Donnerstag, Dezember 9, 2021

BMX-Kids suchen in Werne einen Platz zum Fahren

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Werne. „Für uns gibt es in dieser Stadt offen­bar keinen Platz“, sagen die Jugendlichen auf den BMX-Rädern, die ihr gemein­sames Hob­by in Werne nicht ausüben kön­nen. Denn während andere Städte und Gemein­den in der Nähe mit ein­er Moun­tain­bike-Strecke ein­er jun­gen Ziel­gruppe ein Freizei­tange­bot zur Ver­fü­gung stellen, bleibt in der Lippes­tadt höch­stens ein Satz vom Bürgersteig.

Die Nach­frage nach ein­er Strecke, auf der die Jugendlichen sich mit ihren robusten Rädern aus­pow­ern kön­nen, ist in Werne immer mal wieder aufge­taucht, weiß Dag­mar Reuter vom Jugen­damt: „Das ist schon vor etwa zehn Jahren erst­mals ein The­ma gewe­sen.“ Doch ein Ergeb­nis gibt es heute nicht. Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die alle die Mar­ga-Spiegel-Sekun­darschule besuchen, möchte dies nun ändern.

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BMX, Moun­tain- oder Down­hill-Bike – das sind die Fahrzeuge der Wahl, denn auf den klas­sis­chen Zweirädern fühlen sich die Mit­glieder der Gruppe unter­fordert und gelang­weilt. Nur lassen sich diese beson­deren Räder in der Lippes­tadt kaum nutzen. „Wir kön­nten auch in der Half­pipe im Skatepark fahren. Dort sind wir allerd­ings nicht gewün­scht und wer­den wegge­jagt“, berichtet der 15-jährige Götz-Gre­gor Gerdes. 

Der Grund dafür ist nachvol­lziehbar, denn die großen Reifen­pro­file der kraftvollen Zweiräder brin­gen Dreck mit auf die Anlage, durch den die Halt­barkeit von Kugel­lagern und Rollen der fahrbaren Unter­sätze der Skater gefährdet wird. Eine Tour durch den Wald ist eben­falls keine Alter­na­tive. „Auch da beschw­eren sich die Leute darüber, dass wir sie stören. Das ist auch gar nicht unsere Absicht, aber trotz­dem wollen wir gern irgend­wo unseren Sport ausüben“, so die 14-jährige Bev­er­ley-Marie Schon.

Wenn die Kinder und Jugendlichen ihren Sport ausüben wollen, müssen sie erst nach Hamm oder Lünen fahren, da es in Werne keine Strecke für BMX-Räder gibt. Foto: Volkmer

Um ihre Räder ein­mal richtig aus­fahren zu kön­nen, trifft sich die Gruppe regelmäßig in Hamm oder Lünen, wo es Anla­gen gibt, auf denen sie ihrem Sport nachge­hen dür­fen. Son­der­lich anspruchsvoll muss die Gestal­tung der Strecke und der zu über­queren­den Hin­dernisse nicht sein. Hin­ter dem Jugendzen­trum JuWeL gibt es einen kleinen Erd­hügel, den die Jugendlichen sehr gern in Beschlag nehmen. „Das ist die einzige Möglichkeit, an der sie sich etwas aus­to­ben und ihre Tricks aus­pro­bieren kön­nen“, sagt Sozialar­beit­er Karl Lus­ter-Haggeney. Die Mit­glieder der Gruppe haben bere­its sig­nal­isiert, dass sie gern selb­st anpack­en wür­den, wenn es um die Ein­rich­tung ein­er Strecke geht. „Viel braucht es dazu nicht, eine stark lehmhaltige Erde würde schon reichen“, sagt Luster-Haggeney.

Der elfjährige Louis Kirn­er ist überzeugt: „Es ist ein cool­er Sport, der eine gute Kör­per­be­herrschung voraus­set­zt. Ich kön­nte mir vorstellen, dass sich noch mehr dafür begeis­tern wür­den, wenn es eine Möglichkeit gäbe, das hier zu machen. Vielle­icht gibt es auch Spon­soren, die das unter­stützen würden.“

„Es ist mehrfach über­legt wor­den, wo man das machen kön­nte. Lei­der ist da bish­er nichts raus geworden.”

Nor­bert Lut­ter­beck vom Fach­bere­ich Jugend und Familie.

Nor­bert Lut­ter­beck vom Fach­bere­ich Jugend und Fam­i­lie erin­nert sich eben­so gut an die ver­schiede­nen Ver­suche, eine BMX-Strecke in der Lippes­tadt zu instal­lieren: „Es ist mehrfach über­legt wor­den, wo man das machen kön­nte. Lei­der ist da bish­er nichts raus gewor­den.“ Schon unter Jugend­dez­er­nentin Elke Kap­pen habe es Vorschläge gegeben – umge­set­zt wor­den ist aber auch unter Nach­fol­ger Alexan­der Ruhe nichts. „Wir sind aber an dem The­ma immer noch dran. Wir suchen einen Stan­dort, an dem die Jugendlichen ihren Sport ausüben und die Anlage selb­st pfle­gen können.“

Eine Fläche in der Nähe des JuWeL kommt nicht in Frage, denn die Bere­iche wer­den als Park­plätze genutzt und zudem gab es bere­its früher Kla­gen von Anwohn­ern wegen Lärm­beläs­ti­gung. „Es sollte also ein Bere­ich sein, in dem auch kein­er gestört wer­den kann“, unter­stre­icht Lut­ter­beck. Wenn dieses Are­al gefun­den ist und es von der Poli­tik grünes Licht gäbe, hätte der Mann vom Jugen­damt noch ein Ass im Ärmel. „Ich habe Kon­takt zu einem Bau­un­ternehmer, der immer viel Lehm­bo­den entsor­gen muss. Der wäre sich­er gern bere­it, dann ein paar Lastzüge dort abzu­laden“, sagt Lutterbeck.

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