Freitag, Juli 1, 2022

Das war 2021 – unser Blick zurück

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Wer­ne. Ein beweg­tes Jahr 2021 geht zu Ende. Monat für Monat, das zeigt der Blick in den WERN­Eplus-Rück­spie­gel, war es nicht gera­de arm an Ereig­nis­sen. Es gab gute wie schlech­te Nach­rich­ten, über­ra­schen­de wie erwart­ba­re, und jene, die in 2022 und in den fol­gen­den Jah­ren Rich­tung gebend für die Stadt­ent­wick­lung sein werden.

Über­ra­schend mel­det sich im Febru­ar der Win­ter mit üppi­gen Schnee­fäl­len, klir­ren­der Käl­te und einer in unse­ren Gefil­den sel­te­nen wei­ßen Post­kar­ten-Land­schaft zurück. Der Som­mer 2021 gibt sich dann aber nach meh­re­ren Tro­cken­jah­ren gera­de­zu ange­nehm west­fä­lisch, lie­fert Wär­me ohne all­zu gro­ße Hit­ze und drin­gend benö­tig­ten Regen.

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Auch vom Jahr­hun­dert­re­gen im Juli bleibt die Stadt nicht ver­schont. An vie­len Stel­len heißt es „Land unter“, über­schwemmt die Hor­ne die Kreu­zung an Hansaring/Münsterstraße und ande­re Stra­ßen, lau­fen Kel­ler voll und rich­tet das Was­ser etli­che Schä­den an. Dank uner­müd­li­cher Ein­sät­ze der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr und des Tech­ni­schen Hilfs­werks blei­ben die Unwet­ter­fol­gen schluss­end­lich beherrsch­bar. Ungleich schwe­rer betrof­fen sind etwa die Kreis­nach­barn in Frön­den­berg und die Men­schen in Hagen.

Anders auch im Ahr­tal, in der Eifel und den ande­ren Hoch­was­ser­ge­bie­ten. Für die Opfer der ver­hee­ren­den Flut im Wes­ten Deutsch­lands gab es pri­vat orga­ni­sier­te Unter­stüt­zung aus Wer­ne. Land­wir­te und ande­re Frei­wil­li­ge rücken mit gro­ßem Gerät und Enga­ge­ment an, um im Kampf gegen Schutt und Schlamm zu helfen.

Ende Juli schockt der Skan­dal um die unfass­ba­ren Tier­quä­le­rei­en in einer Wer­ner Tier­sam­mel­stel­le der Fir­ma Mecke die Wer­ner Bevöl­ke­rung zutiefst und sorgt auch bun­des­weit für Ent­set­zen. Mit ver­steck­ten Kame­ras doku­men­tiert der Ver­ein „Soko Tier­schutz“ das Tier­leid. Die Staats­an­walt­schaft ermit­telt, der Mecke-Stand­ort an der Lip­pe­stra­ße wird geschlos­sen. Der Kreis Unna reagiert mit einer deut­li­chen Per­so­nal­auf­sto­ckung für stär­ke­re behörd­li­che Kon­trol­len. Vie­le Verbraucher/innen deckeln ihren Fleisch­kon­sum und schau­en in Sachen Tier­hal­tung genau­er hin, bevor das Fleisch­pro­dukt im Ein­kaufs­wa­gen lan­det. Genug ist das nicht. Von den Erzeu­gern in der Land­wirt­schaft, über Schlacht­be­trie­be und Vieh­han­del bis hin zum Lebens­mit­tel­han­del und zu den End­ver­brau­cher gilt es noch viel zu ver­än­dern, um qual­vol­le Tier­hal­tung wir­kungs­voll zu bekämp­fen. In Wer­ne und anderswo.

Poli­tisch beschäf­tig­ten die The­men Kli­ma­schutz, Stadt­pla­nung, Mobi­li­tät und Woh­nungs­bau die Agen­da der Stadt­ge­sell­schaft. Das Kli­ma­schutz­kon­zept ist beschlos­sen, das Mobi­li­täts­kon­zept kurz vor dem Abschluss. Stadt­pla­nung und Poli­tik beschäf­tig­ten sich zudem im Regio­na­le-Pro­jekt „Wer­ne neu ver­knüpft“ ein­ge­hend. Pla­nungs­ziel ist es, eine grü­ne Nah­mo­bi­li­tätsach­se mit Auf­ent­halts­qua­li­tät und Anbin­dung an die Innen­stadt zu schaffen.

Im März macht sich die Bür­ger­initia­ti­ve BIN gegen die Pla­nun­gen für das Indus­trie­ge­biet Nord­lip­pe­stra­ße (BIN) stark. In kür­zes­ter Zeit wer­den Pro­test-Rad­tou­ren, Info­stän­de und eine Unter­schrif­ten­samm­lung für ein Bür­ger­be­geh­ren orga­ni­siert. Rund 4.500 Unter­schrif­ten sichern den Erfolg des Bür­ger­be­geh­rens über­deut­lich. Weil der Rat im Sep­tem­ber an sei­nen Beschlüs­sen zur Ent­wick­lungs­pla­nung mehr­heit­lich fest­hält, kommt es zum zwei­ten Wer­ner Bür­ger­ent­scheid. Die BIN und ihre Unter­stüt­zer tri­um­phie­ren am 12. Dezem­ber mit sat­ter Mehrheit.

Die Coro­na-Pan­de­mie hat­te uns auch 2021 im Griff und bäumt sich gera­de zu nächs­ten gro­ßen Wel­le auf. Mit Impf­stof­fen, Tests, Mas­ken und Hygie­ne­re­geln haben wir gute Mit­tel zum Schutz in der Hand – wir müs­sen sie halt anwen­den. Denn das sind wir – vor Ort wie anders­wo – vor allem Kin­dern, Jugend­li­chen, jun­gen Aus­zu­bil­den­den und Stu­die­ren­den, die gera­de ins Leben star­ten, unbe­dingt schuldig. 

Denn anders als Impf­geg­ner und Quer­den­ker, die mit ihrem Geschrei Frei­heits­rech­te für sich rekla­mie­ren oder „Spa­zie­ren­ge­hen“, selbst aber Rück­sicht auf ande­re ver­mis­sen las­sen, sind es gera­de Kin­der und jun­ge Leu­te, die Rück­sicht neh­men auf ihre Fami­li­en, Mit­schü­ler, Freun­de und/oder Kol­le­gen. Sie tra­gen Mas­ken, las­sen sich tes­ten und imp­fen, hal­ten Qua­ran­tä­ne aus und müs­sen sich mit immer wie­der neu mit Wech­sel- und Prä­senz­un­ter­richt oder Home­schoo­ling aus­ein­an­der­set­zen. Sie machen das tap­fer und fair. Dabei fehlt gera­de ihnen ein unbe­schwer­tes Zusam­men­sein mit ihren Freun­den doch am meisten.

Wir wün­schen Ihnen, lie­be Lese­rin­nen und Leser, ein glück­li­ches, gutes und gesun­des Neu­es Jahr!

Ihre WERN­Eplus-Redak­ti­on

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