Pfarrheim vorgesehen.

Der KAB-Stadtverband arbeitet derzeit daran, im kommenden Jahr eine Ausstellung mit dem Titel „125 Jahre KAB in Werne“ zu zeigen und ist deshalb auf der Suche nach weiteren Ausstellungsstücken, die die Geschichte der KAB dokumentiert. „Falls jemand noch im Besitz von Fotos, Dokumenten oder anderen Erinnerungsstücken aus früheren Jahren ist, wird er herzlich gebeten, diese zum Abfotografieren bzw. Einscannen oder auch als Leihgabe zur Verfügung zu stellen“, hofft Hans Beier auf weiteres Material aus der Werner KAB-Historie.

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