Freitag, Juli 1, 2022

BMX-Kids suchen in Werne einen Platz zum Fahren

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Wer­ne. „Für uns gibt es in die­ser Stadt offen­bar kei­nen Platz“, sagen die Jugend­li­chen auf den BMX-Rädern, die ihr gemein­sa­mes Hob­by in Wer­ne nicht aus­üben kön­nen. Denn wäh­rend ande­re Städ­te und Gemein­den in der Nähe mit einer Moun­tain­bike-Stre­cke einer jun­gen Ziel­grup­pe ein Frei­zeit­an­ge­bot zur Ver­fü­gung stel­len, bleibt in der Lip­pe­stadt höchs­tens ein Satz vom Bürgersteig.

Die Nach­fra­ge nach einer Stre­cke, auf der die Jugend­li­chen sich mit ihren robus­ten Rädern aus­powern kön­nen, ist in Wer­ne immer mal wie­der auf­ge­taucht, weiß Dag­mar Reu­ter vom Jugend­amt: „Das ist schon vor etwa zehn Jah­ren erst­mals ein The­ma gewe­sen.“ Doch ein Ergeb­nis gibt es heu­te nicht. Eine Grup­pe von Kin­dern und Jugend­li­chen, die alle die Mar­ga-Spie­gel-Sekun­dar­schu­le besu­chen, möch­te dies nun ändern.

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BMX, Moun­tain- oder Down­hill-Bike – das sind die Fahr­zeu­ge der Wahl, denn auf den klas­si­schen Zwei­rä­dern füh­len sich die Mit­glie­der der Grup­pe unter­for­dert und gelang­weilt. Nur las­sen sich die­se beson­de­ren Räder in der Lip­pe­stadt kaum nut­zen. „Wir könn­ten auch in der Half­pipe im Skate­park fah­ren. Dort sind wir aller­dings nicht gewünscht und wer­den weg­ge­jagt“, berich­tet der 15-jäh­ri­ge Götz-Gre­gor Gerdes. 

Der Grund dafür ist nach­voll­zieh­bar, denn die gro­ßen Rei­fen­pro­fi­le der kraft­vol­len Zwei­rä­der brin­gen Dreck mit auf die Anla­ge, durch den die Halt­bar­keit von Kugel­la­gern und Rol­len der fahr­ba­ren Unter­sät­ze der Ska­ter gefähr­det wird. Eine Tour durch den Wald ist eben­falls kei­ne Alter­na­ti­ve. „Auch da beschwe­ren sich die Leu­te dar­über, dass wir sie stö­ren. Das ist auch gar nicht unse­re Absicht, aber trotz­dem wol­len wir gern irgend­wo unse­ren Sport aus­üben“, so die 14-jäh­ri­ge Bever­ley-Marie Schon.

Wenn die Kin­der und Jugend­li­chen ihren Sport aus­üben wol­len, müs­sen sie erst nach Hamm oder Lünen fah­ren, da es in Wer­ne kei­ne Stre­cke für BMX-Räder gibt. Foto: Volkmer

Um ihre Räder ein­mal rich­tig aus­fah­ren zu kön­nen, trifft sich die Grup­pe regel­mä­ßig in Hamm oder Lünen, wo es Anla­gen gibt, auf denen sie ihrem Sport nach­ge­hen dür­fen. Son­der­lich anspruchs­voll muss die Gestal­tung der Stre­cke und der zu über­que­ren­den Hin­der­nis­se nicht sein. Hin­ter dem Jugend­zen­trum JuWeL gibt es einen klei­nen Erd­hü­gel, den die Jugend­li­chen sehr gern in Beschlag neh­men. „Das ist die ein­zi­ge Mög­lich­keit, an der sie sich etwas aus­to­ben und ihre Tricks aus­pro­bie­ren kön­nen“, sagt Sozi­al­ar­bei­ter Karl Lus­ter-Hag­geney. Die Mit­glie­der der Grup­pe haben bereits signa­li­siert, dass sie gern selbst anpa­cken wür­den, wenn es um die Ein­rich­tung einer Stre­cke geht. „Viel braucht es dazu nicht, eine stark lehm­hal­ti­ge Erde wür­de schon rei­chen“, sagt Luster-Haggeney.

Der elf­jäh­ri­ge Lou­is Kir­ner ist über­zeugt: „Es ist ein coo­ler Sport, der eine gute Kör­per­be­herr­schung vor­aus­setzt. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass sich noch mehr dafür begeis­tern wür­den, wenn es eine Mög­lich­keit gäbe, das hier zu machen. Viel­leicht gibt es auch Spon­so­ren, die das unter­stüt­zen würden.“

„Es ist mehr­fach über­legt wor­den, wo man das machen könn­te. Lei­der ist da bis­her nichts raus geworden.”

Nor­bert Lut­ter­beck vom Fach­be­reich Jugend und Familie.

Nor­bert Lut­ter­beck vom Fach­be­reich Jugend und Fami­lie erin­nert sich eben­so gut an die ver­schie­de­nen Ver­su­che, eine BMX-Stre­cke in der Lip­pe­stadt zu instal­lie­ren: „Es ist mehr­fach über­legt wor­den, wo man das machen könn­te. Lei­der ist da bis­her nichts raus gewor­den.“ Schon unter Jugend­de­zer­nen­tin Elke Kap­pen habe es Vor­schlä­ge gege­ben – umge­setzt wor­den ist aber auch unter Nach­fol­ger Alex­an­der Ruhe nichts. „Wir sind aber an dem The­ma immer noch dran. Wir suchen einen Stand­ort, an dem die Jugend­li­chen ihren Sport aus­üben und die Anla­ge selbst pfle­gen können.“

Eine Flä­che in der Nähe des JuWeL kommt nicht in Fra­ge, denn die Berei­che wer­den als Park­plät­ze genutzt und zudem gab es bereits frü­her Kla­gen von Anwoh­nern wegen Lärm­be­läs­ti­gung. „Es soll­te also ein Bereich sein, in dem auch kei­ner gestört wer­den kann“, unter­streicht Lut­ter­beck. Wenn die­ses Are­al gefun­den ist und es von der Poli­tik grü­nes Licht gäbe, hät­te der Mann vom Jugend­amt noch ein Ass im Ärmel. „Ich habe Kon­takt zu einem Bau­un­ter­neh­mer, der immer viel Lehm­bo­den ent­sor­gen muss. Der wäre sicher gern bereit, dann ein paar Last­zü­ge dort abzu­la­den“, sagt Lutterbeck.

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