Über 30 Jahre war der Stockumer Manfred Hollekamp für den Korrosionsschutz im Gersteinwerk zuständig. Nach ein paar Jahren im Ruhestand ist der 67-Jährige nun im Bereich Projektmanagement und Technisches Engineering bei einem Bergkamener Unternehmen tätig. Foto: Volkmer
Über 30 Jahre war der Stockumer Manfred Hollekamp für den Korrosionsschutz im Gersteinwerk zuständig. Nach ein paar Jahren im Ruhestand ist der 67-Jährige nun im Bereich Projektmanagement und Technisches Engineering bei einem Bergkamener Unternehmen tätig. Foto: Volkmer
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Stockum. Eigentlich könnte Manfred Hollekamp längst ganz entspannt seinen Ruhestand genießen. Über drei Jahrzehnte war der Stockumer für den Korrosionsschutz unter anderem im Gersteinwerk an der Hammer Straße zuständig. Der Vorliebe für extragroße Aufgaben ist der Ingenieur und Kraftwerks-Experte treu geblieben.

„Als ich damals noch bei der VEW in Stockum angefangen habe, bin ich schnell gefragt worden, ob ich mich nicht zukünftig um die Aufgaben im Korrosionsschutz kümmern möchte. So kam es dann auch“, erinnert sich Hollekamp an die Arbeiten in riesigen Rauch- und Entschwefelungsanlagen. Insgesamt betreute er als `Ingenieur für besondere Aufgaben` das Dampfkraftwerk als Mitglied einer übergeordneten Gruppe an Technikern knapp 34 Jahre lang. „Wir waren auch dafür zuständig, große Ausschreibungen zu machen und dann die Bauleitungen vor Ort zu übernehmen. Das wäre etwas, woran sich Straßen.NRW vielleicht ein Beispiel nehmen könnte“, scherzt der 67-Jährige.

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Mit 62 Jahren ging er dann in den Vorruhestand. Geplant war dann eigentlich die Aufnahme eines Altersstudiums. Doch schon seit zwei Jahren ist Hollekamp nun stundenweise für den Bereich Projektmanagement und Technisches Engineering bei K+W Korrosionsschutz in Bergkamen tätig. Das Unternehmen hat derzeit 85 Mitarbeiter, 25 davon arbeiten ganzjährig am Chemiestandort der BASF in Ludwighafen. K+W-Geschäftsführer Wolfgang Witt ist ein guter Bekannter des Stockumers und hat diesen um seine Mitarbeit gebeten. „So musste ich mich in meinem hohen Alter sogar noch bei der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt zum Schweißfachbeauftragten fortbilden“, sagt der Stockumer mit einem Lächeln.

Dieser Druckbehälter ist für den Einsatz in einem Chemiewerk vorbereitet worden. Foto: Volkmer

Die Liebe zur Arbeit ist dem Ingenieur anzusehen, wenn er die Arbeiten an übergroßen und tonnenschweren Teilen im Bereich des schweren Korrosionsschutzes begutachtet. „Diese Arbeit ist für mich einfach interessanter, als Excel-Tabellen zu erstellen, wie sich die Kartoffelpreise auf dem Werner Wochenmarkt entwickeln“, gibt er zu Protokoll. Jüngst hat die Bergkamener Firma einen 22 Meter langen und 15 Tonnen schweren Druckbehälter für den Einsatz in einem Chemiewerk vorbereitet. Eine nicht alltägliche Aufgabe.

Wenn der 67-Jährige neben dem fertig bearbeiteten Objekt steht, das nur mit Hilfe eines Hallenkrans bewegt werden kann, ist er angetan. „Das ist wie Tapezieren auf allerhöchstem Niveau. Jeder Quadratzentimeter der Spezialgummierungen wird mit einem heißen Messer angebügelt, sonst funktioniert das Ganze nicht.“ In einen Autoklaven auf dem Betriebsgelände wird mittels Dampf, Temperatur und Druck das eingebrachte Gummi ausvulkanisiert. „Erst dadurch entsteht eine vollkommen dichte Hartgummierungsschicht mit den gewünschten technologischen Eigenschaften“ unterstreicht Hollekamp.

Den Gedanken eines Studiums im Alter hat der Stockumer noch nicht aus den Augen verloren. „Mich haben schon immer historische Fragestellungen interessiert. Beispielsweise, was hier vor 100 oder 1000 Jahren gewesen ist.“ Es ist keine Überraschung, dass dabei vor allen Dingen technische Fragen eine große Rolle spielen. „Wie sind Gewinde und Maschinen erfunden worden und wie hat sich die Technik weiterentwickelt – das sind Dinge, über die ich gern noch mehr erfahren würde.“  

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