Ulla Rinnen (von links) Andrea Calovini und Dr. Hermann Steiger sowie ihrer Mitstreiter/innen in der Flüchtlingshilfe haben wieder alle Hände voll zu tun. Foto: Wagner
Ulla Rinnen (von links) Andrea Calovini und Dr. Hermann Steiger sowie ihrer Mitstreiter/innen in der Flüchtlingshilfe haben wieder alle Hände voll zu tun. Foto: Wagner
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Werne. Die Corona-Pandemie hat auch die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Werne vor Probleme gestellt. Mit den Lockerungen finden im B-Treff (ehemals Möbelhaus Reuter-Tönies) an der Burgstraße 22 wieder Beratungen statt.

Und am Dienstagabend (13. Juli) bittet der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge (AGF) e.V. ab 19 Uhr zur offenen Jahreshauptversammlung in die Caféteria des Stadthauses. Mitglieder und Interessierte seien herzlich willkommen, heißt es in der Einladung.

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Im vergangenen Jahr fanden im April und Mai sowie im November und Dezember keine Beratungen statt. Seit Mitte Juni sind die Ehrenamtlichen wieder unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandregeln anzutreffen. „Wir sind jetzt immer zu viert da. So haben wir weniger Hektik, wenn es in einem Fall mal etwas länger dauert“, erklärt Ulla Rinnen von der AGF auf Nachfrage von WERNEplus. In den vier Monaten, an denen der B-Treff geöffnet war, seien 320 Gespräche geführt worden.

Drehten sich viele Fragen zu Beginn (2016/17) noch rund um das Migrationsrecht, wie zum Beispiel den Familiennachzug, haben sich die Hilfestellungen nun verlagert: Verlängerung des Aufenthaltstitel, Job- und Wohnungssuche, Energieberatung stünden nun ganz oben, schildert AGF-Sprecher Dr. Hermann Steiger.

„Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Werne ist katastrophal, vor allem größere Wohnungen fehlen“, erklärt Dr. Hermann Steiger. Auch die teilweise wegen Corona geschlossenen Verwaltungen in Werne und Unna hätten Probleme bereitet, vor allem wenn es um die Verlängerung eines Aufenthaltstitels ging.

Durch die Pandemie mit Home-Office und Homeschooling ging die Ausstattung der städtischen Flüchtlingsunterkünfte mit W-Lan voran – wenn auch schleppend. „Durch den Druck der Schulen läuft das schnelle Internet jetzt seit Mai“, so Steiger weiter.

Geflüchtete und ihre Unterstützer hielten während des Lockdowns über die Sozialen Medien Kontakt. „Das hat eigentlich ganz gut funktioniert“, bilanziert Andrea Calovini, stellvertretende AGF-Sprecherin. Dennoch blieben einige auch auf der Strecke. So konnten die immer gut nachgefragten Deutschkurse für Frauen nicht im B-Treff stattfinden.

Während der Mitgliederversammlung heute Abend (13. Juli, 19 Uhr) stehen der Jahresbericht des Vorstands, die Aktivitäten der Fahrradwerkstatt sowie eine Aussprache auf der Tagesordnung. „Wir laden alle Mitglieder der AGF, aber auch alle anderen Interessierten herzlich ein, daran teilzunehmen, mit uns über die augenblickliche Situation zu reden und zu überlegen, wie unsere Unterstützung in diesen doch ungewöhnlichen Zeiten sinnvoll weitergehen kann“, schreibt Ulla Rinnen.

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