Der Geruch von Holzleim lag in der Luft, wenn Heinz Elberfeld in seiner Werkstatt arbeitete. Foto: Archiv Schwarze
Der Geruch von Holzleim lag in der Luft, wenn Heinz Elberfeld in seiner Werkstatt arbeitete. Foto: Archiv Schwarze
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Werne. Zur sechsten Jahreshauptversammlung lädt der Verein „Freunde des historischen Stadtkerns“ am Donnerstag, 19. August, um 19 Uhr in die Räume des Verkehrsvereins Werne am Roggenmarkt 13 ein.

Nach den Berichten des Vorstands, des Schatzmeisters und der Rechnungsprüfer folgen Vorstandswahlen. Sowohl der Vorsitzende Karl-Heinz Schwarze als auch Geschäftsführer Hilmar Kilionski sowie Kassierer Werner Ueckert, Schriftführerin Heidelore Fertig-Möller, Beisitzer Günther Smusch und Pressereferent Jörg Stengl stellen sich für eine Wiederwahl zur Verfügung.

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Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit in den vergangenen sechs Jahren lag darin, die Häuser Burgstraße 15 und Westenmauer 15 vor dem Verfall zu retten und zu einem dezentralen Museum umzugestalten.

In dem rund 250 Jahre alten Haus Burgstraße 15 befand sich der Verkaufsraum einer jüdischen Metzgerei. „In diesem Ackerbürgerhaus lassen sich wichtige Bereiche der Werner Stadtgeschichte hautnah erfahren, vor allen die Lebensweise verschiedener sozialer Schichten“, erläutert der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Schwarze.

Historisch ebenso einzigartig ist die alte Werkstatt im Baudenkmal Westmauer 15. Der Stuhlmacher Heinz Elberfeld wohnte in Hausnummer 15 in der Burgstraße und arbeitete hier, etwa 50 Meter entfernt. Als er im April 2012 starb, hinterließ er eine komplett eingerichtete Werkstatt. Diese wollen die Altstadtfreunde in ihrer Ursprünglichkeit erhalten, denn am Arbeitsplatz liegen noch heute Werkzeuge und Arbeitsmaterial bereit, als ob sie gerade noch gebraucht worden wären.

„Das Gebäude ist bedeutend für die Stadt Werne, weil es ein Beleg ist für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse im handwerklichen Bereich“, heißt es in einem Kommentar auf einem Dokument im Stadtarchiv. „Altes Handwerk wird hier anschaulich dokumentiert, Geschichte begehbar“, hebt Schwarze die einzigartige Gelegenheit hervor, die sich hier bietet.

Im Obergeschoss des Hauses Westmauer 15 befindet sich Stuhlmacher- Werkstatt von Heinz Elberfeld. Foto: Stengl

Das mehrjährige Bemühen des Altstadfreundevereins, die beiden Häuser zu erwerben, scheiterte bislang an der zähen Klärung der Erbschaftsverhältnisse. Für den Verein ist es eine katastrophale Vorstellung, dass die Häuser weiter verfallen und anschließend abgerissen werden, um dann modernen Bauten Platz zu machen. Der Vorstand ist überzeugt: Historische Gebäude schaffen eine interessante Atmosphäre, bereichern die Innenstadt und machen sie attraktiver. Zwar bestehe noch grundsätzlich Hoffnung, dass das Museumsprojekt umgesetzt werden önnte. Fördergelder sind beantragt, Sponsoren stehen bereit, und viele Handwerker haben ihre Mithilfe zugesagt.

Angesichts der inzwischen schon über sechs Jahre andauernden Bemühungen um den Erwerb der denkmalgeschützten Häuser ist die Zuversicht inzwischen allerdings „sehr gedämpft“.

Nach einigen Monaten coronabedingter Pause will der Verein die Informationsarbeit nun wieder intensivieren mit dem Ziel, in der Bevölkerung das Bewusstsein für den Erhalt der historischen Gebäude in der Werner Altstadt zu stärken.

So informiert im Anschluss an die Vereinsformalien der städtische Planungsdezernent Ralf Bülte über die „Problemhäuser“ in Werne und berichtet über Fassadenrenovierungen. Schwarze wird in Lichtbildern mehrere Beispiele vorstellen, wie Gebäudedenkmäler in Nachbarstädten mit städtischer Unterstützung beispielhaft saniert werden konnten.

Aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen ist eine Teilnahme an der Mitgliederversammlung nur für vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete (GGG) möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Anmeldungen bitte bei: Karl-Heinz Schwarze (Email: karl-heinz.schwarze@t-online.de, Tel. 02389/3554) oder Hilmar Kilinski (Email: kilinski@t-online.de, Tel. 02389/535477).                     Jörg Stengl

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