Karsten Langstein, kaufmännischer Leiter des Solebads, hofft auf einen baldigen Saisonstart. Foto: Klaus Brüggemann
Carsten Langstein, kaufmännischer Leiter des Solebads, hofft auf einen baldigen Saisonstart. Foto: Klaus Brüggemann
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Werne. Das Solebad befindet sich seit November vergangenen Jahres im Corona-Modus, die städtische Einrichtung ist wegen der drohenden Ansteckungsgefahr geschlossen. Zwei Ereignisse nähren bei Badleitung, Mitarbeitern und Gästen in diesen Tagen allerdings die Hoffnung auf bessere Tage: Seit Montag finden wieder Schwimmkurse für Kinder statt und im Freibad laufen die turnusmäßigen Vorbereitungen für die Sommersaison.

Eine trügerische Hoffnung in Anbetracht der weiter steigenden Infektionszahlen. Und so weiß im Moment niemand, ob die Kinder auch in den nächsten Wochen noch im aufgeheizten Mehrzweckbecken das Schwimmen lernen und ob bzw. wann die Sommersaison eröffnet werden kann.

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Spaziergänger entdecken beim Blick durch den Zaun ein Stück Normalität: Wie üblich im April sind Mitarbeiter des Bades und Handwerker damit beschäftigt, die Spuren des langen Winters aus dem Sportbecken und den Grünanlagen zu beseitigen. Die alljährliche Grundreinigung des Freibades läuft seit einigen Tagen auf vollen Touren. „Wir bereiten uns vor und können innerhalb weniger Tage öffnen, wenn wir das Signal bekommen“, sagte der kaufmännische Leiter des Bades, Carsten Langstein: „Wir warten sehnsüchtig darauf, endlich wieder Badegäste begrüßen zu können.“

Das Wasser des Sportbeckens ist abgelassen und die Fliesen wurden mit Schrubber und Hochdruckreiniger einer gründlichen Reinigung unterzogen. Zurzeit sind Fachleute damit beschäftigt, Dehnungsfugen zu erneuern. „Größere Reparaturen haben wir in diesem Jahr nicht“, berichtete Langstein. Das liege vor allem daran, dass zum Saisonstart 2019 die frostanfälligen Beckenköpfe komplett erneuert wurden. Jetzt sind nur noch kleinere Schäden zu beheben.

Die Ablaufrinnen des Sole-Außenbereichs werden regelmäßig von den Mitarbeiterinnen des Bades gereinigt. Foto: Klaus Brüggemann
Die Ablaufrinnen des Sole-Außenbereichs werden regelmäßig von den Mitarbeiterinnen des Bades gereinigt. Foto: Klaus Brüggemann

Die Arbeiten sind so weit fortgeschritten, dass bereits am Samstag wieder frisches Wasser ins 1.050 Quadratmeter große Becken eingelassen werden kann. Rund drei Tage wird das dauern. „Danach entnehmen wir Wasserproben, die einer Qualitätsprüfung unterzogen werden“, berichtete Langstein. Die Prüfung dauere rund eine Woche, dann könne theoretisch der Startschuss für das Aufheizen gegeben werden. „Das machen wir aber erst, wenn wir wissen, dass wir tatsächlich öffnen können“, so der kaufmännische Leiter. Neben der aktuellen Corona-Lage spiele auch das Wetter eine Rolle, denn die derzeitigen winterlichen Temperaturen machen wenig Lust auf einige Bahnen im Sportbecken. Üblicherweise wird die Freibadsaison Mitte Mai eröffnet, an diesen Termin mag von den Verantwortlichen aber noch niemand so recht glauben.

Während das Freibad zum Saisonende im vergangenen Oktober in den Winterschlaf versetzt wurde, befindet sich der Solebereich seit Beginn des Lockdowns Anfang November im Standby-Betrieb. Das bedeutet, dass die Wassertemperaturen lediglich abgesenkt wurden und dass die technischen Anlagen weiterhin auf Sparflamme laufen. Ein Teil des Mitarbeiterstamms kümmert sich um Pflege und Wartung, der Rest des Teams befindet sich in Kurzarbeit. Binnen kurzer Zeit könne das Wasser aufgeheizt und der Betrieb wieder aufgenommen werden, sagte Langstein. Dass viele Stammgäste auf diesen Tag warten, weiß der kaufmännische Leiter aus vielen Zuschriften. „Die Gäste freuen sich darauf, wieder ins Bad zu können.“

Heinrich Reher erneuert die Dehnungsfugen im Sportbecken. Foto: Klaus Brüggemann
Heinrich Reher erneuert die Dehnungsfugen im Sportbecken. Foto: Klaus Brüggemann

Erfahrungen mit der Einhaltung eines Hygienekonzeptes haben die Mitarbeiter im vergangenen Jahr gesammelt. Am 15. März musste das Bad im ersten Lockdown geschlossen werden und der Neustart erfolgte erst Ende Mai zunächst im Freibad mit einer begrenzten Besucherzahl. Danach wurde das Hallenbad geöffnet und zum Beginn der Sommerferien am 15. Juli schließlich auch das Solebad. Das Fest zum einjährigen Bestehen des neuen Bades musste im April 2020 ebenso ausfallen wie die Party zum zweiten Geburtstag in dieser Woche. „Wir hoffen, dass wir diese Feiern irgendwann nachholen können“, sagte Langstein. Auch Konzepte für andere größere Events lägen schon in der Schublade, die Corona-Krise lasse Zeit für kreative Ideen.

In Lauerstellung befindet sich auch die Solebad-Gastronomie „Strobels“. Vor dem Haupteingang des Bades wurde im Biergarten ein Zelt aufgebaut, das Besuchern auch bei schlechter Witterung Platz bietet. Es sollte bereits im vergangenen Herbst in Betrieb genommen werden, nun wartet das Team auf den Start der Badesaison.

Besondere Freude macht den Mitarbeitern des Bades, dass seit Montag wieder fröhliche Kinderstimmen zu hören sind. 17 Schwimmkurse werden angeboten, 85 Kinder tummeln sich – jeweils zu fünft in einer Gruppe – zu den Kurszeiten im warmen Wasser. Das Interesse ist so groß, dass die Warteliste noch nicht abgearbeitet werden konnte. Das Bad plant deshalb, am Samstag einen zusätzlichen Kurs anzubieten – solange die Corona-Schutzverordnung es zulässt.

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