Im 400 Quadratmeter großen Studio der Eventagentur satis & fy fand das interaktive „Bürgerforum: Neues vom Surfpark“ mit Falk Cordes (satis & fy), Landrat Mario Löhr, Moderator Elmar Thyen, Bürgermeister Lothar Christ, , Dezenernt Ralf Bülte, Projektierer Dr. Michael Detering (von links) statt. Lucie Markewitz und Hannah Rößing (vorne von links) von der Freilichtbühne assistierten. Foto: Gaby Brüggemann
Im 400 Quadratmeter großen Studio der Eventagentur satis & fy fand das interaktive „Bürgerforum: Neues vom Surfpark“ mit Falk Cordes (satis & fy), Landrat Mario Löhr, Moderator Elmar Thyen, Bürgermeister Lothar Christ, , Dezenernt Ralf Bülte, Projektierer Dr. Michael Detering (von links) statt. Lucie Markewitz und Hannah Rößing (vorne von links) von der Freilichtbühne assistierten. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Eine „verrückt-geniale Idee“ (Bürgermeister Lothar Christ) stand im Mittelpunkt des digitalen Bürgerforums: der geplante größte Surfpark der Welt auf dem ehemaligen Zechengelände. Das Interesse war groß, die Veranstaltung bei satis & fy professionell aufbereitet. Der Live-Stream funktionierte einwandfrei, die Flut an Fragen konnte allerdings nicht beherrscht werden.

90 Minuten hatten die Organisatoren für das Bürgerforum mit zahlreichen Gästen, allen voran dem Initiator der Surfworld, Dr. Michael Detering, eingeplant. Am Ende waren es gut zwei Stunden mit vielen Informationen zu diesem Aufsehen erregenden Projekt, das Mitte September 2020 an die Öffentlichkeit drang.

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Über 200 Fragen gingen während des Live-Streams ein. Zuviele, um diese alle direkt beantworten können. Doch keine Frage werde offen bleiben, versprach Moderator Elmar Tyhen. Im Nachgang kämen alle Antworten in einem FAQ-Bereich. Viele eingehende Fragen hatte Dr. Michael Detering schon im Gespräch mit WERNEplus beantwortet (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5), beispielsweise zum aufkommenden Verkehr an der Jockenhöfer-Kreuzung in Rünthe oder zum Artenschutz.

Zugeschaltet aus Kufstein (Österreich) war Heiko Rainer von der dwif-Consulting GmbH München. Der Gutachter stellte wie schon im Ausschuss tags zuvor die regionalökonomischen Effekte des Surfparks auf Werne und die Umgebung vor.

Im Schnitt verfolgten rund 275 Menschen das Bürgerforum, insgesamt waren es laut Moderator Elmar Tyhen 700 Interessierte. Einige von ihnen beantworten auch selbst Fragen. So wollen 50 Prozent den Surfpark des öfternen besuchen, während 13 Prozent kein Interesse zeigten. 59 Prozent waren zu Beginn des Bürgerforums dem Projekt sehr positiv zugewandt, 24 Prozent sahen es dagegen eher negativ. Insgesamt zeigte sich die große Mehrheit der Teilnehmenden der Surfworld sehr aufgeschlossen gegenüber.

„Wir machen unser Handwerk sauber, werden das Projekt Stück für Stück entwickeln. Wir waren schon sehr weit mit den Planungen, bevor wir an die Öffentlichkeit gegangen sind. Wir werden Rücksicht auf sensible Bereiche nehmen“, versprach Dr. Michael Detering in seinem Schlusswort.

Stimmen zum Surfpark-Projekt

„Das Projekt ist schon beeindruckend, das unterstützen wir. Das erste Signal war für uns die Machbarkeitsstudie, das ist interessant für Kreis und Stadt. Aus Sicht der Region geht es auch um den Verteilungswettbewerb um Fördermittel. Wichtig ist aber auch, dass nicht nur auf Fördermittel gesetzt wird, sondern die Investoren selbst ins Risiko gehen. Wir garantieren Transparenz bei der Umsetzung.“ Mario Löhr, Landrat des Kreises Unna.

„Das ist eine tolle Veranstaltung, wir gehen gerne an die Öffentlichkeit. Das ist ein Projekt aus Werne für Werne, das professionell begleitet wird. Wir haben wirklich Glück mit dem Standort. Der eigentliche Umfang des Projekts wird von außen nicht so sichtbar. Wir sind schon sehr früh in die Planung eingestiegen, es macht Spaß. Vergleichbare Möglichkeiten für die Forschung gibt es nicht. Das Interesse ist groß und der Bedarf in NRW entsteht erst.“ Dr. Michael Detering, Projektierer SURFWRLD/ SCNCWAVE.

„Das Projekt bringt drei große Vorteile: 1. einen großen Imagegewinn für die Stadt, 2. 372 Arbeitsplätze, 3. 9,3 Millionen Euro Wertschöpfung jährlich.“ Bürgermeister Lothar Christ zur Analyse der regionalökonomischen Effekte durch die dwif-Consulting GmbH München.

„Hier hat man die Möglichkeit, andere Skalen anzuwenden und mit Maßstäbe 1:2, 1:5 oder 1:10 zu arbeiten. Anwendung finden die Forschungen zur Strömungsenergie zum Beispiel im Küsten- und Deichschutz, bei Hochwasserschutz im Binnenland oder bei Offshore-Windkraftanlagen.“ Prof. Dr. Christian Jokiel, TH Köln (Leiter des Labors für Wasser und Umwelt)

„Wir arbeiten transparent und offen sowie mit einer umfassenden Bürgerbeteiligung. Anregungen nehmen wir auf. Das Interesse ist groß. Ökologische Aspekte wie Klimaschutz und Verkehr werden uns im Dezernat beschäftigen. An der Bushaltestelle müssen wir die Taktung verbessern, den Bahnhof müssen wir mit dem Surfpark verbinden.“ Stadtplaner Ralf Bülte

„Natürlich gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen zu diesem Projekt. Aufgabe der Politik ist es, die Stimme der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten. Wir laden sie ein, auch in die Sitzungen zu kommen. Als Unternehmerin sehe ich den Surfpark als super Chance. Es ist immer Fortschritt, wenn sich Gewerbe ansiedelt. Das können wir nur unterstützen. Wenn viele Leute arbeiten, ist das gut für die Stadt. Ich hoffe, dass wir die Surfworld nach Werne holen.“ Uta Leistentritt (CDU), Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung

„Der Bedarf an wasserbaulicher Forschung wächst. Diese ist in der Natur nur eingeschränkt möglich. Die geplante Anlage in Werne hat ein Alleinstellungsmerkmal wegen der Dimensionen. Wir brauchen einen großen Maßstab, um beispielsweise Wechselwirkungen von Wasser und Bauwerken zu untersuchen. Der Forschungsbedarf wird wachsen aufgrund der Herausforderungen des Klimawandels. Offshore oder Meereskunde, es gibt viele Bereiche für Untersuchungen.“ Dr. Holger Schüttrumpf, Professor für Wasserbau und Wasserwirtschaft, RWTH Aachen

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