Montag, Januar 24, 2022

Das war 2021 – unser Blick zurück

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Werne. Ein bewegtes Jahr 2021 geht zu Ende. Monat für Monat, das zeigt der Blick in den WERNE­plus-Rück­spiegel, war es nicht ger­ade arm an Ereignis­sen. Es gab gute wie schlechte Nachricht­en, über­raschende wie erwart­bare, und jene, die in 2022 und in den fol­gen­den Jahren Rich­tung gebend für die Stad­ten­twick­lung sein werden.

Über­raschend meldet sich im Feb­ru­ar der Win­ter mit üppi­gen Schneefällen, klir­ren­der Kälte und ein­er in unseren Gefilden sel­te­nen weißen Postkarten-Land­schaft zurück. Der Som­mer 2021 gibt sich dann aber nach mehreren Trock­en­jahren ger­adezu angenehm west­fälisch, liefert Wärme ohne allzu große Hitze und drin­gend benötigten Regen.

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Auch vom Jahrhun­dertre­gen im Juli bleibt die Stadt nicht ver­schont. An vie­len Stellen heißt es „Land unter“, über­schwemmt die Horne die Kreuzung an Hansaring/Münsterstraße und andere Straßen, laufen Keller voll und richtet das Wass­er etliche Schä­den an. Dank uner­müdlich­er Ein­sätze der Frei­willi­gen Feuer­wehr und des Tech­nis­chen Hil­f­swerks bleiben die Unwet­ter­fol­gen schlussendlich beherrschbar. Ungle­ich schw­er­er betrof­fen sind etwa die Kreis­nach­barn in Frön­den­berg und die Men­schen in Hagen.

Anders auch im Ahrtal, in der Eifel und den anderen Hochwasserge­bi­eten. Für die Opfer der ver­heeren­den Flut im West­en Deutsch­lands gab es pri­vat organ­isierte Unter­stützung aus Werne. Land­wirte und andere Frei­willige rück­en mit großem Gerät und Engage­ment an, um im Kampf gegen Schutt und Schlamm zu helfen.

Ende Juli schockt der Skan­dal um die unfass­baren Tierquälereien in ein­er Wern­er Tier­sam­mel­stelle der Fir­ma Mecke die Wern­er Bevölkerung zutief­st und sorgt auch bun­desweit für Entset­zen. Mit ver­steck­ten Kam­eras doku­men­tiert der Vere­in „Soko Tier­schutz“ das Tier­leid. Die Staat­san­waltschaft ermit­telt, der Mecke-Stan­dort an der Lippes­traße wird geschlossen. Der Kreis Unna reagiert mit ein­er deut­lichen Per­son­alauf­s­tock­ung für stärkere behördliche Kon­trollen. Viele Verbraucher/innen deck­eln ihren Fleis­chkon­sum und schauen in Sachen Tier­hal­tung genauer hin, bevor das Fleis­ch­pro­dukt im Einkauf­swa­gen lan­det. Genug ist das nicht. Von den Erzeugern in der Land­wirtschaft, über Schlacht­be­triebe und Viehhan­del bis hin zum Lebens­mit­tel­han­del und zu den End­ver­brauch­er gilt es noch viel zu verän­dern, um qualvolle Tier­hal­tung wirkungsvoll zu bekämpfen. In Werne und anderswo.

Poli­tisch beschäftigten die The­men Kli­maschutz, Stadt­pla­nung, Mobil­ität und Woh­nungs­bau die Agen­da der Stadt­ge­sellschaft. Das Kli­maschutzkonzept ist beschlossen, das Mobil­ität­skonzept kurz vor dem Abschluss. Stadt­pla­nung und Poli­tik beschäftigten sich zudem im Regionale-Pro­jekt „Werne neu verknüpft“ einge­hend. Pla­nungsziel ist es, eine grüne Nah­mo­bil­ität­sachse mit Aufen­thalt­squal­ität und Anbindung an die Innen­stadt zu schaffen.

Im März macht sich die Bürg­erini­tia­tive BIN gegen die Pla­nun­gen für das Indus­triege­bi­et Nordlippes­traße (BIN) stark. In kürzester Zeit wer­den Protest-Rad­touren, Infos­tände und eine Unter­schriften­samm­lung für ein Bürg­er­begehren organ­isiert. Rund 4.500 Unter­schriften sich­ern den Erfolg des Bürg­er­begehrens überdeut­lich. Weil der Rat im Sep­tem­ber an seinen Beschlüssen zur Entwick­lungs­pla­nung mehrheitlich fes­thält, kommt es zum zweit­en Wern­er Bürg­er­entscheid. Die BIN und ihre Unter­stützer tri­um­phieren am 12. Dezem­ber mit sat­ter Mehrheit.

Die Coro­na-Pan­demie hat­te uns auch 2021 im Griff und bäumt sich ger­ade zu näch­sten großen Welle auf. Mit Impf­stof­fen, Tests, Masken und Hygien­eregeln haben wir gute Mit­tel zum Schutz in der Hand – wir müssen sie halt anwen­den. Denn das sind wir – vor Ort wie ander­swo – vor allem Kindern, Jugendlichen, jun­gen Auszu­bilden­den und Studieren­den, die ger­ade ins Leben starten, unbe­d­ingt schuldig. 

Denn anders als Impfgeg­n­er und Quer­denker, die mit ihrem Geschrei Frei­heit­srechte für sich reklamieren oder „Spazierenge­hen“, selb­st aber Rück­sicht auf andere ver­mis­sen lassen, sind es ger­ade Kinder und junge Leute, die Rück­sicht nehmen auf ihre Fam­i­lien, Mitschüler, Fre­unde und/oder Kol­le­gen. Sie tra­gen Masken, lassen sich testen und impfen, hal­ten Quar­an­täne aus und müssen sich mit immer wieder neu mit Wech­sel- und Präsen­zun­ter­richt oder Home­school­ing auseinan­der­set­zen. Sie machen das tapfer und fair. Dabei fehlt ger­ade ihnen ein unbeschw­ertes Zusam­men­sein mit ihren Fre­un­den doch am meisten.

Wir wün­schen Ihnen, liebe Leserin­nen und Leser, ein glück­lich­es, gutes und gesun­des Neues Jahr!

Ihre WERNE­plus-Redak­tion

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