Freitag, März 31, 2023

Auf Quellensuche: Wo sprudelt die Kinderstube der Horne?

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Herbern/Werne. Sie gehört zum Wer­ner Stadt­bild wie der Dom zu Köln oder der Eif­fel­turm zu Paris. Aber ihren genau­en Ursprung kennt kaum jemand. Die Rede ist von der Hor­ne, jenem Bach, der von Her­bern her an der Innen­stadt vor­bei und um den Stadt­see her­um nach ins­ge­samt nach 12,6 Kilo­me­tern in die Lip­pe mündet. 

So steht es jeden­falls im  Online-Lexi­kon Wiki­pe­dia. Auch der Ursprung, also die Quel­le, ist ange­ge­ben: May­knapp in Her­bern auf 111,1 Meter Höhe. Damit soll­te die Ursprungs­fra­ge eigent­lich geklärt sein, jeden­falls theo­re­tisch. Doch in der Pra­xis ist der Sach­ver­halt viel komplizierter.

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Im eben­falls zu Her­bern gehö­ren­den Orts­teil Horn gibt es eine beson­ders bei Rad­fah­rern geschätz­te Rast­stel­le „Hor­ne-Quel­len“. Eini­ge schat­ten­spen­den­de Bäu­me, zwei nor­ma­le Sitz­bän­ke und eine Sitz­bank mit einem Tisch­chen laden zur Unter­bre­chung der Rad­tour ein.

Doch wo bit­te ist die Quel­le? Aus zwei Öff­nun­gen am Hang fließt zwar Was­ser in den Bach. Aber der Bach­lauf ist schon da. Er kommt aus Rich­tung Auto­bahn. An die­ser Stel­le kann die Hor­ne-Quel­le also nicht sein. Also wei­ter auf den May­knapp in Her­bern. Doch die befrag­ten Spa­zier­gän­ger kön­nen auch nicht wei­ter­hel­fen. Kei­ner kennt die Quel­le. Dafür gibt es aber mehr­fach den Hin­weis auf die eben beschrie­be­ne Rast­stel­le in Horn.

Der eigentliche Ursprung der Horne liegt in diesem idyllischen Löschteich auf dem Mayknapp bei Herbern. Foto: Steinmüller
Der eigent­li­che Ursprung der Hor­ne liegt in die­sem idyl­li­schen Lösch­teich auf dem May­knapp bei Her­bern. Foto: Steinmüller

Zum Glück gibt es in Her­bern den Hei­mat­ver­ein und in sei­nen Mit­glie­der­rei­hen Lam­bert Feld­haus. Der 76 Jah­re alte ehe­ma­li­ge Klemp­ner und Instal­la­teur kennt alle Bäche auf sei­ner Hei­mat­ge­mar­kung, als ob sie in sei­ner eige­nen Jacken­ta­sche flös­sen. Feld­haus: „Die Hor­ne hat kei­nen nor­ma­len Quell­topf. Sie speist sich aus eini­gen Was­ser­läu­fen, die den May­knapp durchziehen.“ 

Des­halb sei der Plu­ral „Hor­ne-Quel­len“ für den Frem­den zwar ver­wir­rend, aber sach­lich durch­aus rich­tig. Der pas­sio­nier­te Bach­läu­fer bedau­ert, dass der Hei­mat­ver­ein Her­bern kei­ne ent­spre­chen­de Infor­ma­ti­ons­ta­fel instal­liert hat.

Die Horne ist an manchen Stellen noch ein recht naturnaher Bach. Foto: Steinmüller
Die Hor­ne ist an man­chen Stel­len noch ein recht natur­na­her Bach. Foto: Steinmüller

Es gibt auf dem May­knapp, aller­dings auf einem bäu­er­li­chen Pri­vat­ge­län­de,  die ers­te von meh­re­ren Was­ser­stel­len, aus denen sich die Hor­ne  auf ihrem Ursprungs­ki­lo­me­ter speist. Der Her­be­ner berich­tet: „Ich weiß das, weil ich bei der Feu­er­wehr war. Wir haben vor eini­gen Jah­ren an die­ser Stel­le den Was­ser­fluss zu einem klei­nen Teich ver­grö­ßert, der seit­her als Lösch­teich dient“. – Von Her­mann-Peter Steinmüller –

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