AFG-Schulleiter Marcel Damberg freut sich über die großen Fortschritte in Sachen Digitalisierung. Foto: Gaby Brüggemann
AFG-Schulleiter Marcel Damberg freut sich über die großen Fortschritte in Sachen Digitalisierung. Foto: Gaby Brüggemann
Anzeige

Werne. Mit einem ordentlichen Digitalisierungsschub sind die städtischen Schulen aus den Sommerferien gekommen.

820.000 Euro aus dem Digitalpakt Schule wurden und werden noch investiert, um Maßnahmen am Anne-Frank-Gymnasium (AFG), an der Marga-Spiegel-Schule und an den drei Grundschulen zu verwirklichen, berichtete Kathrin Kötter (Bereich Bildung, Kultur und Sport) für die Verwaltung am Freitag (27. August) beim Mediengespräch im städtischen Gymnasium.

Anzeige

Die Förderquote der Finanzierung liegt bei 90 Prozent, die restlichen zehn Prozent Eigenanteil bei der Stadt Werne. Bigpoint in Sachen digitale Zukunftsfähigkeit ist der im August erfolgte bauliche Anschluss aller fünf städtischen Schulen an das Glasfasernetz. Für AFG-Schulleiter Marcel Damberg, Stellvertreter Thorsten Kluger und Maik Bäumer für das Kernteam „Digitale Schule“ ist das die Voraussetzung für eine leistungsfähige Digitalisierung schlechthin.

Allein 750.000 Euro aus dem ersten Förderantrag fließen in die technische Ausstattung der Schulgebäude, erläuterte Kathrin Kötter. So wurden für die Erweiterung beziehungsweise Neuverkabelung von vier Schulgebäuden stattliche 21 Kilometer Datenkabel verlegt, allein 4,7 Kilometer davon im AFG. Kostenpunkt gesamt: 516.000 Euro. Während an den beiden weiterführenden Schulen das EDV-Netz erweitert wurde, kamen die Uhlandschule und die Kardinal-von Galen-Schule nun ebenfalls hinzu. In der Wiehagenschule ist das EDV-Netz vorhanden. An der Uhlandschule wurde zudem ein neuer Serverraum eingerichtet.

„Es geht um die Zukunft unserer Kinder“,

AFG-Schulleiter Marcel Damberg zur Digitalisierung, für die auch in Zukunft Geld in die Hand genommen werden müsse.

Ferner zählen 170 Access Points (Anschlussstellen) für flächendeckendes WLAN in den Klassenräumen, rund 400 neu installierte Datendosen sowie die WLAN-Ausleuchtung zu den umfassenden Digitalisierungsmaßnahmen. Die Fördermittel aus dem zweiten Antrag sorgen an der Marga-Spiegel-Schule für digitale Modernisierung. Hier werden für rund 70.000 Euro die Rechner in Computer- und Klassenräumen ausgetauscht.

Davon, dass die Digitalisierung der Schulen eine Daueraufgabe bleibt, zeigten sich Damberg, Kluger, Bäumer und Kötter gleichermaßen überzeugt. Allerdings sei die übliche Betriebsdauer dieser technischen Geräte auf etwa sechs Jahre begrenzt, gab der AFG-Schulleiter zu bedenken, dass auch künftig Geld in die Hand genommen werden müsse. „Es geht um die Zukunft unserer Kinder“, betonte er. Kathrin Kötter verwies auf den Medienentwicklungsplan, der unter Beteiligung der Politik fortgeschrieben werde.

Wie nutzbringend die digitale Ausstattung und Ausgestaltung von Schulunterricht ist, zeigt der Erfolg des Anne-Frank-Gymnasiums, das sich als digitale Modellschule bundesweit einen Namen gemacht hat. Nach acht Jahren ist das Zukunftsklassenprojekt jetzt abgeschlossen, sind 700 Schüler von der Jahrgänge 5 bis zur Q2 sowie die Lehrkräfte mit iPads versorgt, berichtete Damberg. Bei der Finanzierung der Geräte habe die Stadt, der Förderverein des Gymnasiums sowie weitere Sponsoren geholfen. „Da sind wir sehr weit voraus, jenseits der üblichen Standards“, betonte Maik Bäumer zur Qualität der technischen Ausstattung aber auch der Anwendung im Untericht. Es gehe darum, Neues auszuprobieren und Dinge innovativ weiter zu entwickeln.

Unterstützung aus dem Digitalpakt Schule: Wie hier an der Modellschule Anne-Frank-Gymnasium werden auch die anderen städtischen Schulen mit Fördermitteln mit digital modernisiert. Thorsten Kluger (Projektmanager Zukunftsklassenprojekt), Schulleiter Marcel Damberg, Kathrin Kötter (Stadt Werne), Stefan Böhm (Vorsitzender Schulpflegschaft) und Maik Bäumer (von links) vor der großen Weltkarte, die von den Informatik-Schüler/innen mit Hilfe des 3-Druckers hergestellt wurden. Foto: Gaby Brüggemann

Eine Kooperation des AFG mit externen Partnern wie dem Fraunhofer Institut in Hamm und anderen komme hinzu, hieß es ferner. Der just geschaffte Glasfaseranschluss biete an der Schnittstelle für die Außenanbindung eine schnelle Verknüpfung.

Ein leistungsfähiges digitales Verwaltungssystem wurde an dem Gymnasium, das in diesem Jahr 55 Jahr alt wird, bereits 2019 installiert. Die guten alten Klassenbücher sind passé. Ein Stunden-Vertretungsplan, einsehbar für alle, bildet einen wichtigen Baustein im Schulalltag, erläuterte Thorsten Kluger zu den Entwicklungsschritten.

„Als Corona kam, waren wir schon ziemlich weit und hatten kein Problem mit dem Distanzlernen“, schilderte Marcel Damberg. Pünktlich um 7.55 Uhr begann die Zoom-Konferenz. Das sei von den Eltern dankbar aufgenommen worden, blickte er zurück.

Stefan Böhm, Vorsitzender der Schulpflegschaft und ebenfalls in der Landeselternkonferenz engagiert, ordnete den Modellschul-Status des zum 55-jährigen Bestehen des Gymnasiums ein: „Das AFG ist eine Leuchtturmschule in NRW. Das Interesse etwa bei der Landeselternkonferenz und der Kreiselternschaft ist wahnsinnig groß.“ Es gebe viele Interessenten aus NRW und aus dem Bundesgebiet, die sich hier informieren wollten.

Anzeige