Der neue und alte Vorstand der Altstadtfreunde: (v.r.) Vorsitzender Karl-Heinz Schwarze, Geschäftsführer Hilmar Kilinski, Kassierer Werner Ueckert und Schriftführerin Heidelore Fertig-Möller. Foto: Stengl 
Der neue und alte Vorstand der Altstadtfreunde: (v.r.) Vorsitzender Karl-Heinz Schwarze, Geschäftsführer Hilmar Kilinski, Kassierer Werner Ueckert und Schriftführerin Heidelore Fertig-Möller. Foto: Stengl 
Anzeige

Werne. Mit bewährtem Vorstandsteam geht der Verein „Freunde des historischen Stadtkerns Werne e.V.“ ins siebte Jahr.

Bei den Vorstandswahlen auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 19. August, in den Räumen des Verkahrsvereins wurden der Vorsitzende Karl-Heinz Schwarze, Geschäftsführer Hilmar Kilinski, Kassierer Werner Ueckert, Schriftführerin Heidelore Fertig-Möller, Beisitzer Günther Smusch und Pressereferent Jörg Stengl ohne Gegenstimmen wiedergewählt.

Anzeige

Zuvor berichtete der Kassierer über eine positive Kassenlage, und der Vorsitzende ließ die Aktivitäten der vergangenen beiden Jahre Revue passieren, die aufgrund der Corona-Beschränkungen nur spärlich angeboten werden konnten.

Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit in den vergangenen sechs Jahren lag darin, die Häuser Burgstraße 15 und Westenmauer 15 vor dem Verfall zu retten und zu einem dezentralen Museum umzugestalten. Doch das mehrjährige Bemühen des Altstadfreunde-Vereins, die Stuhlmacherwerkstatt zu erwerben, scheiterte bislang an der zähen Klärung der komplizierten Erbschaftsverhältnisse. Die Zuversicht, die Häuser zu retten, ist inzwischen sehr gedämpft. „Ich warte auf ein Wunder“, erklärte Karl-Heinz Schwarze.

       
Nach coronabedingter Pause will der Verein die Informationsarbeit intensivieren mit dem Ziel, in der Bevölkerung das Bewusstsein für den Erhalt der historischen Gebäude in der Werner Altstadt zu stärken. Dazu gehören Fahrten in Nachbarstädte, um sich dort über beispielhafte Renovierungen von Gebäudedenkmälern zu informieren. So ist im Frühjahr eine Tour in die mittelalterliche Stadt Lüneburg vorgesehen. Führungen durch Werne sollen durchgeführt werden. Sie bieten Stadtgeschichte zum Anfassen und zeigen, wie die Menschen mit dem Erbe der Vergangenheit leben. In einem Buch will Schwarze die Geschichte der Häuser Burgstraße 15 und Westenmauer 15 mit der Stuhlmacherwerkstatt aufarbeiten. Vorträge über besonders erhaltenswerte Bausubstanz sollen die Wertschätzung dieser Gebäude erhöhen, weil sie mit ihren regionalen Bautraditionen und Baustilen prägend sind für die städtebauliche Struktur. 

Einen weiteren Schwerpunkt legt der Verein auf die Öffentlichkeitsarbeit. Ausbauen will der Verein seine Internetpräsenz. Die Vereinshomepage wird überarbeitet und soll nicht nur die Stadtgeschichte beinhalten, sondern auch einen Erfahrungsaustausch ermöglichen für Besitzer von denkmalgeschützten Immobilien.

„Wir werden dem Eigentümer ein weiteres Kaufangebot machen“,

Baudezernent Ralf Bülte zum Haus an der Südmauer 27

Mit einem Lichtbildervortrag unternahm Schwarze dann einen kleinen Rundgang durch Werne und zeigte Fassaden aus verschiedenen Epochen. Die dem Verfall überlassenen Problemhäuser Südmauer 27 und Burgstraße 13 wurden diskutiert. Für die Stadt sei es bitter, dass nicht mehr getan werden könne, um den Eigentümer zu mehr Erhaltungsmaßnahmen zu zwingen, sagte der städtische Baudezernent Ralf Bülte: „Der Denkmalschutz ist da ein stumpfes Schwert.“ Im Fall von Südmauer 27 werde die Stadt von dem Eigentümer beklagt. Juristisch werde nun eine Entscheidung fallen, ob das Haus ein Denkmal ist oder ob es abgerissen werden darf. Aber: „Wir werden dem Eigentümer ein weiteres Kaufangebot machen“, sagte der Dezernent.

Auch gelungene Renovierungen kamen zur Sprache, wie zum Beispiel das Haus Bonenstraße 8, „das auf vorbildliche Weise restauriert wird“, wie Schwarze betonte. Bülte gab Einblick in die besondere Aufgabe, die der Denkmalschutz mit sich bringt. Natürlich müsse man bei jeder Renovierung berücksichtigen, welche zeitgemäße Nutzung vorgesehen ist, sagte Bülte. Mit Blick auf die Fassadenfarben erläuterte Bülte, dass die Gestaltungssatzung durchaus Spielraum zulasse. Im Vordergrund stehe, dass man insgesamt ein einheitliches Bild für die Innenstadt erhalte.

Anzeige