Donnerstag, März 30, 2023

50 Kapuziner aus der Ordensprovinz besuchen renovierte Klosterkirche

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Wer­ne. „Das Mat­ten­ka­pi­tel ist wie ein gro­ßes Fami­li­en­tref­fen, da sieht man sich mal wie­der“, beschrieb Chris­to­pho­rus Goe­de­r­eis, Pro­vin­zi­al der Deut­schen Kapu­zi­ner­pro­vinz, den Zweck jenes über­re­gio­na­len Tref­fens, das die Teil­neh­mer auch nach Wer­ne führ­te. Das eigent­li­che Mat­ten­ka­pi­tel fand im Kapu­zi­ner­klos­ter Müns­ter statt. Von dort aus besuch­ten etwa 50 Mit­brü­der die frisch reno­vier­te Klos­ter­kir­che in Werne.

Mat­ten­ka­pi­tel haben eine jahr­hun­der­te­al­te Tra­di­ti­on in den fran­zis­ka­ni­schen Orden. Fran­zis­kus per­sön­lich rief die ers­te die­ser Ver­samm­lun­gen ins Leben: 1221 kamen etwa 5.000 Brü­der bei Assi­si zusam­men. Geschla­fen wur­de auf Stroh­mat­ten – daher der Name des Tref­fens. Heu­te geht es kom­for­ta­bler zu. Geblie­ben ist das Erleb­nis gemein­sa­mer spi­ri­tu­el­ler Erfah­run­gen, der Wunsch nach Aus­tausch und die Wiedersehensfreude. 

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So füll­te don­nern­der Applaus die Kir­che, als Pater Wolf­gang Drews zu den Gäs­ten stieß. Der 89-Jäh­ri­ge hat in zahl­rei­chen Klös­tern der Pro­vinz gewirkt und fei­ert am Sonn­tag, 3. Okto­ber, sein 65-jäh­ri­ges Ordens­ju­bi­lä­um. Unter den Besu­chern waren außer­dem Brü­der aus Salz­burg, Alba­ni­en und den Niederlanden.

Die Teil­neh­mern des Mat­ten­ka­pi­tels, dar­un­ter der Pro­vin­zi­al Chris­to­pho­rus Goe­de­r­eis (vor­ne), lausch­ten inter­es­siert. Foto: Anke Schwarze

Letz­te­res freu­te den Pro­vin­zi­al beson­ders. „1850 haben Kapu­zi­ner aus den Nie­der­lan­den ihren Wer­ner Mit­brü­dern bei der Neu­be­le­bung des Klos­ters gehol­fen“, erzählt Goe­de­r­eis. Seit Novem­ber 2020 sind die nie­der­län­di­schen Kapu­zi­ner Teil der Deut­schen Kapu­zi­ner­pro­vinz. Ver­bun­den damit sei der Auf­trag, in den Nie­der­lan­den nach Wegen der Erneue­rung zu suchen. Die Kapu­zi­ner­pro­vinz der Nie­der­lan­de, einst eine der mit­glie­der­stärks­ten welt­weit, ist aktu­ell auf knapp 40 Kapu­zi­ner geschrumpft.

Von his­to­ri­schen Höhen und Tie­fen der Kapu­zin­er­nie­der­las­sung in Wer­ne berich­te­te Guar­di­an Romu­ald Hüls­ken. In der baro­cken Klos­ter­kir­che erin­ner­te er an die Ankunft der ers­ten Kapu­zi­ner am 4. Okto­ber 1659, erzähl­te von den Schwie­rig­kei­ten, über­haupt ein Bau­grund­stück zu erhal­ten und von Rück­schlä­gen wäh­rend der Säku­la­ri­sa­ti­on und des Kul­tur­kamp­fes. Eine Kon­stan­te aber blieb über die Jahr­hun­der­te bestehen: Die tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung der Brü­der durch Wer­nes Bürger.

Doris Bei­sche führ­te einen Teil der Gäs­te des Mat­ten­ka­pi­tels in Müns­ter durch Wer­ne. Foto: Anke Schwarze

„Die Leu­te kom­men zu uns und suchen Ori­en­tie­rung und Gesprä­che“, sag­te Pater Romu­ald. Auf der ande­ren Sei­te könn­ten sich die Kapu­zi­ner auf die Hil­fe von Bür­gern und Ver­ei­nen wie der Kol­ping­fa­mi­lie oder des Freun­des­krei­ses Kapu­zi­ner­klos­ter Wer­ne ver­las­sen. „Die guten Bezie­hun­gen der Wer­ner zu ihrem Klos­ter sind hier legen­där“, bestä­tig­te Stadt­füh­re­rin Mari­ta Fun­hoff. Zusam­men mit Doris Bei­sche nahm sie die Kapu­zi­ner­brü­der mit auf einen Stadt­rund­gang. Eine abend­li­che Ves­per und ein gemein­sa­mes Abend­brot beschlos­sen den Nach­mit­tag in Werne.

HINWEIS: Am Sonn­tag, 3. Okto­ber, fei­ert Pater Wolf­gang ab 9.30 Uhr sein 65-jäh­ri­ges Ordens­ju­bi­lä­um mit einem Fest­hoch­amt in der Kir­che und anschlie­ßen­dem Umtrunk im Klosterhof.

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