Grundsätzlich beurteilt das Gutachten die Ausgangslage vor Ort positiv. Der Radverkehr sei im öffentlichen Raum mit vielen zeitgemäßen Radverkehrsanlagen sichtbar präsent, aber auch noch unterdimensioniert. Foto: Archiv
Grundsätzlich beurteilt das Gutachten die Ausgangslage vor Ort positiv. Der Radverkehr sei im öffentlichen Raum mit vielen zeitgemäßen Radverkehrsanlagen sichtbar präsent, aber auch noch unterdimensioniert. Foto: Archiv
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Werne. „Da sind wir dabei…“, fanden die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am Dienstag (15. Juni) und empfahlen dem Rat einstimmig, die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) zu beantragen.

Die Chancen der Stadt, Mitglied im AGFS zu werden, stehen laut Gutachten des im März beauftragten Planungsbüros Südstadt aus Köln offenbar gut. Auch weil im integrierten Mobilitätskonzept und das Handlungsfeld Nahmobilität ein Schwerpunktthema sei.

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Hintergrund: Die Mitgliedschaft in der AGFS passt zum Wernes Leitbild als „Stadt der kurzen Wege“ und zur aktuellen Situation, in der es durch die Klimakrise und die Corona-Pandemie immer das Fahrrad nutzen. Vorteile: Der Beitritt eröffnet einen Zugang zu exklusiven Fördermöglichkeiten des Landes, Netzwerkarbeit und inklusiven Beratungsleistungen. Klimaschutz: Aufwertung und Verbesserung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs. Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Verkehr. Kosten: Maximal 10.000 Euro für die gutachterliche Begleitung des Antrags und 2.500 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr.

Fazit: Grundsätzlich beurteilt das Gutachten die Ausgangslage vor Ort positiv. Der Radverkehr sei im öffentlichen Raum mit vielen zeitgemäßen Radverkehrsanlagen sichtbar präsent, aber auch noch unterdimensioniert. „Die Stadt Werne verzeichnet ein überdurchschnittlich großes sowie dichtes Angebot an Straßen-und Wegebeziehungen. Dies verschafft insbesondere dem Fußverkehr aber auch – mit Einschränkungen –dem Radverkehr kurze, schnelle „Schleichwege“ im Kernstadtbereich.“ In der Summe sei die infrastrukturelle Ausgangssituation für eine erfolgreiche AGFS-Bewerbung als „ausgesprochen gut“ einzuschätzen.

Außerdem, so heißt es im Positionspapier, sei derzeit das Fahrrad- und Mobilitätsgesetz NRW (FaNaGa) in Arbeit und dürfte zum 1. Januar 2022 in Kraft treten. Das wiederum eröffne den Kommunen neue und vielfältige Fördermöglichkeiten. AGFS-Mitgliedsstädte hätten zudem gesonderte Fördermöglichkeiten. „Aber fast noch bedeutender ist, dass die AGFS, wie kein andere Organisation für das Leitbild `Die Stadt als grüner, bewegter und gesunder Lebensraum´ steht (…).“

Der Antrag im Fachausschuss ist übrigens alles andere als ein Schnellschuss, denn laut Beschlussvorlage hatte die SPD mit Blick auf das Leitbild bereits 2010, 2011 und 2012 versucht, Anläufe gestartet. Das sei an derzeit an der Priorität für die Neugestaltung der Steinstraße und der damit verbundenen personellen Auslastung in der Verwaltung gescheitert, heißt es zur Begründung.

Stimmt der Rat in seiner Sitzung am Mittwoch, 23. Juni (17.30 Uhr Kolpinghaus), dem Beitrittsantrag zu, könnte in der zweiten Jahreshälfte die Vorbesichtigung durch Vertreter des Verkehrsministeriums NRW erfolgen. Ebenso die Bearbeitung eines Mitgliedsantrags, sofern tragfähige Aussagen zur Nahmobilität seitens des integrierten Mobilitätskonzeptes der Stadt Werne und des Klimaschutzgutachtens bis zum Herbst 2021 vorliegen. Die finale Besichtigung durch die AGFS-Auswahlkommission sollte spätestens im Frühjahr 2022 erfolgen.

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