Gleich zwei Bombenfunde hat es jüngst an der Brücken-Baustelle zwischen Werne und Rünthe gegeben. Foto: Volkmer
Anzeige

Werne/Rünthe. Wer über die neue, provisorische Lippebrücke fährt, bekommt von den Baufortschritten beim Abriss der alten Brücke der B233 wenig mit. Die Arbeiten liegen weiterhin im Zeitplan – selbst wenn es jüngst gleich zwei Bombenfunde an der Brücken-Baustelle gegeben hat.

„Wir haben vor einer Woche Reste einer bereits detonierten Weltkriegsbombe gefunden“, sagt Bauleiter Daniel Lueb von der Borkener Firma Eiffage Infra West. Am Montag holte der Bagger, der derzeit den Bauschutt des abgerissenen Brückenpfeilers aus der Lippe entfernt, erneut eine Hinterlassenschaft aus Kriegszeiten ans Tageslicht. „Es war eine Fliegerbombe, ein bereits entschärfter Blindgänger“, berichtet der Bauleiter weiter. Für die fachgerechte Entsorgung sorgte der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung.

Anzeige

Aufgrund der beiden Funde hat sich das Unternehmen, das die Arbeiten an der Brücke für Straßen.NRW durchführt, mit den Behörden kurzgeschlossen und dafür gesorgt, dass vorübergehend ein externer Kampfmittelsondierer am Steuerknüppel der Baggerschaufel sitzt und nicht nur den Bauschutt aus dem Wasser holt, sondern auch den Untergrund noch einmal überprüft. Weil der Verdacht besteht, dass sich noch weitere Bomben im Bereich um die Brücke befinden könnten, bleibt das Unternehmen Tauber mit seinen Experten aus den Bereichen Sondierung und Kampfmittelräumung noch vor Ort.

Das erste neue Widerlager soll auf der Werner Seite entstehen. Hier wird gerade die Fläche für die Bohrpfahlarbeiten vorbereitet. Foto: Volkmer

Schon vor dem Start der Abrissarbeiten hatten Taucher den Bereich um die Brückenpfeiler im Wasser abgesucht, aber keine Bomben gefunden. Statt dessen sind zwischen Schlamm und Geröll etwa 30 Fahrräder und Einkaufswagen – insgesamt eine größere Containerladung voll – aus der Lippe gefischt worden. „Es ist ein Brückenphänomen, dass hier immer Fahrräder im Wasser abgelegt werden. Das kommt sehr häufig vor“, sagt Lueb.

Während die Funde aus Kriegszeiten für eine Verzögerung von zwei Tagen auf der Rünther Seite der Brücke gesorgt haben, läuft es auf der Nordseite ungestört weiter. Das passt zur Planung, denn das erste neue Widerlager soll auf der Werner Seite entstehen. Hier wird gerade die Fläche für die bevorstehenden Bohrpfahlarbeiten vorbereitet, vom alten Widerlager ist schon länger nichts mehr zu sehen. Im Sommer sollen dann die Fahrbahnen der Behelfsbrücke auf die neu erstellten Widerlager geschoben werden.

Anzeige