MS-Musik-Geschäftsführer Manuel Michelt berichtet im WernePLUS-Interview von den Auswirkungen der Pandemie. Foto: Volkmer
MS-Musik-Geschäftsführer Manuel Michelt berichtet im WERNEplus-Interview von den Auswirkungen der Pandemie. Foto: Volkmer
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Werne. Seit März vergangenen Jahres hagelt es Veranstaltungsabsagen für das Team von MS-Musik. Die vielseitigen Aktivitäten des 1999 gegründeten Veranstaltungsdienstleiters sind bis heute nahezu komplett auf Eis gelegt. Im Rahmen der gestreamten Charity-Party am Samstagabend sprach WERNEplus mit Geschäftsführer Manuel Michelt über die Auswirkungen der Pandemie.

Erstmals seit mehreren Wochen liegt der Corona-Inzidenzwert unter einem Wert von 100. Die Entwicklung bedeutet, dass eine Lockerung der aktuell geltenden Einschränkungen näher rückt. Ein Plan für die Öffnungen in der Gastronomie liegt bereits vor. Wie sind die Hoffnungen im Hinblick auf die Durchführung von Veranstaltungen?

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Für die stark gebeutelten Kollegen in der Gastronomie freut mich das sehr, dass es da bald wieder losgeht. Für uns wird sich da erst einmal nicht viel ändern, selbst wenn die 7-Tage-Inzidenz irgendwann stabil unter dem Wert von 50 liegt. Das liegt daran, dass die Leute verunsichert sind und nicht planen. Das bedeutet leider auch, dass der private Veranstaltungsbereich für uns in diesem Jahr fast schon gestorben ist.

Gibt es denn gar keine Anfragen?

Doch, aber die werden letztlich immer wieder verschoben. Es gibt beispielsweise Leute, die haben ihre Hochzeit schon drei Mal umgeplant. Jetzt warten die lieber, bis man wirklich wieder verlässlich planen kann. Im für uns besonders wichtigen Bereich der öffentlichen Großveranstaltungen sieht es auch nicht besser aus. Das ist das, wovon wir in erster Linie leben, und da sehe ich noch kein Licht im Tunnel.

Die Feier im Kolpingsaal nach dem Rosenmontagsumzug 2020 ist die letzte größere Party von MS-Musik gewesen. Archivfoto: Volkmer

Wann war denn die letzte größere Veranstaltung von MS-Musik?

Das war die Feier im Kolpingsaal nach dem Rosenmontagsumzug 2020. Anfang April wäre es dann dort mit einer „Best of …“-Party weitergegangen, aber da war schon alles dicht.

Neben dem Bereich der Übertragungen über das Internet habt ihr im vergangenen Jahr auch die Autokino-Events in Werne organisiert.

Ja, das lief sehr gut. Mittlerweile sind wir in diesem Bereich auch als Dienstleiter tätig. Das heißt, dass wir Autokinos mit komplettem Service von der Standorterschließung, über behördliche Antragsstellungen, bis zur technischen und organisatorischen Umsetzung vor Ort, anbieten. Für die Jugendhilfe haben wir in diesem Jahr bereits eine Reihe an Vorführungen auf die Beine gestellt. Weitere Anfragen von Betrieben und Kommunen liegen dazu bereits vor.

Planungen für das Kerngeschäft gibt es auch?

Wir planen tatsächlich weiter, fast so, als wenn es Corona nicht gäbe. Das bedeutet, dass der Plan der öffentlichen Feten für dieses und nächstes Jahr steht. Das mag etwas blauäugig klingen, aber wir wollen einfach vorbereitet sein, sobald eine Öffnung für größere Veranstaltungen kommt. Im Falle des Falles müssten wir das Konzept dann nur an die vorgeschriebenen Bedingungen anpassen.

Wie groß ist die Hoffnung insgesamt nach über einem Jahr Zwangspause?

Wenn das Impftempo so weitergeht, frage ich mich, wann der Punkt erreicht ist, an dem man Veranstaltungen weiterhin verbieten will. Wir mussten als Erste schließen und machen als Letzte wieder auf. Das ist leider so, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen, dafür lieben wir das, was wir machen, viel zu sehr.

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