Monika EIchmanns Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, und Mitstreiterinnen in der Verwaltung weisen auf den Equal Pay Day hin. Foto: Stadt Werne
Monika EIchmanns Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, und Mitstreiterinnen in der Verwaltung weisen auf den Equal Pay Day hin. Foto: Stadt Werne
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Werne. Der Equal Pay Day, vorgezogen vom 13. uf den 10. März, markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt in Deutschland, aktuell 19 Prozent beträgt. Die Lohnlücke geht von 20 auf 19 Prozent zurück. Ein Erfolg, aber kein Grund zum Feiern, findet die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, Monika Eichmanns

Entstanden ist der Tag für gleiche Bezahlung in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women (BPW) schufen 1988 mit der Red Purse Campaign ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Diesen Gedanken griff BPW Germany auf und startete 2007 die Initiative Rote Tasche, die den Grundstein für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day legte.

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Der BPW ist eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für Angestellte und selbständige Frauen. BPW Germany ist Teil des BPW International, der in rund 100 Ländern vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Inzwischen findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt.

Die Business and Professional Women (BPW) Germany hatte den Equal Pay Day zuerst auf den 14. März datiert. Neue Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ergaben jedoch das sich die Lohnlücke nicht wie angenommen um einen Prozentpunkt sondern um 3 Prozentpunkte verbessert hat, so dass die Lohnlücke nun bei 19 Prozent liegt. 

Auf das Jahr umgerechnet ergeben sich daraus 69 Tage und das Datum des Equal Pay Day, der 10. März 2021.

Angenommen Männer und Frauen bekämen den gleichen Stundenlohn, dann stehe der Equal Pay Day für den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.

Die Ursachen für die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen sind vielfältig.

Der Gender Pay Gap macht die Gehaltslücke sichtbar. Männer verdienen brutto durchschnittlich 22,26 Euro pro Stunde, Frauen hingegen brutto 17,98 Euro pro Stunde, laut des Statistischem Bundesamtes.

Transparenz in den Gehaltsstrukturen und ein gesetzlich geregeltes Auskunftsrecht können die Lohnlücke nachhaltig beeinflussen. Ein Vorhaben, das durch das am 6. Juli 2017 in Kraft getretene Entgelttransparenzgesetz (www.bmfsfj.de/entgelttransparenzgesetz) gestützt wird.  

Ziel des Equal Pay Day ist es, die Debatte über die Gründe der Lohnunterschiede in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und Entscheidende zu mobilisieren, damit sich die Lohnlücke schließt.

Monika Eichmanns findet, besonders jetzt in der Corona-Krise zeigt sich, dass Frauen in den frauentypischen Berufen starke Arbeit leisten und das Land am Laufen halten. Sie sind systemrelevant und trotzdem unterbezahlt. „Es ist wichtig die Diskussion auch nach der Pandemie aufrecht zu erhalten, um weiter für Lohngerechtigkeit zu kämpfen.“

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen wird es in diesem Jahr keine öffentliche Veranstaltung in Werne geben. Am Gebäude „Alten Amtsgericht“ an der Bahnhofstraße weht aber die Equal Pay Day-Fahne, um auf diesen Tag aufmerksam zu machen.

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